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Diesel-Rußfilter nur für Limousinen und gegen Aufpreis

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Fachbericht | Wörter: 857 | Aufrufe: 12602 | Druckbare Version

Diesel-Rußfilter kommen, aber nur für Limousinen und gegen Aufpreis

von Sven Geitmann, Hydrogeit

In der lebhaften, monatelangen Diskussion über die Einführung der Dieselrußfilter ist es jetzt bei der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt zu einem Wendepunkt gekommen. Gleich mehrere Automobilhersteller und Zulieferunternehmen präsentierten Partikelfilter und verkündeten die serienmäßige Einführung dieser Technik noch in diesem Herbst.

Der Französische Konzern PSA Peugeot Citroën bietet als einziges Unternehmen bereits seit längerem diese neue, umweltschonende Technologie an. Zur IAA konnte daher Peugeot als erster Hersteller der Welt seinen Kunden mit dem 307 HDi FAP 135 den ersten Diesel-Pkw anbieten, der bereits jetzt serienmäßig mit dem Rußpartikelfiltersystem FAP ausgestattet ist und schon heute die Abgas-Grenzwerte der Euro 4-Norm erfüllt. Die Franzosen setzen damit ihre Vorreiterrolle in der FAP-Technologie fort, die mit der Premiere des ersten Rußpartikelfilters vor mehr als drei Jahren im Peugeot 607 begonnen hatte. Das von Peugeot entwickelte Rußpartikelfiltersystem FAP bewirkt eine Reduzierung der Dieselpartikel im Abgas auf die Grenze des Messbaren.

Abb. 1: Partikelfilter-System FAP von Peugeot
FAP-Filter
Quelle: PSA Peugeot Citroën

Der 307 HDi FAP 135 kann bereits seit dem 9. September 2003 bei den Peugeot-Partnern bestellt werden, dies gilt sowohl für die drei- oder fünftürige 307 Limousine als auch den Break und den 307 SW. Die neue Technologie ist im dreitürigen 307 Tendance HDi FAP 135 bereits ab 19.950 Euro erhältlich. Im Vergleich zum ebenfalls serienmäßig mit FAP angebotenen 2,0-Liter HDi mit 79 kW (107 PS) beträgt der Preisunterschied für das neue Euro 4-Triebwerk mit 100 kW (136 PS) rund 1.200 Euro. Für diesen sehr moderaten Mehrpreis erhalten die Kunden neben der um 21 kW (29 PS) höheren Leistung serienmäßig auch das neue Sechsganggetriebe, das neben einem optimierten Durchzugsvermögen auch einen niedrigeren Geräuschpegel verursacht. Dazu profitieren die Kunden von Einsparungen bei der Kfz-Steuer: Durch die Einstufung nach Euro 4 kommt der Autobesitzer dieser Modelle in den Genuss eines Steuervorteils in Höhe von bis zu 613,55 Euro.

Der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Prof. Dr. Andreas Troge, äußerste sich anlässlich der Internationalen Automobil Ausstellung zu diesem Thema mit den Worten: "Es freut mich, dass auf der IAA nahezu alle Automobilhersteller und viele Unternehmen der Zulieferindustrie Partikelfiltersysteme anbieten werden." In diesem Zusammenhang kritisierte er Ankündigungen einzelner Hersteller, bei Neufahrzeugen die Partikelfilter nur gegen einen Aufpreis von bis zu 600 Euro anzubieten. Er forderte die Automobilindustrie auf, Diesel-Neufahrzeuge ohne Mehrkosten mit Partikelfilter auszurüsten.

Beinahe auf den Tag genau vor zwei Jahren, am 7. September 2001, hatte die Umweltschutz-Organisation Greenpeace juristische Schritte gegen die Automobilindustrie und das Kraftfahrtbundesamt (KBA) eingeleitet und damit die öffentliche Debatte eröffnet. Vor einem Jahr, im September 2002, hatte Greenpeace dann einen gebrauchten Mercedes 220 CDI mit einem Dieselruß-Partikelfilter vorgestellt, der beste Testergebnisse lieferte. Seitdem ist Bewegung in die Autoindustrie gekommen.

Günter Hubmann, Auto-Experte bei Greenpeace, zog anlässlich der IAA eine Zwischenbilanz und kritisierte: "Es kann nicht sein, dass sie (VW und DaimlerChrysler) sich hier auf der Messe für die Partikelfilter für große Wagen feiern lassen und die kleinen Wagen nur gegen Aufpreis mit dem lebensrettenden Filter ausgestattet werden." Mercedes-Benz hatte angekündigt, ab Oktober dieses Jahres Diesel-Partikelfilter für seine Vierzylinder-Dieselmodelle der C- und E-Klasse anzubieten, die die EU-4-Abgasnom erfüllen. Ab Januar 2004 sollen die CDI-Sechszylinder der E- und S-Klasse folgen.

Volkswagen ließ passend dazu verlautbaren, dass noch im Herbst diesen Jahres die VW-Kunden den Passat TDI (2,0 l Hubraum und 100 kW Motorleistung) mit serienmäßigem Dieselpartikelfilter erwerben könnten. Darüber hinaus hieß es, Fahrzeuge, die die Grenzwerte der Euro4-Norm durch innermotorische Maßnahmen nicht erfüllen, würden serienmäßig sukzessiv mit einem Dieselpartikelfilter ausgerüstet. Bei Fahrzeugen, die diese Hürde auch ohne Filter nehmen, will Volk

swagen diesen optional anbieten.



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