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Wasserstoff für Energie im Eigenheim

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Fachbericht | Wörter: 1526 | Aufrufe: 19508 | Druckbare Version

Wasserstoff für Energie im Eigenheim

efc setzt auf Wissen im Detail

"Die Baxi Group sieht nun einer spannenden Zeit des Wachstums entgegen, die Strategie zur Weiterentwicklung der Brennstoffzelle wurde voll bestätigt", ist Guido Gummert froh. Der Chef der european fuel cell (efc) gmbh, ein Tochterunternehmen des ehemaligen Hamburger Energieversorgers Hein Gas, kommt gerade von erfolgreichen Gesprächen mit seinem englischen Mutterkonzern der Baxi Group Ltd. aus Derby zurück. Stärkung der Marktposition und gute Fortschritte im Forschungsbereich Brennstoffzelle begründen das Stimmungshoch des Energiemanagers.

Abb. 1: Guido Gummert, Geschäftsführer der european fuel cell gmbh, sieht sich durch den Einstieg des finanzkräftigen Private-Equity-Hauses BC Partners als neuen Hauptgesellschafter der Baxi Group Ltd. in seiner Rolle als Entwickler der Brennstoffzelle für Einfamilienhäuser bestärkt.
Gummert

Der Erwerb von Baxi durch das Private-Equity-Haus BC Partners zeigt die Wertschätzung sowie ein vermehrtes Interesse an der Branche generell", erklärt Gummert. Mit viel Erfahrung im Bereich Sanitär- und Heizungstechnik, gutem Riecher, langem Atem und noch mehr Geld sucht BC Partners nach Perlen am Investment-Markt. Mit der Baxi Gruppe und seiner Tochter efc wurde die europaweit führende Beteiligungsgesellschaft jetzt fündig.

Das ist zurzeit Gold wert: Denn Verdrängung und stetige Zunahme der Fusionen bestimmen in einem angespannten europäischen Marktumfeld seit längerem europaweit die Heiztechnikbranche. Die Sättigung in den traditionellen Produktbereichen Brenner, Kessel, Lüftung wird 2004 zur weiteren Konzentration führen, sind sich Branchenfachleute einig. In diesem Umfeld ist efc laut Gummert in zweifacher Hinsicht ein attraktiver Geschäftspartner für heimische Energieversorger und das Fachhandwerk.

Innovationspotential Made in Germany

Energieeinsparverordnung und die neue Bundesimmissionsschutzverordnung werden spätestens 2005 das Ersatz- und Modernisierungsgeschäft mobilisieren. Doch profitieren werden davon in erster Linie klassische Brennwertgeräte oder die Strom- und Wärmeerzeugung mit konventionellen Mini-Blockheizkraftwerken, wie mit dem Dachs der Schweinfurter Firma Senertec. Das eigentliche Potenzial des Brennstoffzellen-Heizgerätes liegt in der langfristigen Erschließung neuer Märkte für dezentrale Strom- und Wärmeerzeugung im Ein- und Mehrfamilienhaus.

Die Brennstoffzelle im Haus entlastet Umwelt und Portemonnaie. Durch Stromerzeugung im eigenen Keller kann der Strombezug um bis zu 75% reduziert werden. Bei der Entwicklung eines Brennstoffzellen-Heizgerätes für den europäischen Markt hat efc nach Aussage Gummerts die Nase zurzeit weit vorn. Während andere Versuche mit Aggregaten aus Übersee durchführen, konzentriert sich efc auf Zulieferer und Partner im heimischen Markt. "Acht bis zehn Jahre sind bis zur Serienfertigung von Brennstoffzellen-Heizgeräten noch nötig, um die saubere Strom- und Wärmeerzeugung per Kraft-Wärme-Koppelung (KWK) in jedem Keller zu ermöglichen", so Gummert. Bei Serienreife des Brennstoffzellen-Heizgerätes (BZH) müsse der dann handelsübliche Preis eines Brennwertkessels zuzüglich der Mehrkosten für die Stromerzeugung erreicht werden. Kompensiert werden könnten die Kosten in den ersten drei bis fünf Jahren über die wesentlich effizientere Stro

mgewinnung durch die Brennstoffzelle.

Wenn die Komponenten des Strom-Wärme-Aggregates - mit 1,5 kW elektrischer und ca. 3 kW thermischer Leistung - untereinander optimiert sind, können Wirkungsgrade von über 80 Prozent erzielt werden. Ein integriertes Zusatzheizgerät mit 15 kW deckt den Spitzenwärmebedarf ab. Die positiven Effekte für Umwelt und Geldbeutel lassen sich erahnen: Immerhin ein Drittel des Primärenergieverbrauches in Deutschland - dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Jahre 2003 zufolge 489 Mio. Tonnen SKE (Steinkohleeinheiten) - wird von privaten Haushalten generiert.


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