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Praxest mit autarkem BZ-Solar-System

Praxistest mit autarkem BZ-Solar-System

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Praxistest mit autarkem BZ-Solar-System Ein kleines feines Ferienhaus an der Ostsee, einige Kilometer im Landesinneren, etwas abgelegen am Rande eines Dörfchens, mit schönem Blick über die Landschaft – aber ohne Stromanschluss. Wie sollen sich dort erholsame Urlaubstage verbringen lassen?

Fernsehen möchte hier niemand, schließlich ist es draußen viel schöner. Und auch die Anwesenheit einer Mikrowelle oder dergleichen ist hier unerwünscht, denn das pure Leben mit der Natur steht im Vordergrund. Viel Energie ist also nicht notwendig. Lediglich eine Glühbirne sollte nachts für etwas Beleuchtung sorgen können. Und natürlich ist auch die Kühlung der Lebensmittel notwendig, obwohl es hier selbst tagsüber selten richtig heiß wird.

In diesem Ambiente testet Familie Porsch zwölf Monate lang das Brennstoffzellen-Solar-Hybridsystem von udomi, ob es die Minimalversorgung einer netzfernen Ferienhütte sicherstellen kann.

Zunächst müssen dafür die geeigneten Komponenten gefunden werden. Wie viel Leistung wird maximal benötigt? Die Beantwortung dieser Frage gestaltet sich als gar nicht so einfach, denn die Porschs sind technisch nicht sonderlich bewandt und können ihren Eigenenergiebedarf nur schwer einschätzen. Udo Michelfelder entscheidet sich daher für das größte Modul, die EFOY 1600 mit einer Maximalleistung von 65 Watt. Ergänzend wählt er ein monokristallines Photovoltaikmodul für Inselanwendungen, das 85 Wp liefern kann, sowie ein Bleiakku mit einer Kapazität von 90 Ah.

Innerhalb eines Nachmittags installiert er das System in dem Ferienhäuschen an der Ostsee. Der Aufbau des Solarpanels gestaltet sich auf dem nach Norden geneigten Eternitdach zwar etwas schwierig, gelingt dann aber doch. Brennstoffzelle und Akkumulator werden – mitsamt eines Sinus-Wechselrichters (200 W; ? = 90 %) zur Akku-Aufladung – im wettergeschützten Vorraum installiert. Der alte Camping-Kühlschrank wird angeschlossen und alles funktioniert zunächst einwandfrei. Nur leider regnet es gleich am ersten Tag durch die Decke, weil die etwas maroden Dachabdichtungen durch die Installationsarbeiten los gerüttelt worden waren, was aber schnell wieder behoben werden kann.

Gleich die ersten Betriebsstunden zeigen, dass der Kühlschrank, der wahrlich keinen Energieeffizienzpreis gewinnen würde, einfach zu alt ist. Er zieht dauerhaft 100 W und schafft es dennoch nicht, die Temperatur im Gefrierfach unter den Nullpunkt zu kühlen. Es muss ein moderneres Kühlaggregat her: besser isoliert und mit weniger Leistung (max. 60 W DC). Dieses ist übers Internet schnell gefunden und wird beim nächsten Ostseeaufenthalt gegen den antiquierten Kasten ausgetauscht. Das Fassungsvermögen ist zwar auf 34 l beschränkt, aber er erfüllt seinen Zweck.

Tagsüber arbeitet die Solaranlage und speist die Batterie mit Strom. Sinkt deren Spannung unter den Schwellwert, schaltet sich automatisch das Brennstoffzellensystem ein und lädt den Akku wieder auf. Zudem sorgt der Gefrierschutz der Brennstoffzelle in Verbindung mit der Batterie dafür, dass das System im Winter nicht einfriert.

Der Energieverbrauch liegt somit äußerst niedrig. Bisher musste die Methanoltankpatrone noch kein Mal ausgewechselt werden. Ehepaar Porsch zeigt sich daher zufrieden. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es aber doch, denn im Betrieb erzeugt der Ventilator der Brennstoffzelle ein leises Geräusch. „Dieses Rauschen stört schon manchmal“, sagt Galina Porsch, räumt aber gleichzeitig ein: „Hier sind wir vielleicht nicht ganz repräsentativ, denn wir mögen es gerne absolut still um uns herum.“ Die 18-jährige Tochter ist indes überglücklich über das neue Energieversorgungssystem, denn nun kann sie endlich, wann immer sie möchte, problemlos ihr Handy aufladen und ist für ihren Freund auch im Urlaub stets erreichbar.

Ein herzlicher Dank geht an dieser Stelle an die Firmen Smart Fuel Cell AG und udomi, die freundlicherweise die benötigten Komponenten zur Verfügung gestellt haben.




Autor: Sven Geitmann



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