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Mobilität der Zukunft: Wasserstoffautos & Brennstoffzellenautos

Fachbericht | Wörter: 401 | Aufrufe: 9830 | Druckbare Version

Die Wasserstofftechnik gilt als die ultimative Zukunftstechnologie, die effizient, sauber und nachhaltig für die Mobilität von morgen sorgen soll. Sie wird mittlerweile gleichgesetzt mit Begriffen wie „Fortschritt“ und „Innovation“. Wasserstofffahrzeuge werden schon jetzt angekündigt als umweltschonende Null-Emissionen-Fahrzeuge, die heutige Energieprobleme lösen und gleichzeitig für neuen Fahrspaß sorgen sollen, obwohl es noch gar keine Exemplare auf dem Markt gibt. Die Erwartungen sind sehr hoch, so dass unweigerlich die Frage aufkommt, ob diese hochgesteckten Ziele überhaupt erreichbar sind.

Elektrotechnik gewinnt an Bedeutung

Brennstoffzellenautos verfügen über deutlich weniger Einzelkomponenten als konventionelle Fahrzeuge. Ein Getriebe mit fünf oder mehr Gängen gehört der Vergangenheit an. An die Stelle des schmutzigen, ewig durchrostenden Abgasstranges tritt ein sauberes Abluftrohr, aus dem nur Wasserdampf kommt. Selbst die leistungsmindernde Lichtmaschine ist künftig überflüssig. Lärmende, vibrierende Verbrennungsmotoren werden ersetzt durch Brennstoffzellen und Elektromotoren. Beides sind kompakte Aggregate, die gänzlich ohne Ölsumpfschmierung auskommen und über sehr wenig bewegte Teile verfügen. Allerdings muss die Kühlung deutlich größer dimensioniert werden. Zudem kommen neue Elemente der Leistungs- und Regelungselektronik hinzu.

Derartige Aussichten deuten bereits an, dass die bisherigen Motorenschmieden allmählich zu Elektrowerkstätten werden. Und tatsächlich gibt es für diese Umorientierung mehrere Indizien. Die meisten Autokonzerne versuchten zunächst im Rahmen ihrer bisherigen Entwicklungsarbeiten mit Hilfe von fremdgefertigten Brennstoffzellen die generelle Realisierbarkeit von wasserstoffbetriebenen Pkw zu überprüfen. Nachdem diese Versuche größtenteils positiv - wenn auch nicht problemlos - verliefen, entschieden sich die Führungsriegen meist für Eigenentwicklungen. Da die Brennstoffzelle das zentrale Element im Antriebssystem der Zukunft darstellt, sollen auch künftig so viele Module wie möglich aus den hausinternen Ideenschmieden stammen.

Kein Entweder-Oder

Am Ende wird es voraussichtlich nicht darum gehen, welche Technik letztlich siegen wird. Alle Antriebsarten haben gute Chancen. Letztlich entscheidet jedoch der Markt, also der Kunde, was er fahren will. Der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband (DWV) geht davon aus, dass ebenso viele Autos mit Brennstoffzellenantrieb wie Autos mit H2-Verbrennungsmotor auf die Straße gebracht werden. Zunächst ist erst einmal wichtig, dass ausreichend Wasserstofffahrzeuge auf den Straßen sind.

Derzeit ist die Tankstellendichte allerdings noch nicht annähernd für den täglichen Betrieb auf deutschen Straßen geeignet, es gibt gerade einmal eine Handvoll Betankungsstationen. Deswegen gibt es Überlegungen, durch eine Kooperation mehrerer Unternehmen einen Autobahnring in Deutschland mit ausreichend H2-Stationen zu versorgen (alle 50 km), so dass zumindest längere Testfahrten möglich und die verschiedenen Forschungsstandorte miteinander verbunden werden könnten.

Die Notwendigkeit zur Umorientierung ist inzwischen auch in der Politik angekommen. Im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms werden insgesamt rund 1,4

Mio. Euro für so genannte Leuchtturmprojekte in der Wasserstoffbranche zur Verfügung gestellt.

Autor:
Dipl.-Ing. Sven Geitmann
Buchautor – Leiter des Hydrogeit Verlages – Herausgeber der HZwei
www.hydrogeit.de, www.hzwei.info



Abb. 1: BZ-Autos emittieren nichts als heißen Wasserdampf
Foto: Sven Geitmann

Abb. 2: Hydrogen Highway
Quelle: Linde

Abb. 3: Berliner Tankstelle für Wasserstoff, Erdgas & Autogas
Foto: Sven Geitmann



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