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Energiesparen bei Großgeräten

Fachbericht | Wörter: 543 | Aufrufe: 5201 | Druckbare Version

In deutschen Privathaushalten geht der größte Teil des Energiehaushalts auf die Bereitstellung von Wärme zurück. Somit ist es in diesem Bereich zunehmend wichtig, auf die notwendigen Eigenschaften bei Großgeräten wie Wärmepumpen und dem passenden Heizungssystem zu achten. Durch den Einsatz von Wärmepumpen kann die natürlich Wärmeenergie der Umwelt zum Heizen genutzt werden - doch ganz ohne elektrischen Strom funktioniert auch diese Technik nicht. Schon beim Kauf sollten wichtige Effizienzparameter berücksichtigt werden, damit auch die Folgekosten im Rahmen bleiben.

Energieeffizienzlabel vereinfacht künftig Kaufentscheidung bei Wärmepumpen

Den größten Nutzen haben Wärmepumpen, die die Erdwärme verwenden - allerdings ist hier wegen des notwendigen Verlegens der Heizschleifen im Boden auch der Investitionsaufwand am größten. Luftwärmepumpen machen sich die Außenluft zunutze, was aber besonders in kalten Wintern einen schlechten Wirkungsgrad zur Folge hat. Um eine Vergleichbarkeit herzustellen, wird bei einer Wärmepumpe die Jahresarbeitszahl (JAZ) ausgewiesen. Dabei handelt es sich um einen Faktor, der beschreibt, wie groß die nutzbare Wärmeenergie im Verhältnis zur eingesetzten ist. Üblicherweise liegt dieser Wert im Bereich von vier - für jede genutzt Kilowattstunde Strom erzeugt die Wärmepumpe also den vierfachen Heizwert.

Deutlich wird daraus auch, wie wichtig diese Angabe für den Energieverbrauch ist. Dabei handelt es sich allerdings um einen Durchschnittswert, der den schlechteren Wirkungsgrad im Winter bereits beinhaltet. Die Jahresarbeitszahl dient auch als Grundlage für das neue Energieeffizienzlabel ErP: Was jeder Konsument von Elektrokleingeräten bereits kennt, wird ab September 2015 auch für Wärmepumpen und Warmwasserbereiter eingeführt. AEG Haustechnik führt die Kennzeichnung schon früher ein, wie aus dieser Pressemitteilung hervorgeht. Mit dem Label werden diese Gerätetypen nach Energieeffizienz in Kategorien von A bis G eingeteilt. Damit dürfte die Kaufentscheidung noch einfacher fallen.

Heizung mit geringer Vorlauftemperatur spart Energie

Bei einem Heizungssystem sollte bei der Anschaffung bereits darauf geachtet werden, dass die Vorlauftemperatur möglichst gering ausfällt - etwa 30 bis 35 Grad Celsius sind bei Heizungsanlagen mit Wärmepumpen heute üblich. Mit dieser Vorlauftemperatur ist die Wärme des Wassers gemeint, welches der Heizung zugeführt wird. Je höher der Wert, desto stärker muss natürlich auch die Wärmepumpe heizen. Dass eine wirkungsvolle Wärmedämmung für eine energiesparende Heizungsanlage notwendig ist, dürfte den meisten Menschen klar sein. Nicht jedem bekannt ist allerdings das richtige Heizen: Häufig werden die Heizkörper tagsüber heruntergedreht, um Energie zu sparen. Dabei wird allerdings umso mehr Energie benötigt, wenn die Räume wieder auf Zimmertemperatur geheizt werden. Insgesamt wird also bei konstanten Temperaturen weniger Energie benötigt.

Durchlauferhitzer nah am Verbrauchsort anbringen

Sind in der Wohnung noch alte Boiler vorhanden, sollte eine Umrüstung auf moderne Durchlauferhitzer in Betracht gezogen werden. Die verbrauchen nämlich nur so viel Energie, wie bei der Benutzung tatsächlich auch in Anspruch genommen wird. Der Boiler hält eine bestimmte Menge Warmwasser hingegen immer auf Temperatur - eine unnütze Energieverschwendung. Um die Verluste beim Durchlauferhitzer so gering wie möglich zu halten, sollte das Gerät so nah wie möglich an der Dusche angebracht werden.


Die Leitungen, die das heiße Wasser führen, sollten so kurz wie möglich ausfallen, weil es sonst natürlich zu einem Verlust an Wärmeenergie kommt. Lange Leitungswege sind auch aus Komfortgründen nicht ratsam, weil es dann nach dem Einschalten lange dauert, bis das erhitzte Wasser beim Verwender ankommt. Außerdem sollte die eingestellte Temperatur auch der gewünschten Wärme entsprechen. Ein höheres Aufheizen und nachfolgendes Abkühlen durch die Mischsäule ist aus energetischer Sicht nicht sinnvoll.

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