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Schoerb

Beitragvon Schoerb » 18.04.2006 14:48 Uhr

Macht Kühlen über den Fussboden mit einer Wärmepumpe Sinn, wenn man neben Fliesen zur Hälfte als Bodenbelag Parkett/Dielen/Laminat verwendet?

Wir planen, passiv über den Fußboden zu kühlen, wissen aber nicht, ob das Bodenbeläge wie Holz mitmachen...

Andreas-003

Beitragvon Andreas-003 » 18.04.2006 22:00 Uhr

Hallo Schoerb,

kühlen über Fußbodenheizung hat sicherlich seinen Reiz.
Zu beachten ist aber:

1) An der kühleren Fläche kondensiert das in der Luft enthaltene Wasserdampf.

2) Je schwüler es ist desto höher ist die Kondensationgefahr.

3) Bei einem Fliesenboden ist das Problem mit aufwischen zunächst gelöst.

4) Holz mag bekannterweise Feuchtigkeit (in den dann auftretenden Mengen) überhaupt nicht.

5) Kondensat ist ein agressives Medium.

Auch wenn es weh tut. Ich würde mir ein Splitgerät holen. Bessere Geräte haben ein Umschaltventil, sodaß die im Winter bzw. Übergangszeit auch heizen können.

Ich habe so ein Splitgerät. Wenn es arbeitet und es ist schwül sieht man das Kondensat fliessen.....

Gruß
Andreas
aontop
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Beitragvon aontop » 07.05.2006 12:43 Uhr

Hallo,

Also, eine Kühlung mit einer Wärmepumpe ist eine sehr gute und intelligente Lösung, und dass es auf dem Boden schimmelt kann ich mir nicht vorstellen, da der Boden ja nicht so extrem abgekühlt wird, so dass darauf Kondenswasser entsteht. Sie müssen bedenken, dass Sie ja eine Riesenfläche haben die gekühlt wird, aus diesem Grund müssen Sie ja den Boden nur etwas abkühlen, und das wird absolut ausreichen um minimum ein- ja sogar 2-3 solcher herkömmlichen Splittgeräte zu toppen, und das vor allem nicht so ungesund wie es solche Luftkühlgeräte es sind, zumal diese Luftkühlgeräte ziemlich viel Stromkosten verursachen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie im Sommer die Wärme aus dem Haus in die Erde einspeisen und somit den ENERGIESPEICHER ERDE mit der entzogenen Wärme aus dem Haus speichern: Diese Wärme können Sie dann im Winter wieder in das Haus führen! EINE GENIALE IDEE!!! Sehr GUTE und nähre Informationen finden Sie unter www.zentrahaus.eu
Diese bieten ein solches System in KOMBI Variante Erdwärme mit Kühlung und Heizung an!
PS.: Nicht vergessen: Der Stromverbrauch für die Kühlung läuft ja über die Wärmepumpe, was bedeutet vergünstigter Strom, somit sehr geringe Kosten.







Schoerb hat geschrieben:Macht Kühlen über den Fussboden mit einer Wärmepumpe Sinn, wenn man neben Fliesen zur Hälfte als Bodenbelag Parkett/Dielen/Laminat verwendet?

Wir planen, passiv über den Fußboden zu kühlen, wissen aber nicht, ob das Bodenbeläge wie Holz mitmachen...

iszmiruebel
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Beitragvon iszmiruebel » 07.05.2006 14:42 Uhr

Bild Fußbodenkühlung

privat, keine Werbung, keine Firma

Bj. 1976
Mein solide gebautes Haus, bewohnt seit 1977, seit 1984 WW-WP, nachgebessert mit Fußbodenheizung und ausreichend Außenwärmedämmung - Kosten unbekannt - braucht in der Regel keine Kühlung im Hochsommer.

[img]http://www.ernst-kitzberger.at\webalbum_energie\photos/pesenbach63.jpg[/img]



bis dene Ernst

einiges neu im Sehtest auf: priv. HP. siehe:
Energie-HP[img]http://www.ernst-kitzberger.at/amcsign/energie-heizkörper.gif[/img]a uf "album" unterhalb der Bilder geg.flls. die Texte beachten!

neu: web-control WP-Daten Bild neu: Counter Energie-HP Bild
Andreas
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Beitragvon Andreas » 07.05.2006 18:43 Uhr

Hallo aontop,

energetisch spricht ja nichts gegen die Kühlung über Fußbodenheizung und Wärmepumpe. Aber man muß halt noch andere Dinge berücksichtigen: (Der Teufel steckt im Detail :twisted: )

Die Fußbodenheizung ist als Kühleinheit denkbar schlecht plaziert. Kalte Luft ist schließlich schwerer als warme Luft. Das heißt die kalte Luft bleibt am Boden "liegen".

Es kommt ja auch keiner auf die Idee, eine Kühldecke als Heizung zu nutzen.
Bei den Kühldecken ist bzw. sollte ein Kondensationwächter vorhanden sein, der ab 95% rH (relative Feuchte) die Kühldecke abschaltet - sonst regnet´s ! :?
Bei einer Fußbodenheizung ist normalerweise die Schaltung nicht vorhanden. :D

Es soll Büro´s geben, die haben, aus Kostengründen, nur eine Kühldecke.
Die Lüftungsanlage, wenn überhaupt vorhanden, hat kein Kühlregister (man hat ja schließlich Kühldecke).
Bei schwülwarmen Wetter (sprich hohe Luftfeuchtigkeit) schalten die Kondensationswächter die Kühldecken ab und die Mitarbeiter schmoren im eigenen Saft :evil:

Kühldecken werden mit 18-20°C kaltem Wasser gefahren.
Diese sind aber auch an der optimalen Stelle (unter der Decke) moniert, sodaß die erzeugte Kälte schön runterfallen kann.
Eine Fußbodenheizung müßte 2-3 K unter diesen Werten gefahren werden um ähnliche Kühlleistung fahren zu können. Zusätzlich bräuchte man einen Miefquirl (Ventilator) damit die kalte Luftschicht, die sich über dem Boden entwickelt, mit den oberen warmen Luftschichten vermischen kann um eine halbwegs gleichmäßige Temperatur im Raum zu erhalten.

Naja, dafür hat man halt sehr kostengünstig Kälte erzeugt.
Dieses Kühlverfahren ist leider nur nichts für empfindliche Naturen und empfindlichen Fußböden.

Übrigens, in dem Splitgerät ist auch eine Wärmepumpe drinne. Mein Splitgerät kann sogar bidirektional gefahren werden. Sprich die WP kann kühlen und heizen ! Wenn die Geräte richtig dimensioniert eingesezt werden, spricht nichts dagegen !

Gruß
Andreas
Gast

Beitragvon Gast » 12.05.2006 23:32 Uhr

Hallo Andreas,


leider vergisst du in deiner Schilderung 1 Punkt.

Ein Naturgesetzt besagt das die Materie zwischen 2 unterschiedlichen Temperaturen immer versucht ein Ausgleich zu schaffen, sprich wenn oben warm und unten kalt ist ( abgesehen davon ist meistens in beiden Stockwerken ja auch eine Kühlung) Ein natürlicher Wärme / Kälte Ausgleich stattfindet.

Des weiteren muss ich hinzufügen das du dein Splittgerät nicht mit dieser Technik vergleichen kannst a) dein System die Raumluft sehr stark entfleuchtet und b) dein Gerät fast mehr als 2 mal soviel Stromkosten verursacht.





Andreas hat geschrieben:Hallo aontop,

energetisch spricht ja nichts gegen die Kühlung über Fußbodenheizung und Wärmepumpe. Aber man muß halt noch andere Dinge berücksichtigen: (Der Teufel steckt im Detail :twisted: )

Die Fußbodenheizung ist als Kühleinheit denkbar schlecht plaziert. Kalte Luft ist schließlich schwerer als warme Luft. Das heißt die kalte Luft bleibt am Boden "liegen".

Es kommt ja auch keiner auf die Idee, eine Kühldecke als Heizung zu nutzen.
Bei den Kühldecken ist bzw. sollte ein Kondensationwächter vorhanden sein, der ab 95% rH (relative Feuchte) die Kühldecke abschaltet - sonst regnet´s ! :?
Bei einer Fußbodenheizung ist normalerweise die Schaltung nicht vorhanden. :D

Es soll Büro´s geben, die haben, aus Kostengründen, nur eine Kühldecke.
Die Lüftungsanlage, wenn überhaupt vorhanden, hat kein Kühlregister (man hat ja schließlich Kühldecke).
Bei schwülwarmen Wetter (sprich hohe Luftfeuchtigkeit) schalten die Kondensationswächter die Kühldecken ab und die Mitarbeiter schmoren im eigenen Saft :evil:

Kühldecken werden mit 18-20°C kaltem Wasser gefahren.
Diese sind aber auch an der optimalen Stelle (unter der Decke) moniert, sodaß die erzeugte Kälte schön runterfallen kann.
Eine Fußbodenheizung müßte 2-3 K unter diesen Werten gefahren werden um ähnliche Kühlleistung fahren zu können. Zusätzlich bräuchte man einen Miefquirl (Ventilator) damit die kalte Luftschicht, die sich über dem Boden entwickelt, mit den oberen warmen Luftschichten vermischen kann um eine halbwegs gleichmäßige Temperatur im Raum zu erhalten.

Naja, dafür hat man halt sehr kostengünstig Kälte erzeugt.
Dieses Kühlverfahren ist leider nur nichts für empfindliche Naturen und empfindlichen Fußböden.

Übrigens, in dem Splitgerät ist auch eine Wärmepumpe drinne. Mein Splitgerät kann sogar bidirektional gefahren werden. Sprich die WP kann kühlen und heizen ! Wenn die Geräte richtig dimensioniert eingesezt werden, spricht nichts dagegen !

Gruß
Andreas


kälteklaus

Beitragvon kälteklaus » 13.05.2006 16:02 Uhr

Hallo Andreas,

in einigen Punkten muss ich dich leider korrigiern:

- Man kann sowohl mit der Kühldecke Heizen und Kühlen, wird mit Ventilen umgeschaltet! Solche Anlagen nehme ich als Techniker in Betrieb.
- Richtig, diese Kühldecken haben einen Kondensationswächter, welche im Störfall das Kaltwasserregelventil schließen, aber diese lösen bei Kondensation aus.
- Diese Anlagen funktionieren auch bedingt ohne eine Lüftungsanlage.
- Welcher Planer oder Installateur baut diese Anlagen mit einer Lüftungsanlage ohne Kühlregister? Gute Anlagen haben sogar eine Entfeuchterregelung der Zuluft.
- Die Vorlauftemperatur des Kaltwassers für die Kühldeck wird anhand des Taupunkts im Raum geregelt, Enthalpie-Regelung, man braucht dazu einen Feuchtefühler und einen Temperaturfühler. Daraus wird der Wassergehalt der Raumluft errechnet, HX-Diagramm, und entsprechend wird die Kaltwassertemperatur geregelt. Als Sicherheit steuern wir die Anlagen 1° über dem Taupunkt und haben dadurch einen hohen Wirkungsgrad der Anlage.
- Dein Split-Gerät fährt mit einem viel größeren Delta-T, Oberflächentemperatur des Luftkühler-Verdampfers zur Lufttemperatur. Die Verdampfungstemperatur deines Split-Geätes wird so etwa bei 7° liegen und nur dadurch tust du entfeuchten, aber dieses kannst du nicht hiermit vergleichen.

Hallo Schoerb,

man kann mit der Fußbodenheizung bedingt kühlen, aber es muss eine Regelung der Wasser-Temperatur erfolgen, Enthalpie-Regelung.
Andreas
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Beitragvon Andreas » 13.05.2006 17:07 Uhr

Hallo Gast
Hallo Klaus

@Gast:
Eine Durchmischung findet ohne mechanische Lüftung nicht statt da,
1. die Wärme nach oben steigt
2. die Kälte runterfällt.
und natürlicht der Umstand da ist, daß eine Wärmequelle und Kältequelle in dem Raum vorhanden ist. Wobei die Kältequelle ja am energetisch ungünstigen Standort - der Fußboden - plaziert ist.

Pkt2
a) Nein es ist nicht vergleichbar, weil es zum kühlen einfach besser geeignet ist als eine kaltgefahrene Fußbodenheizung !

b) an einem schwülwarmen Sommertag kostet mich die teure Kühlung 1 €.
Damit kann ich leben !

@Klaus

Man kann sowohl mit der Kühldecke Heizen und Kühlen, wird mit Ventilen umgeschaltet! Solche Anlagen nehme ich als Techniker in Betrieb.

Das man dies technisch machen kann ist unstrittig aber energetisch unsinnig

- Richtig, diese Kühldecken haben einen Kondensationswächter, welche im Störfall das Kaltwasserregelventil schließen, aber diese lösen bei Kondensation aus.

:D

- Diese Anlagen funktionieren auch bedingt ohne eine Lüftungsanlage.

Wie oft bist du schon zu diesen Anlagen rausgerufen worden weil sie angeblich nicht richtig kühlt ??? :twisted:

- Welcher Planer oder Installateur baut diese Anlagen mit einer Lüftungsanlage ohne Kühlregister? Gute Anlagen haben sogar eine Entfeuchterregelung der Zuluft.

Kühldecken als Heizdecken ; Lüftungsanlage ohne Kühlregister
sparen, sparen, sparen ob sinnvoll oder nicht ;-)

- Die Vorlauftemperatur des Kaltwassers für die Kühldeck wird anhand des Taupunkts im Raum geregelt, Enthalpie-Regelung, man braucht dazu einen Feuchtefühler und einen Temperaturfühler. Daraus wird der Wassergehalt der Raumluft errechnet, HX-Diagramm, und entsprechend wird die Kaltwassertemperatur geregelt. Als Sicherheit steuern wir die Anlagen 1° über dem Taupunkt und haben dadurch einen hohen Wirkungsgrad der Anlage.

:D

- Dein Split-Gerät fährt mit einem viel größeren Delta-T, Oberflächentemperatur des Luftkühler-Verdampfers zur Lufttemperatur. Die Verdampfungstemperatur deines Split-Geätes wird so etwa bei 7° liegen und nur dadurch tust du entfeuchten, aber dieses kannst du nicht hiermit vergleichen.

Hier vergleiche ich nicht die Technik, sondern das Ergebnis mit seinen Folgen !
Energetisch bin ich ja bei euch, daß man Kühlen über das Erdreich / WP
sinnvoll ist. Aber doch nicht mittels einer Fußbodenheizung !

Was hilft alles Energiesparen wenn der Baukörper (hier der Fußbodenbelag) droht darunter zu leiden ???
Die Enthalpie-Regelung würde sicherlich die Kondensatbildung verhindern. Aber wer macht das schon ?
Von der sehr ungünstig plazierten Kältequelle einmal ganz zu schweigen...
s.o.

Gruß
Andreas
christof
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Beitragvon christof » 25.07.2006 01:16 Uhr

Ähm.. Frage als Laie - habe ich wirklich ein Kondensationsproblem wenn die Temperatur der FBH nur wenige Grad unter der Raumtemperatur liegt??

Hier mal ein Praxisbericht:

Ich baue gerade neu im Südwesten. In den letzten Wochen gabs Temperaturen >=35 Grad. Da ich noch keinerlei Beschattung an den Fenstern habe (grosse Flächen südseitig über 2 Geschosse) Hatte ich zuletzt 30 Grad im Haus, da ist nicht an Arbeit zu denken :(

Nachdem die WP jetzt betriebsbereit ist, habe ich die (passive) Kühloption geschaltet. Ergebnis nach 24h: 22-23 Grad drinnen (Thermometer in ca. 1.80m Höhe) , 35+ draussen. 50% Fliesen und 50% Parkett. Laufende Kosten: minimal, Strom für die Umwälzpumpe. Für mich als Laie: bis jetzt kein Kondensat feststellbar, Boden ist knochentrocken.

Wenn ich mir also die letzten heissen Sommer und den Trend anschaue, dann haben sich die 2-3% Mehrpreis für die Kühloption gelohnt.

Have fun,
Chrissi
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Beitragvon Andreas » 25.07.2006 20:50 Uhr

Hallo christof,

Das ist alles eine Frage der relativen Luftfeuchtigkeit - also sehr schwüler Luft. Interessant wäre ausserdem, welche Bodentemperatur du bei den beschriebenen Bedingungen hast.
Weiterhin die relative Feuchte draussen und die relative Feuchte im Innenraum Bodenbereich.

Viele Grüße
Andreas

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