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Biomasse Heizkraftwerk Flohr

Fachbericht | Wörter: 447 | Aufrufe: 14386 | Druckbare Version

Baubeginn vom Biomasse Heizkraftwerk Flohr

Im Beisein zahlreicher Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung feierte die BHKW Flohr GmbH am Freitag den offiziellen Baubeginn ihres neuen Biomasse-Heizkraftwerkes auf dem Gelände des Feinblechwerkes Rasselstein in Neuwied. Das Heizkraftwerk wird durch Verbrennung von Rest- und Althölzern Prozessdampf und Strom produzieren.

Abb.: Baustelle des Biomasse Heizkraftwerks
Baustelle-Flohr
Foto: SFW GmbH

Die Altholzzufuhr, pro Jahr sind es 62.000 Tonen, ist durch langfristige 15jährige Lieferverträge mit festgeschriebenen Preisen gesichert. Geliefert wird es vom Mitgesellschafter Flohr. Der Dampf dient der Versorgung des Feinblechwerkes. Der Strom wird auf Basis des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) ins Netz der RWE Net eingespeist.

Die Dampferzeugung, ca. 106.000 Tonnen pro Jahr, würde zur Wärmeversorgung von 4.500 Einfamilienhäusern ausreichen. Mit dem erzeugten Strom von 47.000 Megawattstunden pro Jahr könnten 11.750 Einfamilienhäuser versorgt werden. Damit wäre diese Anlage die größte "echte" Kraft-Wärme-Kopplungsanlage auf Basis Biomasse in Rheinland-Pfalz.

Innerhalb eines Radius von 100 Kilometer bringen Lieferanten das Altholz zur Entsorgung zum Biomasse-Heizkraftwerk. Dort wird es zunächst gewogen, einer Qualitätskontrolle unterzogen und auf eine 8.000 Quadratmeter große Lagerfläche verbracht, wo es bevorratet und aufbereitet wird. Bei der Aufbereitung wird das Holz verkleinert auf eine Kantenfläche von 30 bis 50 Zentimeter. Danach werden Störstoffe wie Überlängen und Eisenanteile beseitigt.

Das aufbereitete Holzmaterial wird in den Holzbunker transportiert und von dort direkt in den Biomassekessel. Im Biomassekessel verbrennt das Holz bei mindestens 850 Grad Celsius. Die dabei entstehenden Rauchgase werden über Wärmetauscher geleitet. Das sind Rohrbündel, in denen zunächst kaltes Prozesswasser durchströmt, und durch die Rauchgase zu Wasserdampf erhitzt wird. Dieser Wasserdampf geht auf eine Turbine, die Strom erzeugt. Er wird wieder aus der Turbine entnommen und dem Feinblechwerk als Prozessdampf geliefert.

Die abgekühlten Rauchgase werden in der Rauchgasreinigungsanlage behandelt. Sie besteht im Wesentlichen aus einer Zyklonanlage, einem Hochleistungsgewebefilter sowie einem Rückstrom-Wirbelschicht-Reaktor mit Injektor für Reaktionsmittelzugabe, der wie eine Art Rauchgaswäsche funktioniert. Als Reststoff verbleibt Flugasche, die staubdicht gelagert und abtransportiert wird.

Das Biomasse-Heizkraftwerk wurde in einem Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung nach der 4. Bundesimmissionsschutz-Verordnung genehmigt und unterliegt den Anforderungen der Grenzwerte der 17. Bundesimmissionsschutz-Verordnung. Die CO2-neutrale Verbrennung des Altholzes erspart der Umwelt im Vergleich zu herkömmlich gewonnener Energie im Jahr rund 60.000 Tonnen Kohlendioxid.

Das Biomasse-Heizkraftwerk in Neuwied wird als Projektgesellschaft zwischen einem Konzernunternehmen (SFW) und einem mittelständigen Unternehmen aus Neuwied (Flohr) realisiert. Diese Konstellation bündelt das energietechnische Know how mit dem Know how der regionalen Biomasse-Logistik und der Brennstoffaufbereitung. Dadurch wird die Energieversorgung des Industriestandortes Rasselstein in Neuwied langfristig sichergestellt. Dies trägt zur Standortsicherung und zur Schaff

ung von 11 neuen Arbeitsplätzen bei.

Die Gesellschaft investiert rund 24 Millionen Euro in das Projekt. Die Projektfinanzierung wird durch ein Bankenkonsortium unter Führung der Saarländischen Landesbank und unter Beteiligung der Hessischen Landesbank sowie der Deutschen Industriebank gewährleistet.

Wesentliche Projekt-Kenndaten auf einen Blick:

Dampferzeugung:
Biomassekessel:32 t/h
Spitzen- und Reservekessel:2 x 12 t/h
Dampfmenge f. Feinblechwerk: ca. 106.000 t/a

Turbinenanlage:
Dampfturbine: max. 7,5 MWel

Geplante Erzeugung:
Strom: ca. 47.000 MWh/a

Brennstoffeinsatz:
Biomasse: Holzklassen A1 - A4, ca. 62.000 t/a
Erdgas: 9.500 MWh/a

Investitionen: rund 24.000 T€
Personal: 11 Mitarbeiter

Quelle: SFW GmbH, Dezember 2003



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