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Erdgasfahrzeuge & Umrüstung

Fachbericht | Wörter: 763 | Aufrufe: 6691 | Druckbare Version

Erdgasfahrzeuge

Erdgasfahrzeuge blicken auf eine lange Geschichte zurück. In der Tat reicht diese Geschichte weiter zurück, als die von Fahrzeugen mit Benzinmotoren. Bereits im Jahr 1862 baute E. Lenoir ein Gasmotorenfahrzeug, 14 Jahre später lief der erste Viertakt-Ottomotor, auch er funktionierte durch die Verdichtung eines Gas-Luft-Gemischs. Dennoch konnten sich die Gasmotoren nicht durchsetzen. Mehr als 100 Jahre lang beherrschten Benzinmotoren ganz eindeutig das Geschehen. Erste seit Mitte der 1990er Jahre gewinnen Gas betriebene Verbrennungsmotoren auch hierzulande wieder an Bedeutung. Mittlerweile haben die meisten führenden Automobilhersteller auch Erdgasmodelle im Angebot.

Die Technik bei Erdgas-Fahrzeugen
Grundsätzlich unterscheidet man zwei verschiedene Versionen von Erdgasfahrzeugen: Fahrzeuge mit einem monovalenten und Fahrzeuge mit einem bivalenten Antrieb.

Von monovalenten Fahrzeugen spricht man, wenn die Gefährte nur mit Erdgas betrieben werden (sie besitzen allenfalls einen kleinen Nottank, der maximal 15 Liter Benzin fast). Bivalente Fahrzeuge sind für den Betrieb mit Erdgas und Benzin ausgerüstet. Ist der Erdgasvorrat aufgebraucht, wird automatisch auf Benzinbetrieb umgeschaltet. So bekommt der Erdgasautofahrer keine Probleme, falls die nächste Erdgastankstelle nicht in Sicht ist.

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Erdgasmotoren
Wie schon erwähnt, lief der erste Viertakt-Ottomotor mit Gas als Treibstoff. Das zeigt schon, dass sich die Motoren für Gas- und Benzinbetrieb nicht wesentlich voneinander unterscheiden. Genau wie Benzinmotoren werden Erdgasmotoren über spezielle Einblassysteme mit Treibstoff versorgt. Dabei erhält jeder einzelne Zylinder über ein elektronisch gesteuertes Magnetventil direkt den benötigten Treibstoff. Das System überwacht die Menge des eingeblasenen Gases und bestimmt den optimalen Zündzeitpunkt.

Bei modernen Erdgassystemen wird der Motor häufig mit Benzin gestartet und schaltet dann nach wenigen Sekunden in den Gasbetrieb um. Das Erdgas, das im Tank mit einem Druck von circa 200 bar gespeichert wird, muss nun zunächst entspannt werden, bis sich der Druck auf etwa 2 bar verringert hat. Dies geschieht im so genannten Erdgasdruckregler. Die dann folgende Gasdosiereinheit misst die für jeden Motortyp optimale Gasmenge ab. Danach wird sie aufgeteilt, in die einzelnen Ansaugrohre eingespeist und dort mit der Ansaugluft vermischt. Von diesem Punkt an funktionieren Erdgasmotoren analog zu den bekannten Benzin-Verbrennungsmotoren.

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Gastanks
An die Tanks von Erdgasfahrzeugen werden besondere Ansprüche gestellt. Dass es kein Wunder, denn hier lagert der Treibstoff unter sehr hohem Druck (200 bar). Sie werden für gewöhnlich aus Stahl oder einem Stahl- / Carbonfasergemisch hergestellt und müssen einen Druck von 600 bar standhalten können. Zudem riegeln Sicherheitsventile die Gaszufuhr sofort ab, wenn Gas ungewollt austritt. Im Fall einer besonders großen Wärmeentwicklung, wie sie beispielsweise bei einem Brand auftritt, sorgen weitere Ventile dafür, dass das Gas kontrolliert abgelassen wird, um den Druck im Tank zu verringern. Weitere Sicherheitsventile sorgen für einen reibungslosen und störungsfreien Betrieb. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Gastanks im Auto zu montieren. Bei der Unterfluranordnung montiert man die Tanks Platz sparend unter dem Fahrzeug. Sie lassen sich aber auch im Lade- oder Kofferraum unterbringen. Dann spricht man von einer Innenraumanordnung. Bei Pritschenwagen und Fahrzeugen mit Sonderaufbauten lassen sich die Gastanks unterhalb der Ladefläche befestigen. Bei Bussen platziert man die Gastanks häufig auf dem Dach, damit kein Platz im Innenraum verloren geht und ein größeres Tankvolumen möglich wird.

Fahrzeug Umrüstung
Grundsätzlich kann man jedes Fahrzeug mit einem Ottomotor auf Erdgasbetrieb umrüsten (mittlerweile gibt es auch erste Erfolge beim Versuch, Dieselmotoren für den Gasbetrieb fit zu machen). Dazu müssen ein Gastank, ein Zuleitungssystem zum Saugrohr und eine elektrische Steuerung an Bord des Fahrzeugs installiert werden. Diese Umbauten stellen allerdings einen erheblichen Eingriff in das Antriebssystem des Fahrzeugs dar. Daher ist es wichtig, die Arbeiten von einem auf Erdgasfahrzeuge spezialisierten Betrieb ausführen zu lassen. Eine Standortübersicht zertifizierter Nachrüstunternhemen fonden Sie hier.

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Erdgas tanken
Erdgas lässt sich mittlerweile bereits an vielen öffentlichen Tankstellen tanken. Der Tankvorgang selbst ist dabei nicht wesentlich komplizierter als das Betanken mit herkömmlichem Treibstoff. Die Füllkupplung, die genormt und bundesweit einheitlich ist, ersetzt hier die Zapfpistole. Die Betankungssysteme sind allerdings nicht einheitlich. In der Regel findet man eine Anleitung zum Bedienen der Zapfsäule gut sichtbar an jeder Erdgastankstelle. Während des gesamten Tankvorgangs entstehen keine giftigen Dämpfe und es bleiben keine Kraftstoffspuren an Händen oder Fahrzeug zurück.


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Erdgasfakten (Erdgaspreis)
Der Preis für 1kg Erdgas liegt je nach Region in Deutschland bei ca. 0,45 - 0,80 Euro. Dabei entspricht 1kg Erdgas in etwa einem Energiegehalt von 1,5 Liter Benzin. Somit fährt man mit Erdgas gegenüber Benzin- und Superkraftstoffen ca. 40-60 % günstiger. Zudem verbrennt Erdgas sehr sauber. Im Vergleich zu herkömmlichen benzinbetriebenen Fahrzeugen lässt mit einem erdgasbetriebenen Kfz die Bildung von Kohlenwasserstoffen und Stickoxiden um bis zu 80%, CO2 um ca. 20% reduzieren. Ein weiterer Vorteil: Es entstehen quasi keine Betankungsemissionen.

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