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Heizkosten im vergangenen Jahr gesunken - Gutschein Heizgutachten

Fachbericht | Wörter: 758 | Aufrufe: 6874 | Druckbare Version

Eine gute Nachricht, aber längst kein Grund zur Entwarnung: 2009 sind die Heizkosten im Durchschnitt um 14 Prozent gesunken. Das geht aus dem Bundesweiten Heizspiegel 2010 hervor. „14 Prozent klingt zunächst nach viel. Doch das ist kein dauerhafter Preisrückgang. Bereits in den ersten Monaten dieses Jahres sind die Energiepreise wieder stark gestiegen“, sagt Dr. Johannes D. Hengstenberg, Geschäftsführer der gemeinnützigen co2online GmbH.

Neuer Heizspiegel veröffentlicht
Die Entwicklungen und Trends beim Heizen analysiert co2online seit sechs Jahren im Rahmen des jährlich erscheinenden Bundesweiten Heizspiegels und zahlreicher Kommunaler Heizspiegel. Der Bundesweite Heizspiegel 2010 mit Daten für das Abrechnungsjahr 2009 wurde im Mai der Öffentlichkeit vorgestellt. Er enthält statistische Vergleichswerte zu Heizkosten, Heizenergieverbrauch und durch Heizen verursachte CO2-Emissionen, jeweils unterteilt nach den Energieträgern Heizöl, Erdgas und Fernwärme. Für die Erstellung dieser Vergleichsdaten hat co2online knapp 80.000 Gebäude aus dem gesamten Bundesgebiet ausgewertet. Mit den Daten des Bundesweiten Heizspiegels 2010 und der eigenen Heizkostenrechnung können Mieter und Eigentümer schnell und unkompliziert den wärmetechnischen Zustand ihres Gebäudes beurteilen: Liegt der Heizenergieverbrauch im Durchschnitt? Waren die Heizkosten zu hoch? Ein Vergleich mit den Heizspiegelwerten gibt Aufschluss.

Heizöl billiger, Fernwärme teurer
Jeder Haushalt in Deutschland hat 2009 durchschnittlich 718 Euro für die Raumwärme ausgegeben. Dabei kostete das Heizen einer 70-Quadratmeter-Wohnung mit Heizöl im Schnitt 620 Euro. Das sind 260 Euro oder 30 Prozent weniger als noch im Jahr zuvor. Die Nutzung einer Erdgasheizung kostete mit 785 Euro 15 Euro weniger als 2008, während die Heizkosten für Fernwärme im gleichen Zeitraum um 20 Euro auf 860 Euro stiegen. Den stärksten Einfluss auf den zwischenzeitlichen Rückgang der Heizkosten hat die Entwicklung des Ölpreises.

Energieverbrauch leicht gesunken
Der Heizenergieverbrauch ist im Abrechnungsjahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr um knapp zwei Prozent gesunken – trotz der kälteren Witterung. „Bereits vorgenommene Modernisierungen und geändertes Nutzerverhalten sind dafür verantwortlich", sagt Hengstenberg. Aber es gibt nach wie vor sehr viel Einsparpotenzial, das ausgeschöpft werden kann. „Dafür müssten mehr Häuser in Deutschland besser gedämmt und mit effizienten Heizkesseln sowie funktionierenden Thermostatventilen ausgestattet werden“, so Hengstenberg. Mit diesen Maßnahmen kann beispielsweise der Heizenergieverbrauch von Altbauten um mehr als die Hälfte verringert werden.

Steigende Kosten für Mieter erwartet
Der Deutsche Mieterbund, Kooperationspartner des Bundesweiten Heizspiegels, warnt vor steigenden Heizkosten bereits in diesem Jahr: „Die aktuelle Entlastung bei den Heizkosten ist trügerisch“, sagt Lukas Siebenkotten, Direktor des Mieterbundes. „Heizen wird 2010 wieder teurer werden. Gegenüber dem Vorjahr sind die Ölpreise im ersten Quartal 2010 stark gestiegen – im Januar um 7 Prozent, im Februar um 13,8 Prozent und im März um 32,1 Prozent. Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Gasversorger nachziehen“, weiß Siebenkotten. Gerade wegen dieses starken Preisanstieges ist eine konsequente energetische Modernisierung des Wohngebäudebestands unverzichtbar. Nur so können sich Mieter langfristig unabhängiger von der Energiepreisentwicklung machen. Und nur auf diesem Weg ist konsequenter Klimaschutz möglich. Schließlich produziert die Gesamtheit der Privathaushalte in Deutschland mittlerweile mehr CO2 als die gesamte deutsche Industrie (Quelle: Umweltbundesamt).

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Kostenloses Gutachten hilft sparen
Ziel des Heizspiegels ist es, wichtige energetische Modernisierungen im Gebäudebereich anzustoßen. Wird beim Vergleich mit den Heizspiegeldaten Sparpotenzial festgestellt, nimmt im nächsten Schritt das kostenlose Heizgutachten die Heizkostenabrechnung oder Energierechnung genauer unter die Lupe. Das Gutachten analysiert detailliert den energetischen Zustand des Gebäudes und der Wohnung und schlägt konkrete Schritte und Modernisierungen vor, um die Heizkosten zu senken. Damit können Mieter und Eigentümer erfahren, wo und in welchem Umfang Sparpotenziale bestehen. Mieter erhalten dazu eine fachliche Stellungnahme, mit der sie ihren Vermieter über das Ergebnis der Heizkostenanalyse informieren können. Weiterhin bewertet das Heizgutachten ab sofort auch die Heiznebenkosten. Diese bisher kaum berücksichtigten Ausgaben für den Messdienstleister, die Wartung der Heizung und den Betriebsstrom werden automatisch auf die Mietparteien umgelegt und machen zwischen zehn und 20 Prozent der Heizkosten aus. Das erweiterte Heizgutachten zeigt, wo Mietern bei den Heiznebenkosten unnötige Ausgaben entstehen und wie diese – etwa durch einen Wechsel des Messdienstleisters – vermieden werden können. Einen Gutschein für das kostenlose Heizgutachten finden Sie auf den Seiten des Energieportals 24 => Hier Gutschein download
en (PDF, 36,7 KB)


Heizspiegel, Heizgutachten und Heizspiegelkampagne
Heizspiegel und Heizgutachten werden im Rahmen der von co2online initiierten Heizspiegelkampagne erstellt. Diese Kampagne wird durch die Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums gefördert. Seit 2005 wird der Bundesweite Heizspiegel jährlich veröffentlicht. Mieter und Hauseigentümer haben bereits 35.000 kostenlose individuelle Heizgutachten bezogen. Für die größte Migrantengruppe in Deutschland gibt es den Heizspiegel auch in türkischer Sprache.

Der Bundesweite Heizspiegel kann als 16-seitige Broschüre kostenlos beim Deutschen Mieterbund in 10169 Berlin angefordert werden – mit dem Kennwort „Heizspiegel“ und einem mit 0,90 Euro frankierten DIN-lang-Rückumschlag. Außerdem kann der Bundesweite Heizspiegel kostenlos auf www.heizspiegel.de heruntergeladen werden.

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