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Energieversorger entdecken die Windenergie

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Fachbericht | Wörter: 686 | Aufrufe: 15287 | Druckbare Version

Energieversorger entdecken die Windenergie

Trend: Internationalisierung, Projektierungsgeschäft und Offshore-Windparks

Die Energieversorger und Energiekonzerne investieren zunehmend in Windenergie. Ursachen für die stärkere Integration der Windenergie in die Konzernstrategie sind bei den staatlichen Versorgern zum einen der zunehmende politische Druck und die Kyoto-Klimaschutzvereinbarungen. Zum andern steigert die zunehmende Wettbewerbsfähigkeit der Windenergie die Attraktivität der Investitionen deutlich. Dabei engagieren sich die Stromversorger meist von vornherein auf mehreren europäischen Märken und schließen sich dazu oftmals mit Unternehmen vor Ort zusammen.

Abb. 1: Aufbau einer On-Shore Windkraftanlage
Repower-Aufbau-Hemme-kl.jpg (29647 bytes)
Quelle: REpower Systems (JO)

Die spanischen Energieversorger engagieren sich im internationalen Vergleich am stärksten im Windenergie-Geschäft. So ist die Iberdrola am größten europäischen Windpark-Projektierer, der Energia Hidroelectrica de Navarra (EHN), beteiligt. Die EHN hat nach eigenem Bekunden über 1.500 Megawatt (MW) in mehr als 50 Windparks in Spanien, Frankreich und Deutschland installiert. Den Schwerpunkt bildet dabei die iberische Halbinsel, in Frankreich betreibt EHN fünf Windparks mit 33 MW und in Deutschland einen Windpark mit 20 MW. Insgesamt befindet sich eine Windenergieleistung von über 650 MW in EHN-Eigenbesitz. Die übrigen Anlagen wurden als schlüsselfertige Projekte an Dritte verkauft. Bis 2006 plant der Projektierer allein in Spanien insgesamt 3.000 MW Windleistung zu errichten. Hierzu hat EHN sogar eine eigene 1,5-MW-Maschine entworfen, die bislang 23 mal errichtet wurde. Iberdrola-Konkurrent Endesa, der größte spanische Energieversorger, will ebenfalls eine zusätzliche Windleistung von über 1.000 MW errichten und hat mit 825 MW (Stand Ende 2002) über 25 Prozent der spanischen Leistung in Betrieb.

In Deutschland betreibt die E.on AG über ihre Tochtergesellschaft E.on Kraftwerke GmbH an Land Windfarmen mit einer Leistung von rund 50 MW, weitere 50 MW befinden sich in Planung, so Pressereferent Dr. Clemens Tauber. Offshore möchte der Energiekonzern 900 MW errichten, und ist bereits an zwei Projekten in der Ostsee (Arkona Becken und Sky 2000) sowie an einem Projekt in der schleswig-holsteinischen Ostsee (Amrum Bank West) beteiligt.

Die MVV AG betreibt als fünftgrößter Energieversorger in Deutschland zwar nur knapp 15 MW selbst, so Pressesprecher Richard Kress, ist aber über ihre Tochtergesellschaft eternegy GmbH ins europäische Planungsgeschäft eingestiegen: In Spanien will die eternegy mit dem dortigen Projektierungsbüro prodeco schon ab 2004 mehrere Windparks mit einer

Gesamtleistung von 350 MW errichten.

Die Rheinisch Westfälischen Elektrizitätswerke (RWE) sind über ihre Tochtergesellschaften Harpen AG im Windenergie-Geschäft tätig: Während Harpen in Deutschland nur elf MW betreibt, gehören der Harpen-Tochtergesellschaft Aersa in Spanien Windparks mit 119 MW und in Italien Windparks mit 15 MW (über die Harpen Italia). Zusammen mit der Energies France S.A.R.L. in Frankreich ist sich Harpen-Sprecher Thomas Kemper sicher, dass der Energieversorger nächstes Jahr Windparks in Europa mit einer Leistung von rund 200 MW im Eigenbesitz haben wird.


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