Zum Inhalt springen

Stellungnahmen zu PV-Freiflächenanlagen

Seite: 1/2
Fachbericht | Wörter: 1024 | Aufrufe: 4877 | Druckbare Version

Stellungnahmen zu PV-Freiflächenanlagen

Offener Brief von Hans-Josef Fell MdB vom 18.11.03

Lieber Herr Fell,

gerne gebe ich (Wolf von Fabeck) - wie Sie es gewünscht haben - Ihre Stellungnahme zu PV-Freiflächenanlagen an unseren sfv-Verteiler weiter.

Ich verbinde dies gleich mit einem herzlichen Dank für Ihren unermüdlichen Einsatz zur Förderung der Solarenergie! Die Solarstromerzeugung wird nach der Verabschiedung des Vorschaltgesetzes deutlich besser dastehen als bisher. Insbesondere sind wir glücklich darüber, dass endlich das mit soviel bürokratischen Hürden belastete 100.000 Dächer-Programm der Vergangenheit angehört.

Die weiterhin bestehenden Meinungsunterschiede zu Freiflächenanlagen, die aus Ihrem Schreiben ersichtlich werden, möchte ich allerdings nicht unter den Teppich kehren; ich werde direkt im Anschluss an Ihr Schreiben  darauf eingehen:


--------------- Stellungnahme von Hans-Josef Fell -----------------

Lieber Herr von Fabeck

(...)

Auch trotz Ihrer Umfrage kann ich keine Widerstände in der Bevölkerung gegen Freiflächenanlagen erkennen. Ich habe in diesem Sommer viele Standorte besucht (in Sonnen, in Dimbach, bei Donauwörth, sogar die größte im Munitionsdepot bei Hemau, und viele mehr). Ich habe mich dort ausdrücklich nach Widerständen der Bevölkerung erkundigt und keinen einzigen Widerspruch erfahren. Im Gegenteil,die Großanlagen haben sogar dazu geführt, dass die umgebende Bevölkerung nun wesentlich mehr Anlagen auf die eigenen Dächer baute.

Bei einer Anlage im Freiland, auf einem Acker, in schöner südbayer.Landschaft, (Ortsname habe ich leider vergessen) konnten mir die unmittelbaren Nachbarn nicht einmal den Weg zeigen, weil sie die Anlage gar nicht kannten (das soll Widerstand und Ablehnung sein?)

Ich hatte mich jeweils auch sehr für die ökologischen Auswirkungen interessiert und konnte bei keiner Anlage eine Verschlechterung gegenüber dem bisherigen Zustand erkennen, z.T. allerdings sogar Verbesserungen über hohe Ausgleichsmaßnahen, z.B. bei der vom SFV kritisierten Anlage in Hemau. Ich glaube, dass die Anlage in Hemau auch besonders positiven symbolischen Wert hat, da nun auf einem ehemaligen Standort für Atomraketen eine Solarstromanlage steht. Wie sollte man den besser die friedenspolitische Bedeutung der Solarenergie unterstreichen?

Die Anlage in Dimbach, Unterfranken, erstellt auf einem vorher intensiv bewirtschafteten Acker, hatte in diesem Jahr sogar interessante neue und positive Erkenntnisse über den Pflanzenwuchs gebracht. Im Vergleich zu den Äckern daneben wuchs sogar etwas mehr und anderes, da die Teilbeschattung der Module in dieser traditionell trockenen und in diesem Jahr besonders von der Dürre heimgesuchten Landschaft einen Schutz vor der exremen Strahlung brachte. Die Kreisgruppe des Bundnaturschutz macht dort mit großem Interessse eine Beobachtung der Floraauswirkungen in den nächsten Jahren.

Ich habe diese positiven Auswirkungen auf die Flora übrigens bereits persönlich mit meiner PV Anlage auf meinem Grasdach seit 10 Jahren beobachtet.

Summa summarum: Ich kann die pauschale und undifferenzierte Ablehnung des SFV für Freiflächenanlagen nicht nachvollziehen.

Auch die Umfrage, überzeugt mich nicht. Da die Bürger unter mehreren Alternativen die gewünschten Standorte aussuchen konnten, ist es kein Wunder, dass sie die Freiflächen als gewünschten Standort nicht so häufig nennen. Dieses Nichtnennen in diesem Fragenkontext ist meines Erachtens nicht gleichzusetzen mit einer Ablehnung, wie es aber der SFV interpretiert.

Im übrigen haben wir uns in Berlin mit den Naturschutzverbänden über Kriterien zu Freiflächenanlagen geeinigt. Diese haben wir nun in das Gesetzgebungsverfahren eingebracht. Ich will, dass nun sehr schnell eine Gesetzesnovellierung für die PV gelingt. Mit einer erneuten Diskussion über weitere Kriterien zu Freilandanlagen, wie von Ihnen gewünscht, würde ich die Verabschiedung der Novelle in diesem Jahr verhindern. Ein von uns allen nicht gewünschter Fadenriss im Ausbau der PV wäre die Folge.



Im Übrigen, sehe ich durchaus die Gefahr einer Hetzkampagne mit Falschaussagen der Energieversorger gegen die PV, ähnlich der Windkraft. Eine solche Hetzkampgane kann natürlich umso erfolgreicher sein, je mehr Kritiker aus dem eigentlichen Lager der Unterstützer zitiert werden können. Diese Mißbräuche gab es und gibt es immer noch. Auch wenn die Naturschutzverbände hinter der Windkraft stehen, so treten doch immer noch Teile der Verbände gegen Windkraft auf. Diese werden dann genüsslich von den EVUs zitiert.

Ähnlich kann es der PV ergehen, wenn Teile der Solarbewegung trotz erzielter Kompromisse mit den Naturschutzverbänden weiterhin gegen Freiflächeanlagen mobilisieren. Genüsslich werden die EVUs darauf verweisen.

(...)

Mit sonnigen Grüßen
Hans-Josef Fell



Antwort des SFV: ...


Diesen Artikel empfehlen:




Vorheriger Bericht zum Thema Solarenergie
Sonnenkollektoren liefern Wärme zum Trocknen Sonnenkollektoren liefern Wärme zum Trocknen
Nächster Bericht zum Thema Solarenergie
Solarhaus für Individualisten Solarhaus für Individualisten