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Wärtsilä erprobt die WFC20

Fachbericht | Wörter: 468 | Aufrufe: 6765 | Druckbare Version

Der WFC20 a-Prototyp im Test

Nicht nur in Zentral-Europa, Amerika und Japan tut sich was an der Brennstoffzellenfront, auch im europäischen Norden wird an effizienten und zukunftsfähigen Energiewandlern gearbeitet. Im Rahmen eines finnischen Forschungsverbunds wurde in den vergangenen Jahren Know-how von verschiedenen Seiten zusammen gezogen, so dass mittlerweile ein betriebsfähiges Hochtemperaturbrennstoffzellen-System aufgebaut werden konnte. Das FINSOFC ist das nationale SOFC-Entwicklungsprogramm Finnlands, bei dem die Wärtsilä Corp. als größter Partner inzwischen eine 20-kW-Anlage betreibt.

Bereits seit 2000 beschäftigt sich Wärtsilä mit Festoxid-Brennstoffzellen für stationäre, dezentrale Anwendungen. Im Jahr 2004 konnte das Unternehmen aus Helsinki erste Erfolge mit dem Betrieb einer für 1 bis 5 kW ausgelegten Testanlage verbuchen, die aus insgesamt vier SOFC-Stacks bestand. 2006 erbrachte diese Anlage über 4.000 Betriebsstunden.

Im nächsten Schritt wurden gemeinsam mit den beteiligten Projektpartnern insgesamt 24 Stacks zu einem 20-kW-System zusammengeschlossen. Ende 2007 startete im Brennstoffzellenlabor in Espoo, Finnland zum ersten Mal die Aufwärmphase dieses Moduls. Bis auf 750 ºC wurde der mit Erdgas betriebene a-Prototyp mit der Bezeichnung WFC20 hochgefahren und wird seitdem betrieben. Der elektrische Wirkungsgrad soll bei über 42 % liegen. Damit wäre das drei Tonnen wiegende System (H: 1,65 m, B: 1,05 m, L: 3,29 m) für stationäre Anwendungen wie zum Beispiel Supermärkte, Datenzentren und Servicestationen geeignet und auch als APU (Auxiliary Power Unit) für maritime Anwendungen. Im Rahmen eines weiteren Projektes, das über zwei Jahre laufen wird, sollen zusätzlich zwei 50-kW-Module für den stationären und auch maritimen Einsatz angefertigt werden; eines für Erdgas und eines für Biogas. Noch größere Anlagen im Leistungsbereich von 50 bis 250 kW, die auch für Methanol kompatibel sein sollen, sind ab 2010 anvisiert.

Stacks von TOFC

Die Arbeit von Wärtsilä konzentriert sich auf die Integration aller benötigten Subsysteme (Reformer, Steuerung usw.), während die SOFC-Stacks vom Kooperationspartner Topsøe Fuel Cell A/S (TOFC) kommen. TOFC, gegründet im Jahr 2004, zählt mit seinen rund 70 Mitarbeitern zu den weltweit führenden SOFC-Entwicklern und ist ein 100%ig dänisches Tochterunternehmen von Haldor Topsøe A/S, mit dem Wärtsilä seit 2002 kooperiert. Ein weiterer wichtiger Entwicklungspartner ist das staatliche Technical Research Centre of Finland (VTT).

Wärtsilä, eigentlich ein Motoren- und Antriebssystemhersteller für Überseeschiffe sowie Kraftwerke und Energiedienstleister, möchte sich durch sein Engagement für die Zukunft wappnen, um eine nachhaltige Energieerzeugung sicherstellen zu können. Nach eigenen Angaben glaubt das 16.000 Mitarbeiter beschäftigende Großunternehmen fest daran, dass „Brennstoffzellentechnik eine der viel versprechendsten Energietechniken der Zukunft ist, wegen ihrer grundlegenden Vorteile bei der Energieerzeugung: Sauberkeit und hohe Effizienz.“

Nationale & Internationale Projekte

Gemeinsam mit zahlreichen weiteren finnischen Firmen bildete sich Anfang 2006 die Fuel Cell Finland Industry Group unter Leitung Erkko Fontells von Wärtsilä, um die gesamte Brennstoffzellenentwicklung weiter voranzutreiben. Der Verbund sucht zudem Kontakt zum Ausland, um das Betätigungsspektrum mit Hilfe internationaler Partner ausweiten zu können. Darüber hinaus ist Wärtsilä derzeit bei METHAPU involviert, einem auf 30 Monate angelegten Projekt, das im Rahmen des 6. EU-Förderrahmenprogramms aus Brüssel unterstützt wird. Hierbei geht es um den Test von erneuerbaren Kraftstoffen (z. B. Methanol) im maritimen Sektor. Gemeinsam mit Wallenius Marine und weiteren Partnern soll zunächst der Einsatz des 20-kW-Moduls als APU-Einheit untersucht werden, bevor dann Brennstoffzellen auch für den Antrieb vorgesehen werden können. Da

s Projekt läuft noch bis Mitte 2009.


Autor: Sven Geitmann
Quelle: Wärtsilä



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