
Holzpellets - Qualität erkennen! Normen & GütesiegelHolzpellets - Qualität erkennen! Normen & GütesiegelSeite: 1/8 (10899 Wörter in diesem Text, 13770 mal gelesen) 
Holzpellets - Qualität
erkennen!
Äußere Qualitätsmerkmale - Normen und
Gütesiegel
von Andreas Schubert, Rhön-Hessen-Forstconsulting GbR |
1. Einleitung
Der
Markt für Pelletheizungen und Holzpellets befindet sich in Deutschland noch im Aufbau.
Mancher Händler von Holzpellets verfügt dabei selbst über noch sehr geringe Kenntnisse
über das Produkt, das sie dem Kunden verkaufen möchten. Einige Händler verkaufen die
Produkte mit der größten Gewinnspanne, nicht die mit der höchsten Qualität. Aber auch
beim Kunden führen oftmals erst eigene negative Erfahrungen zu der Einsicht, dass es auch
bei den Holzpellets beachtliche Qualitätsunterschiede gibt.
Dieser
Einsicht sind oft Streitigkeiten über die Verantwortlichkeiten für einen z.B. Ausfall
der Pelletheizung zwischen Installateur und Kesselhersteller auf der einen und
Pelletlieferant/Pellethersteller auf der anderen Seite vorausgegangen. In nicht wenigen
Fällen wird ein solcher Streit zudem noch auf dem Rücken des Kunden ausgetragen, denn
genauso, wie derzeit nur eine begrenzte Anzahl von Firmen in der Lage ist, hochwertige
Pellets zu produzieren und/oder professionell zu vermarkten, ist ebenso nur eine begrenzte
Anzahl von Unternehmen in der Lage, professionell auf eingehende Reklamationen zu
reagieren. Dabei ist es zunächst völlig unwichtig, ob eine Reklamation berechtigt ist
oder nicht. Es dürfte unbestritten sein, dass ein bloßer Streit über
Verantwortlichkeiten dem betroffenen Kunden keinerlei Hilfe ist und seine (sowieso schon
vorhandene) Unzufriedenheit noch verstärkt Genauso unbestritten ist die Tatsache, daß
ein unzufriedener Kunde nicht nur dem verantwortlichen Kesselhersteller, Installateur oder
Pellethersteller schadet, sondern letzten Endes dem Gesamtmarkt. Allein diese Tatsache
sollte Grund genug sein, sich wesentlich intensiver als bisher mit Fragen der Qualität
von Holzpellets auseinanderzusetzen.
2. Äußere Qualitätsmerkmale von Holzpellets
Die
äußeren Merkmale von Holzpellets lassen erste grobe Aussagen über die Qualität der
vorliegenden Probe zu. Allerdings sei bereits an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass
das äußere Erscheinungsbild der Holzpellets auch eine höhere Qualität als die
tatsächlich vorliegende vortäuschen kann.
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2.1. Die Oberfläche
der Holzpellets
Grundsätzlich
sollte die Oberfläche der Holzpellets folgendes Erscheinungsbild vorweisen können: ·
- eine glatte Oberfläche
- eine glänzende Oberfläche
- eine Oberfläche ohne Längsrisse
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ALT="Pellets hoher Qualität" WIDTH="320" HEIGHT="200" BORDER="0"
STYLE="border-top: 1px #CFCFCF solid; border-right: 1px #CFCFCF solid; border-bottom: 1px #CFCFCF solid; border-left: 1px #CFCFCF solid">
Hoher Qualität: glatte, matt glänzende
Oberfläche ! |
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Alle
drei Merkmale deuten in ihrer Gesamtheit auf optimal Bedingungen während der Pelletierung
hin. So kann davon ausgegangen werden, dass eine ausreichend hohe Temperatur erreicht
worden ist, bei der das im Holz enthaltene Lignin 1) in einen fließfähigen und somit
"klebefähigen" Zustand versetzt wurde und so die einzelnen Holzfasern wieder
miteinander verbinden ("verkleben") konnte. Auf diese Weise erhalten die
Holzpellets ihre Festigkeit.
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Die
Festigkeit von Holzpellets ist ein außerordentlich wichtiges Qualitätsmerkmal. Pellets
hoher Festigkeit bieten die Gewähr, daß beim Einblasen in den Lagerraum (unter
Berücksichtigung der sonstigen Gegebenheiten vor Ort) eine minimale Menge an Staub 2) (Feinanteil) entsteht. Ein
geringer Feinanteil erhöht die Betriebssicherheit der Heizung. Fest verpresste Pellets
besitzen zudem ein hohes spezifisches Gewicht (>1,12 kg/dm3) 3), welches wiederum Voraussetzung für eine
saubere und effektive Verbrennung der Holzpellets ist. Ein Maß für die Festigkeit der
Holzpellets ist der sogenannte Abrieb 4).
Der
Abrieb ist ein Ausdruck dafür, wie viel Feinanteil entsteht, wenn die Holzpellets einer
definierten Belastung ausgesetzt werden. Der Wert für den Abrieb wird in einem speziellen
Messgerät, dem sog. Lignotester, ermittelt und darf den Wert von 2,3% nicht übersteigen.
Der Abriebtest 5) im
Lignotester ist als erster Test für die Qualität der Holzpellets sehr gut geeignet, weil
er schnell, einfach und billig durchzuführen ist, und alle anderen, den Feinanteil
begünstigenden Faktoren (z.B. Befüllsystem beim Kunden) ausgeklammert werden können.
Auf den Feinanteil als Qualitätsmerkmal wird unter Punkt 2.6. näher
eingegangen. |
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Kann dem besten Pelletierer passieren:
Eine zu geringe Temperatur während der Pelletierung hat verhindert, daß das Lignin die
glatte und glänzende Oberfläche der Holzpellets erzeugen konnte! |
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2.2. Der Durchmesser der
Holzpellets
Holzpellets
können in den verschiedensten Durchmessern hergestellt werden. Relativ häufig
anzutreffen sind Holzpellets mit Durchmesser von 6 mm und 8 mm. Seltener solche mit
Durchmessern von 4, 5 oder 10 mm. Für Kleinfeuerungsanlagen haben sich Holzpellets mit
einem Durchmesser von 6 mm durchgesetzt. Diese werden von der weit überwiegenden Zahl der
Kesselhersteller auch explizit gefordert, um eine maximale Betriebssicherheit bzw. einen
optimalen Wirkungsgrad der Heizung zu garantieren. Da die Durchbrandgeschwindigkeit bei
Pellets verschiedener Durchmesser unterschiedlich ist, muß die gesamte Anlage auf einen
definierten Durchmesser der Holzpellets abgestimmt werden (Brennstoffzuführung,
Luftführung), um eine saubere und wirtschaftliche Verbrennung der Pellets zu
gewährleisten.
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Nicht einige sind zu dick - fast alle sind
zu dünn. Holzpellets mit einem Durchmesser von nur 5 mm lassen auf eine Herkunft aus dem
Bereich der Futtermittelindustrie schließen. Im vorliegenden Beispiel kam es zum
Totalausfall des Kessels, was wohl nicht in erster Linie am Durchmesser gelegen haben
dürfte. |
Die
ist aber nicht mehr möglich, wenn anstelle der geforderten 6 mm Pellets z.B. solche mit
einem Durchmesser von 8 mm eingesetzt werden. Erfahrungen zeigen zudem, dass immer dann,
wenn andere als 6 mm Pellets zum Einsatz kamen, eine überdurchschnittlich hohe Anzahl an
Reklamationen zu verzeichnen war. Eine Ursache ist u.a. darin zu suchen, dass Holzpellets
mit Durchmessern von 5 oder auch 8 mm aus Betrieben kamen, die in erster Linie andere
Stoffe als Holz pelletieren. Diese Betriebe verfügen zwar über eine grundsätzliche
Ausstattung zur Herstellung von Pellets, doch sind die vorhandenen Maschinen nicht auf die
Verarbeitung von Holz ausgelegt. Zudem fehlte die Erfahrung in der Holzpelletierung.
Holzpellets wurden nur in relativ geringen Mengen - neben der Herstellung der eigentlichen
Produktpalette (z.B. Graspellets, Futtermittelpellets) - hergestellt. Ein kontinuierlicher
Produktionsprozeß, der für eine hohe Qualität der Holzpellets eine wichtige
Voraussetzung darstellt, konnte unter diesen Bedingungen kaum erreicht werden. Im Ergebnis
war festzustellen, dass Pellets o.g. Herkunft überdurchschnittlich oft durch mangelnde
Qualität auffielen. |
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Verunreinigungen mit 8mm Graspellets
(unten links) lassen als Hersteller ein landwirtschaftliches Trocknungswerk vermuten. Die
auffallenden Farbunterschiede der Pellets lassen auf eine wenig sorgfältige
Rohstoffauswahl schließen. |
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