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Das HotModul von MTU

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Fachbericht | Wörter: 882 | Aufrufe: 7406 | Druckbare Version

Brennstoffzelle auf dem Weg zur Serienfertigung

Das HotModule ist eine Karbonat-Brennstoffzelle, die als dezentrales Kleinkraftwerk entwickelt wurde und die sich nach über zehn Jahren Entwicklung derzeit in der Phase der Praxis-Erprobung befindet. Hierbei werden Anlagen dieser Art in unterschiedlichen Anwendungsbereichen auf ihre Alltagstauglichkeit getestet.

Abb.: Das HotModule besteht aus drei Komponenten, dem zentralen Stahlkessel, einem vorgeschalteten Gasreiniger und einem nachgeschalteten Elektroschrank

Während die MTU Friedrichshafen, die Muttergesellschaft der MTU CFC Solutions GmbH, im Kerngeschäft Dieselmotoren und Antriebssysteme für Schiffe, Bahnen, Schwerfahrzeuge und für die dezentrale Energieversorgung herstellt, betreibt das Unternehmen die Entwicklung und Serienreifmachung des HotModules innerhalb einer langfristig angelegten Strategie, denn die Brennstoffzelle stellt für das Unternehmen eine Ergänzung des heutigen Produktprogramms dar, speziell im Bereich Energiesysteme.

Das HotModule ist besonders umweltfreundlich, weil es so gut wie keine Schadstoffe emittiert. Es ist ressourcenschonend, weil es bedeutend weniger Brennstoff als vergleichbare konventionelle Kraftwerke benötigt, um die gleiche Menge Strom herzustellen. Als dezentrales Kleinkraftwerk ist die Anlage vor allem deshalb gut geeignet, weil sie außer Strom auch Hochtemperatur- Wärme generiert, die für eine Vielzahl industrieller Prozesse benötigt wird.

Rekordergebnisse beim Wirkungsgrad erzielt

Gegenüber anderen Brennstoffzellen-Technologien ist das HotModule aufgrund seiner Konstruktion und Bauart bereits heute vergleichsweise ausgereift und verhältnismäßig günstig herzustellen. Nicht zuletzt deshalb ist für das HotModule die Serienreife in Sicht, sagt Michael Bode, Vorsitzender der Geschäftsführung der MTU CFC Solutions GmbH: "Mit jeder neuen Anlage sammeln wir wichtige Erfahrungen, die wir bei der weiteren Entwicklung, und vor allem im Hinblick auf die Serienreifmachung berücksichtigen. Zielpunkt ist für uns dabei das Jahr 2006, für das wir den Hochlauf einer Serienfertigung planen."

Die bisher installierten HotModule-Anlagen erreichen elektrische Wirkungsgrade von knapp 50 Prozent, ein Wert, der in der 250-Kilowatt-Klasse von keiner konventionellen Technologie erreicht wird. Zum Vergleich: Moderne Gasmotoren der gleichen Größenklasse arbeiten mit einem mechanischen Wirkungsgrad von rund 40 Prozent, die Umwandlung der mechanischen Energie in Strom noch nicht mit eingerechnet.

Hohes Marktpotenzial der Technologie

Die Resultate der ersten HotModule Feldversuchsanlagen haben ein starkes Interesse bei möglichen Nutzern geweckt. Im Jahr 2002 wurden allein fünf Anlagen in Betrieb genommen. "Dies war ein bedeutender Schritt in Richtung Serienreife des HotModules", sagt Michael Bode. Die Anlagen wurden u. a. bei RWE in Essen, DeTeImmobilien in München, IPF in Magdeburg und IZAR im spanischen Cartagena installiert.

Eine besondere technische Eigenschaft des HotModules eröffnet über die bekannten Märkte hinaus auch vollkommen neue Anwendungen: Im Gegensatz zu anderen Brennstoffzellen kann das HotModule neben Erdgas auch mit anderen Brennstoffen, die Kohlenwasserstoffe enthalten, wie z.B. mit Biogas, Klärgas, Deponiegas und industriellen Restgasen betrieben werden. Heute gehen viele dieser Gase in Industrie und Landwirtschaft verloren oder werden bestenfalls thermisch genutzt. Das HotModule bietet eine Möglichkeit, diese Gase zur

Stromproduktion zu verwenden.



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