Einweihung der zweiten Hamburger Wasserstoff-Tankstelle mit 3
nagelneuen Brennstoffzellen-Bussen
von Sven Geitmann, Hydrogeit
Am 15. September hat Hamburg eine zweite Wasserstoff-Tankstelle erhalten, an der zukünftig
drei neue Citaro Brennstoffzellen-Busse betankt werden sollen.
Abb. 1:
Wasserstoff-Tankstelle auf dem Betriebsgelände der Hamburger Hochbahn AG
Quelle: Hamburger
Hochbahn AG
Die neue Tankstelle in Hamburger steht ebenso wie die Wasserstoff-Produktionsanlage auf
dem Hochbahn-Betriebshof im Ortsteil Hummelsbüttel. Die Hamburger Hochbahn AG ist
gemeinsam mit der Hamburgischen Electricitäts-Werke AG (HEW) und der Deutschen BP AG für
den Betrieb der Tankstelle sowie eines H2-Info-Punktes zuständig. Der für die Betankung
benötigte Wasserstoff wird hierbei per Elektrolyse aus regenerativ erzeugtem Strom
(Windenergie) hergestellt. Dazu erklärte Holger Grubel, HEW-Projektleiter für Innovative
Energiesysteme: "Mit Hilfe eines Zertifikat-Systems sorgt die HEW dafür, dass jede
Kilowattstunde, die hier verbraucht wird, an anderer Stelle durch Strom aus erneuerbaren
Energien wieder eingespeist wird." Als Betreiberfirma der Busse will die Hamburger
Hochbahn Aktiengesellschaft (HHA) die Fahrzeuge während der zweijährigen Erprobungsdauer
in der Hamburger Innenstadt und im Hafenbereich im Linienverkehr einsetzen.
Bei den Mercedes-Benz Bussen mit Brennstoffzellen-Antrieb handelt es sich um
technologische Nachfolger des NEBUS (New Electric Bus) von DaimlerChrysler, ein Prototyp
auf Basis des Stadtlinienbusses O 405 aus dem Jahr 1997. Die neuen zwölf Meter langen
Citaro Busse haben eine Reichweite von circa 200 Kilometern, eine Beförderungskapazität
von bis zu 70 Fahrgästen, verfügen über eine allgemeine Straßenzulassung für den
Linienverkehr und kosten jeweils rund 1,25 Mio. EUR. Die Brennstoffzellen-Einheiten (2
Stacks mit insgesamt 200 kW Ausgangsleistung) und die gasförmigem Wasserstoff befüllten
Druckgas-Flaschen (350 bar) sind auf den Dächern untergebracht. Die
Spitzengeschwindigkeit beträgt bis zu 80 km/h.
Der Einsatz von Wasserstoff als Kraftstoff ist insbesondere für Lieferdienste und den
Flottenverkehr mit Bussen und Taxen geeignet, weil diese Fahrzeuge immer wieder zum
Betriebshof mit der zentralen Tankstelle zurückkehren. Dazu sagte DaimlerChrysler
Vorstand Dr. Eckhard Cordes: "Der Stadtbus-Verkehr ist das ideale Feld, um die
Brennstoffzelle als Fahrzeug-Antrieb in der Praxis zu erproben." Die Betankung eines
Busses an der Zapfsäule dauert etwa 10 Minuten und ist genauso einfach wie die Betankung
mit Dieselkraftstoff.
Das Vorhaben ist Teil des ("Clean Urban Transport for Europe")
CUTE-Projektes, ein mit 21 Mio. EUR von der Europäischen Union gefördertes
Demonstrationsprojekt, das den Einsatz von Wasserstoff als Bus-Treibstoff unterstützt und
in neun verschiedenen Großstädten durchgeführt wird. Den Auftakt zu dieser europaweiten
Aktion hat bereits im April eine Tankstelle in Reykjavik/Island gemacht, die an CUTE
angekoppelt ist. Das dortige Vorhaben läuft im Rahmen des isländischen ECTOS-Projektes
(Ecological City Transport System), einem "Schwesterprojekt" von CUTE, bei dem
seit August drei Omnibusse mit Wasserstoff-Antrieb bei den Verkehrsbetrieben von Reykjavik
erprobt werden.