Zum Inhalt springen

Solarfahrzeuge: Solarmobile, Solarboote, Solartankstellen

Fachbericht | Wörter: 851 | Aufrufe: 10204 | Druckbare Version

Solarfahrzeuge
Die Geschichte der Solarmobile geht bis in die 1970er Jahre zurück. Damals baute der Brite Alan Freeman ein Ultraleichtfahrzeug, das den Strom für seinen Antrieb mit Solarzellen auf dem Dach gewann. Doch in diesem autoverrückten Jahrzehnt fand Freemans Vehikel - trotz der ersten großen Ölkrise - kaum Beachtung. Mitte der 1980er Jahre wurde es dann aber ernst. Waschendes ökologisches Bewusstsein, eine erste Ahnung davon, dass die weltweiten Ölquellen auch irgendwann einmal aufhören könnten zu sprudeln und sicherlich auch Spaß an der Technik führten u.a. zur Tour de Sol, einem Rennen für Solarmobilen in der Schweiz. Dieses Rennen ist sozusagen die Mutter aller Solarrennen. Von ihnen gibt es mittlerweile eine ganze Menge. Die Tour de Sol fand erstmals 1985 statt und wurde 1993 zum letzten Mal ausgetragen. Neben diesen - teilweise recht abenteuerlichen - Gefährten kam auch langsam die Entwicklung straßenverkehrstauglicher Solarmobile in Gang. Insbesondere Universitäten und einige kleinere Firmen taten sich hier als Pioniere hervor. Einige dieser Prototypen brachten es sogar zur Serienreife und wurde eine Zeit lang produziert.

Konstruktionsprinzipien
So unterschiedlich Solarfahrzeuge auch sein mögen, einige grundlegende Konstruktionsprinzipien sind ihnen allen gemeinsam.

Solarmobile werden von Elektromotoren angetrieben. Dabei ist es wichtig, dass die Antriebsaggregate möglichst wenig Strom verbrauchen, um so eine möglichst lange Reichweite der Fahrzeuge zu ermöglichen. Dies erfordert natürlich eine besonders leichte Bauweise. Pro Batterieladungen können die meisten Solarfahrzeuge Strecken von 80 bis 100 Kilometern zurücklegen.

Mobile Solargeneratoren
Während der Fahrt beziehen viele Solarmobile ihre Energie aus mitgeführten Batterien, die durch die Sonnenkollektoren aufgeladen werden. Einige Modelle verfügen allerdings auch über eine Technologie, die es ihnen erlaubt, den für die Fahrt benötigten Strom direkt aus den mitgeführten Solarmodulen zu beziehen. Allerdings sind es hauptsächlich für die bereits erwähnten Rennen konstruierte Fahrzeuge, die auf derartige Solargeneratoren zurückgreifen können. Sie verwenden Solarzellen mit einem Wirkungsgrad von ca. 20% und erzielen so auf einer Fläche von bis zu 2 mal 4 Metern eine Leistung von rund 1,5 kW. Im Vergleich dazu bringen es die Modelle, die auch im Straßenverkehr zum Einsatz kommen, auf durchschnittlich 100 bis 400 Watt. Das entspricht dann für eine tägliche Fahrleistung von ca. 8 bis 12 Kilometern. Der hauptsächliche Wert des Solargenerators auf dem Fahrzeugdach solcher Mobile liegt daher eher in der Verlängerung der Reichweite durch die Aufladung während längerer Parkpausen und im Frischhalten der Akkus, wenn das Fahrzeug längere Zeit steht.

Stationäre Solargeneratoren
Stationäre Solargeneratoren sind hingegen in der Lage, wesentlich mehr Leistung zu bringen. Diese werden auf Dächern und Fassaden montiert und funktionieren genau so, wie Solaranlagen für den Hausgebrauch. Auch speisen sie den produzierten Strom ins öffentliche Netz ein, die Solarmobile füllen dann ihre Batterien durch das Anschließen an das Stromnetz. Genau hier liegt auch der Grund, warum Fahrzeuge ohne eigenen Solargenerator, die auf diese Art und Weise betrieben werden, nicht von allen Experten zu den „wirklichen" Solarmodellen gerechnet werden. Schließlich lässt sich nicht zweifelsfrei feststellen, ob es sich bei dem „getankten" Strom auch um Solarstrom handelt. Sie sprechen in solchen Fällen lieber von konventionellen Elektromobilen.

Schlagworte: Solarboote, Solarautos, Kosten Solarfahrzeuge, Eletromotoren, Elektromotor, Solarmobile, Solarauto,...

Solartankstellen
Bei den so genannten Solartankstellen - auch Park & Charge Systeme genannt - handelt es sich um ein Netz öffentlich zugänglicher Stromtankstellen, die ihre Energie vorzugsweise aus Solarmodulen oder anderen erneuerbaren Energien beziehen. Besitzer von Elektrofahrzeugen erhalten gegen Pfand und eine Jahresgebühr einen Schlüssel, mit dem sie Zugang zu den Ladestationen erhalten. Die Jahresgebühr deckt dabei die Kosten für ein ganzes Jahr ab. Die Nutzung ist denkbar einfach: Nach dem Abstellen des Elektrofahrzeuges auf einem der reservierten Parkplätze öffnet der Nutzer mit seinem Schlüssel die Park & Charge-Stromtankstelle und schließt das Fahrzeug mit dem mitgeführten Ladekabel an. Anschließend wird die Ladestelle wieder verschlossen.

Schlagworte: Übersicht Solartankstellen, Stromtankstelle, Stromtankstellen, Ladestationen, Elektrofahrzeuge...

Energiebedarf von Solarfahrzeugen
Der Energiebedarf von Solarfahrzeugen richtet sich in erster Line nach dem Gewicht und dem Luftwiderstand. Messungen des Bundesverbands Solarmobil haben ergeben, dass ultraleichte Serienfahrzeuge mit weniger als 3kWh/100 km fahren. Selbst „normale" Serienfahrzeuge wie der Citroen AX Electrique kommen im Stadtverkehr noch auf einen Verbrauch von nur ca. 15 kWh/100km. Damit liegen sie - selbst wenn der verbrauchte Strom nicht zu 100% aus regenerativen Energien stammt - im Bereich der CO2-Emissionen (die bei der Stromerzeugung produzierten Abgase auf das Fahrzeug umgerechnet) deutlich besser, als herkömmlich Verbrennungsmotoren. Eine Studie des Forschungszentrums Jülich kommt schließlich zu dem Ergebnis, dass kleine und leichte Elektromobile mit einer umweltfreundlichen Stromversorgung allen anderen Automobilen weit überlegen sind...


Weitere Solarmobile
Wir bewegen uns nicht nur mit dem Automobil fort. So gibt es auch Motorroller oder Elektro-Roller, die für den Betrieb mit Solarstrom ausgerüstet sind. Sie erreichen für gewöhnlich eine Geschwindigkeit von 45 km/h und verfügen über eine Reichweite zwischen 40 und 80 Kilometern. Angeboten werden sie von Herstellern wie Peugeot, EVT oder eton.

Darüber hinaus sind derzeit bereits eine Solarschiffe im Einsatz. Näheres zum „Swan“, der momentan aktuellsten Entwicklung auf diesem Gebiet, finden Sie hier.

Man ist auch bemüht, Flugzeuge mit Solarmodulen auszustatten und so vielleicht dereinst im großen Stil Kerosin sparen zu können und natürlich auch die enorme Abgasentwicklung zu vermeiden. Eines der aktuellen Projekte heißt SolarImpulse, weitere Informationen dazu finden Sie hier. Solarboote sind ebenfalls interessant, um bei diesen die Kraft der Sonne zu nutzen. Tasächlich gibt es aktuell bereits Solarboot-Meisterschaften.

Schlagworte: Solarboote, Solarboot, Solarschiff, Solarsegel, Solarflugzeuge...

Diesen Artikel empfehlen:




Vorheriger Bericht zum Thema Mobilitt & Fahrzeugtechnik
Nächster Bericht zum Thema Mobilitt & Fahrzeugtechnik
Erdgasfahrzeuge & Umrüstung Erdgasfahrzeuge & Umrüstung