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Wann kommen die Rußfilter?

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Fachbericht | Wörter: 795 | Aufrufe: 8684 | Druckbare Version

Wann kommen die Rußfilter?

Schwere Vorwürfe gegen deutsche Automobilindustrie

Die im Bündnis "Kein Diesel ohne Filter" zusammengeschlossen Umwelt- und Verbraucherverbände sowie Verkehrsclubs haben neue Vorwürfe gegen die deutsche Automobilindustrie erhoben. Gleichzeitig fordern sie eine schnelle Klärung der Rahmenbedingungen für die steuerliche Förderung von Rußfiltern für Diesel-Pkw ab 2005...

Schwere Vorwürfe richtet die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH, Koordinator des Bündnisses "Kein Diesel ohne Filter") an die bundesdeutsche Automobilindustrie. Die im Verband der Automobilindustrie (VDA) zusammengeschlossenen Unternehmen wollen nach Informationen der DUH auch zukünftig einen wesentlichen Teil ihrer Diesel-Pkw ohne Rußfilter verkaufen. Durch einen massiven Druck auf die Bundesregierung versuche der VDA, den Grenzwert für Dieselruß von 2,5 mg/km zu verhindern, auf den sich 16 Landesumweltminister und das Bundesumweltministerium im November 2003 verständigt haben. Stattdessen solle ein mehr als dreimal höherer Grenzwert von 8,5 mg/km festgeschrieben werden.

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e. V., erklärte: "Ein hoher Grenzwert bedeutet, dass es den Rußfilter nur bei extrem leistungsstarken Diesel-Pkw, nicht aber in bei Kompakt- und Mittelklasse-Pkws geben soll. Damit werden die vorhandene deutsche Rußfiltertechnologie und ihre weltweiten Exportchancen blockiert. Wir fordern die Bundesregierung auf, noch in diesem Frühjahr die Förderbedingungen auf der Basis eines Partikelgrenzwertes von 2,5 mg/km festzuschreiben und damit den Automobilherstellern die offensichtlich notwendige Hilfestellung zur Entwicklung innovativer, umweltfreundlicherer Diesel-Pkw zu geben."

Hintergrund der aktuellen Forderungen: Besitzer von Diesel-Pkws ohne Russfilter müssen ab dem kommendem Jahr mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Ab dem 1.1.2005 werden Immissionsgrenzwerte für Feinstpartikel (PM10) europaweit verbindlich. In vielen Städten werden diese Werte an verkehrsreichen Straßen derzeit erheblich überschritten. Hier ist u. a. mit Fahrverboten für Dieselfahrzeuge ohne Rußfilter zu rechnen. "Dieselfahrzeuge mit Rußfilter sollen schon 2005 mit einer Plakette gekennzeichnet werden, welche die freie Fahrt in rußbelasteten Städten ermöglicht", forderte Stefan Bundscherer, Verkehrsexperte des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) und stellte den Prototypen einer Plakette für Diesel-Fahrzeuge mit Rußfilter analog zu der seinerzeit ausgegebenen G-KAT Plakette vor.

Abb. 1: Entwurf der Diesel-Partikelfilter-Plakette
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Quelle: DUH

Ähnlich wie die G-Kat Plakette in den 80er-Jahren solle umweltfreundliches Verbraucherverhalten mit einem klaren Benutzervorteil belohnt werden. "Die Schonfrist für Besitzer von Dieselfahrzeugen ohne Filter muss noch dieses Jahr endgültig auslaufen! Es gibt ausreichend Möglichkeiten, auch ältere Diesel-Pkw mit Russfiltern nachzurüsten." Großflottenbetreiber wie die Deutsche Telekom, die Deutsche Post oder Siemens forderte Bundscherer auf, noch 2004 auf umweltfreundlichere Diesel-Pkw mit Rußfilter umzustellen.


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