Baubeginn vom Biomasse Heizkraftwerk Flohr
Im Beisein zahlreicher Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung feierte die BHKW
Flohr GmbH am Freitag den offiziellen Baubeginn ihres neuen Biomasse-Heizkraftwerkes auf
dem Gelände des Feinblechwerkes Rasselstein in Neuwied. Das Heizkraftwerk wird durch
Verbrennung von Rest- und Althölzern Prozessdampf und Strom produzieren.
Abb.: Baustelle des Biomasse Heizkraftwerks
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Foto: SFW GmbH
Die Altholzzufuhr, pro Jahr sind es 62.000 Tonen, ist durch langfristige 15jährige
Lieferverträge mit festgeschriebenen Preisen gesichert. Geliefert wird es vom
Mitgesellschafter Flohr. Der Dampf dient der Versorgung des Feinblechwerkes. Der Strom
wird auf Basis des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) ins Netz der RWE Net eingespeist.
Die Dampferzeugung, ca. 106.000 Tonnen pro Jahr, würde zur Wärmeversorgung von 4.500
Einfamilienhäusern ausreichen. Mit dem erzeugten Strom von 47.000 Megawattstunden pro
Jahr könnten 11.750 Einfamilienhäuser versorgt werden. Damit wäre diese Anlage die
größte "echte" Kraft-Wärme-Kopplungsanlage auf Basis Biomasse in
Rheinland-Pfalz.
Innerhalb eines Radius von 100 Kilometer bringen Lieferanten das Altholz zur Entsorgung
zum Biomasse-Heizkraftwerk. Dort wird es zunächst gewogen, einer Qualitätskontrolle
unterzogen und auf eine 8.000 Quadratmeter große Lagerfläche verbracht, wo es bevorratet
und aufbereitet wird. Bei der Aufbereitung wird das Holz verkleinert auf eine
Kantenfläche von 30 bis 50 Zentimeter. Danach werden Störstoffe wie Überlängen und
Eisenanteile beseitigt.
Das aufbereitete Holzmaterial wird in den Holzbunker transportiert und von dort direkt in
den Biomassekessel. Im Biomassekessel verbrennt das Holz bei mindestens 850 Grad Celsius.
Die dabei entstehenden Rauchgase werden über Wärmetauscher geleitet. Das sind
Rohrbündel, in denen zunächst kaltes Prozesswasser durchströmt, und durch die Rauchgase
zu Wasserdampf erhitzt wird. Dieser Wasserdampf geht auf eine Turbine, die Strom erzeugt.
Er wird wieder aus der Turbine entnommen und dem Feinblechwerk als Prozessdampf geliefert.
Die abgekühlten Rauchgase werden in der Rauchgasreinigungsanlage behandelt. Sie besteht
im Wesentlichen aus einer Zyklonanlage, einem Hochleistungsgewebefilter sowie einem
Rückstrom-Wirbelschicht-Reaktor mit Injektor für Reaktionsmittelzugabe, der wie eine Art
Rauchgaswäsche funktioniert. Als Reststoff verbleibt Flugasche, die staubdicht gelagert
und abtransportiert wird.
Das Biomasse-Heizkraftwerk wurde in einem Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung nach
der 4. Bundesimmissionsschutz-Verordnung genehmigt und unterliegt den Anforderungen der
Grenzwerte der 17. Bundesimmissionsschutz-Verordnung. Die CO2-neutrale Verbrennung des
Altholzes erspart der Umwelt im Vergleich zu herkömmlich gewonnener Energie im Jahr rund
60.000 Tonnen Kohlendioxid.
Das Biomasse-Heizkraftwerk in Neuwied wird als Projektgesellschaft zwischen einem
Konzernunternehmen (SFW) und einem mittelständigen Unternehmen aus Neuwied (Flohr)
realisiert. Diese Konstellation bündelt das energietechnische Know how mit dem Know how
der regionalen Biomasse-Logistik und der Brennstoffaufbereitung. Dadurch wird die
Energieversorgung des Industriestandortes Rasselstein in Neuwied langfristig
sichergestellt. Dies trägt zur Standortsicherung und zur Schaffung von 11 neuen
Arbeitsplätzen bei.
Die Gesellschaft investiert rund 24 Millionen Euro in das Projekt. Die Projektfinanzierung
wird durch ein Bankenkonsortium unter Führung der Saarländischen Landesbank und unter
Beteiligung der Hessischen Landesbank sowie der Deutschen Industriebank gewährleistet.
Wesentliche Projekt-Kenndaten auf einen Blick:
Dampferzeugung:
Biomassekessel:32 t/h
Spitzen- und Reservekessel:2 x 12 t/h
Dampfmenge f. Feinblechwerk: ca. 106.000 t/a
Turbinenanlage:
Dampfturbine: max. 7,5 MWel
Geplante Erzeugung:
Strom: ca. 47.000 MWh/a
Brennstoffeinsatz:
Biomasse: Holzklassen A1 - A4, ca. 62.000 t/a
Erdgas: 9.500 MWh/a
Investitionen: rund 24.000 T€
Personal: 11 Mitarbeiter
Quelle: SFW GmbH, Dezember 2003