Erdwärme-Nutzung mit 4,5 Jahren Amortisationszeit
Heizöl- oder Erdgasheizungen müssen ständig mit fossiler Energie gefüttert werden.
Wer Erdwärme nutzt, investiert zwar anfangs mehr in die Heizanlage, hat diese Mehrkosten
bei richtiger Planung häufig aber schon nach kurzer Zeit wieder hereingeholt. Ein
Beispiel aus Bonn beweist, dass die Amortisationszeit bei nur 4,5 Jahren liegen kann.
Abb. 1: Erdwärme-Arbeiten

Bild: Oliver Kohlsch, EWS
Bei der GWI AG in Bonn, einem der führenden IT-Dienstleister für
Krankenhaus-Management-Systeme, wollte man das Geld nicht grad verschwenden, als daran
gedacht wurde, das neue Verwaltungsgebäude im Innovationspark "Bonn-Visio"
geothermisch heizen und kühlen zu lassen. Auf dem Gelände der ehemaligen Zementfabrik im
Stadtteil Beuel entsteht moderner Bürobau mit 12.000 m2 und zusätzlichen 2.000 m2
Tiefgaragenfläche. Einbezogen in das Ensemble in der Nähe des Rheinufers sind ein
Villengebäude und ein Wasserturm, beide unter Denkmalschutz stehend.
Die Bauherrin übertrug dem mit der technischen Gesamtplanung beauftragten Unternehmen
die Aufgabe, die Betriebskosten des neuen Veraltungsbaus so niedrig wie möglich zu halten
und dennoch eine ökologisch optimale Lösung zu entwickeln. Da kam sehr schnell die
Erdwärme ins Spiel. Die Geothermie-Spezialisten der EWS Erdwärme-Systeme GmbH aus
Delbrück erarbeiteten dafür ein Konzept, deren Herzstück eine
Grundwasser-Wärmepumpenanlage stellt.
In diesen Tagen wurden die vier erforderlichen Brunnenbohrungen - je zwei Förder- und
Schluckbrunnen - fertiggestellt. Jede Bohrung verfügt über eine Kapazität von 16 Litern
pro Sekunde. Die Heizleistung dieses Systems beträgt ca. 600 kW, die Kühlleistung rund
550 kW. Gegenüber konventionellen Anlagen konnten durch den Einsatz dieser ebenso
intelligenten wie innovativen Technologie Betriebskosten von jährlich 20.000 Euro
eingespart werden. Für die Bauherrin amortisieren sich die Mehraufwendungen in die
Investition damit bereits nach drei Jahren.
Berechnet auf eine Anlagenlaufzeit für die Wärmepumpe von mindestens 20 Jahren, spart
die GWI AG damit über 300.000 Euro ein, Geld, für das man sicherlich eine bessere
Verwendung findet, als es zu verfeuern. Die Brunnenbohrungen stehen natürlich auch noch
nach zwei Jahrzehnten weiterhin zur Verfügung.
"Durch das optimale Zusammenspiel zwischen technischer, geothermischer und
geologischer Planung und dadurch, dass die Wärmeversorgung und die Klimakälteerzeugung
aus der gleichen - erneuerbaren - Energiequelle bezogen werden, sind Heiz- und Klimaanlage
der GWI AG jedem anderen System ökonomisch und ökologisch haushoch überlegen," so
EWS-Geschäftsführer Oliver Kohlsch.
Quelle: EWS Erdwärme-Systemtechnik GmbH & Co. KG