Erhebliches
Energieeinsparpotenzial für Wäschereibetriebe
Wäsche effizient in erdgasbefeuerten Anlagen trocknen
Die energieintensiven Trocknungsprozesse in Wäschereien geben Anlass,
energieökonomische Konzepte zu entwickeln und aus energie- und umweltrelevanten Gründen
Alternativen zu suchen. Hinzu kommt, dass in den vergangenen Jahren immer mehr Wäsche auf
den Markt gekommen ist, die sich für Trockner eignet, was zu einer quantitativen Zunahme
der Trocknungsvorgänge führte. Auch hat sich die Vielfalt der Gewebe und die Zahl der
Varianten für deren Zusammensetzung vergrößert, was die Ansprüche an die
Trocknungsverfahren steigen ließ und teilweise differenzierte Trocknungsvorgänge
erfordert.
Abb.: Wäschetrockneranlage

Quelle: Kannegiesser
Den Standard in den Wäschereien stellen so genannte Volltrockner mit
Wärmerückgewinnung durch Luftumwälzung dar. Dabei wird die einmal umgewälzte
Prozessluft zum großen Teil weiter verwendet. Nur etwa 20 bis 30 Prozent davon gelangen
als Abluft in die Umgebung und werden durch kalte Frischluft ersetzt. Dieses Gemisch wird
dann auf Arbeitstemperatur erhitzt und wieder in Kontakt mit der Wäsche gebracht.
Hierdurch entsteht kein Leistungsnachteil, da die Heißluft wesentlich mehr Feuchtigkeit
aufnehmen kann, als ihr bei einmaliger Umwälzung zugeführt wird. Der Umluftbetrieb sorgt
durch die mehrmalige Verwendung der erhitzten Luft für Energieeinsparungen in der
Größenordnung von rund 35 Prozent.
Die zur Verdampfung des in frisch gewaschenen Textilien enthaltenen Wassers benötigte
Wärme kann in einem Trockner auf verschiedene Arten - beispielsweise mit elektrischem
Strom oder Erdgas - erzeugt werden. Als umwelteffizienteste Art der Beheizung hat sich
dabei nach Ansicht der ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen
Energieverbrauch e. V. der erdgasbefeuerte Gasbrenner erwiesen. Denn hierbei wird im
Gegensatz zur Verwendung von Strom die Nutzenergie direkt aus der Primärenergie gewonnen,
wodurch keine zusätzlichen Umwandlungsverluste entstehen. Darüber hinaus werden beim
Einsatz von Erdgas im Vergleich zu anderen fossilen Energieträgern die geringsten Mengen
an Schadstoffen freigesetzt.
Der Einsatz eines Gasbrenners bringt aber auch verfahrenstechnische Vorteile mit sich.
Zum einen lassen sich mit dieser Technik höhere Arbeitstemperaturen erzielen und zum
anderen auch feinfühliger einhalten, als das zum Beispiel mit Heizregistern wie bei der
Dampfbeheizung der Fall wäre. Außerdem geht ein gasbeheizter Trockner sehr effizient mit
der eingesetzten Energie um, da bei der direkten Mischung der heißen Abluft mit der
Trocknungsluft all jene Verluste vermieden werden, welche bei der dezentralen
Wärmeerzeugung in Kesselanlagen und Rohrleitungen entstehen.
Gasbeheizte Trocknergruppen, wie sie etwa bei der Firma Bardusch in Ettlingen zum
Einsatz kommen, stellen heute in industriellen Wäschereien eine leistungsfähige
Einrichtung zur Trocknung verschiedenster Wäschesortimente dar. Dieses Unternehmen
benötigt eine Trockenkapazität von etwa 900 Kilogramm pro Stunde, wobei vor allen Dingen
Berufskleidung zu bearbeiten ist. Dazu wurden hier drei Trocknergruppen des Typs
"PowerDry" der Firma Kannegiesser aus Vlotho installiert, die pro Charge 85
Kilogramm Kleidung aufnehmen können. Diese Maschinen verfügen über eine
leistungsfähige, moderne Brennertechnik und das so genannte InfraTouch-Automatikprogramm.
Es misst die reale Warentemperatur in der Trockenzone durch Infrarotstrahlung und steuert
entsprechend die Heizung des Trockners beziehungsweise die Dauer der Trocknungszeit. Somit
kann der Trockenprozess unabhängig von Beladungsgrad und Eingangsfeuchte automatisch
ablaufen, was ebenfalls einen Beitrag zu einer effizienten Anlagenbetriebsweise leistet.
Quelle: ASUE, Februar 2004