Zum Inhalt springen

Neue Wasserstoff-Tankstelle für Hamburg

Seite: 1/2
Fachbericht | Wörter: 593 | Aufrufe: 13073 | Druckbare Version

Einweihung der zweiten Hamburger Wasserstoff-Tankstelle mit 3 nagelneuen Brennstoffzellen-Bussen

von Sven Geitmann, Hydrogeit

Am 15. September hat Hamburg eine zweite Wasserstoff-Tankstelle erhalten, an der zukünftig drei neue Citaro Brennstoffzellen-Busse betankt werden sollen.

            Abb. 1: Wasserstoff-Tankstelle auf dem Betriebsgelände der Hamburger Hochbahn AG

            HH2-Tankstelle

            Quelle: Hamburger Hochbahn AG

Die neue Tankstelle in Hamburger steht ebenso wie die Wasserstoff-Produktionsanlage auf dem Hochbahn-Betriebshof im Ortsteil Hummelsbüttel. Die Hamburger Hochbahn AG ist gemeinsam mit der Hamburgischen Electricitäts-Werke AG (HEW) und der Deutschen BP AG für den Betrieb der Tankstelle sowie eines H2-Info-Punktes zuständig. Der für die Betankung benötigte Wasserstoff wird hierbei per Elektrolyse aus regenerativ erzeugtem Strom (Windenergie) hergestellt. Dazu erklärte Holger Grubel, HEW-Projektleiter für Innovative Energiesysteme: "Mit Hilfe eines Zertifikat-Systems sorgt die HEW dafür, dass jede Kilowattstunde, die hier verbraucht wird, an anderer Stelle durch Strom aus erneuerbaren Energien wieder eingespeist wird." Als Betreiberfirma der Busse will die Hamburger Hochbahn Aktiengesellschaft (HHA) die Fahrzeuge während der zweijährigen Erprobungsdauer in der Hamburger Innenstadt und im Hafenbereich im Linienverkehr einsetzen.

Bei den Mercedes-Benz Bussen mit Brennstoffzellen-Antrieb handelt es sich um technologische Nachfolger des NEBUS (New Electric Bus) von DaimlerChrysler, ein Prototyp auf Basis des Stadtlinienbusses O 405 aus dem Jahr 1997. Die neuen zwölf Meter langen Citaro Busse haben eine Reichweite von circa 200 Kilometern, eine Beförderungskapazität von bis zu 70 Fahrgästen, verfügen über eine allgemeine Straßenzulassung für den Linienverkehr und kosten jeweils rund 1,25 Mio. EUR. Die Brennstoffzellen-Einheiten (2 Stacks mit insgesamt 200 kW Ausgangsleistung) und die gasförmigem Wasserstoff befüllten Druckgas-Flaschen (350 bar) sind auf den Dächern untergebracht. Die Spitzengeschwindigkeit beträgt bis zu 80 km/h.

Der Einsatz von Wasserstoff als Kraftstoff ist insbesondere für Lieferdienste und den Flottenverkehr mit Bussen und Taxen geeignet, weil diese Fahrzeuge immer wieder zum Betriebshof mit der zentralen Tankstelle zurückkehren. Dazu sagte DaimlerChrysler Vorstand Dr. Eckhard Cordes: "Der Stadtbus-Verkehr ist das ideale Feld, um die Brennstoffzelle als Fahrzeug-Antrieb in der Praxis zu erproben." Die Betankung eines Busses an der Zapfsäule dauert etwa 10 Minuten und ist genauso einfach wie die Betankung mit Dieselkraftstoff.

Das Vorhaben ist Teil des ("Clean Urban Transport for Europe") CUTE-Projektes, ein mit 21 Mio. EUR von der Europäischen Union gefördertes Demonstrationsprojekt, das den Einsatz von Wasserstoff als Bus-Treibstoff unterstützt und in neun verschiedenen Großstädten durchgeführt wird. Den Auftakt zu dieser europaweiten Aktion hat bereits im April eine Tankstelle in Reykjavik/Island gemacht, die an CUTE angekoppelt ist. Das dortige Vorhaben läuft im Rahmen des isländischen ECTOS-Projektes (Ecological City Transport System), einem "Schwesterprojekt" von CUTE, bei dem seit August drei Omnibusse mit Wasserstoff-Antrieb bei den Verkehrsbetrieben

von Reykjavik erprobt werden.



Diesen Artikel empfehlen:




Vorheriger Bericht zum Thema Wasserstoff
Wasserstoff - Energieträger der Zukunft ?! Wasserstoff - Energieträger der Zukunft ?!
Nächster Bericht zum Thema Wasserstoff
Durchbruch beim Wasserstoff-Verbrennungsmotor Durchbruch beim Wasserstoff-Verbrennungsmotor