Zum Inhalt springen

Was sind Hackschnitzel?

Fachbericht | Wörter: 1059 | Aufrufe: 12631 | Druckbare Version

Was sind Hackschnitzel?

Im Zeitalter der stetig steigenden Heizkosten erweist es sich als überaus vorteilhaft, andere effizientere Methoden der Energiegewinnung zu erforschen. Das Zauberwort heißt in diesem Zusammenhang „Hackschnitzelheizung“, denn diese Variante der Strom- bzw. Wärmeproduktion ist weitaus umweltschonender und zum Teil auch in finanzieller Hinsicht um ein Vielfaches sinnvoller, als die so genannten „fossilen Brennstoffe“.

Was sind Hackschnitzel?

Bei Hackschnitzeln bzw. Holzhackschnitzeln handelt es sich gewissermaßen um Nebenprodukte aus den unterschiedlichsten Bereichen der Forstwirtschaft (z. B. aus der Holzfällerei, der Sägerei et cetera). Je nach Größe (z. B. 30 mm, 50 mm oder 100 mm) der einzelnen Chips sowie dem jeweiligen Feuchtigkeitsgrad (z. B. weniger als 10 ml Wasser pro 100 g Brennstoff, 10 ml Wasser pro 40 g Brennstoff usw.) werden sie entsprechend vorsortiert.

Im Anschluss daran folgt der nächste Schritt: die Zwischenlagerung in speziellen Lagerräumen. Die zu diesem Zweck genutzten Räumlichkeiten sollten nach Möglichkeit quadratisch und überdacht sein, um dadurch z. B. eine gleichmäßige, schonende Vorabtrocknung der Hackschnitzel zu erzielen.

Hackschnitzelerzeugung in Hackschnitzelanlagen

Hackschnitzelhäcksler bzw. Hackschnitzelanlagen im Allgemeinen verfügen über einen speziellen Zahnkeilriemen sowie über einen besonders robusten Kettenantrieb, um während des Häckselvorganges – selbst bei schwierigen Einsätzen – stets gleichmäßige Hackschnitzel zu erzeugen. Wichtig ist diesbezüglich auch die mögliche Regelung der Arbeitsgeschwindigkeit. Viele Geräte verfügen über hydraulisch höhenverstellbare Heckräder, um das Gewicht während der Tätigkeit gleichmäßig verlagern zu können.

Um eine möglichst gute Qualität der Hackschnitzel zu gewährleisten und demzufolge eine saubere Verbrennung des Brennstoffes zu erzielen, also den späteren Aschegehalt möglichst niedrig zu halten, ist noch vor dem eigentlichen Häckselvorgang die Entrindung der Baumstämme erforderlich. Dieses geschieht in speziellen Entrindungsmaschinen, welche in der Regel noch im Wald (bzw. auch in den holzverarbeitenden Unternehmen) eingesetzt werden.

Durch schonende Verfahren und robuste Maschinen wird die Rinde der Bäume nach und nach sorgfältig abgeschabt. Dabei gilt: je dünner die Äste sind, desto geringer ist nach der Entrindung der eigentliche Holzertrag. Viele Unternehmen arbeiten bis dato übrigens schon recht erfolgreich an der effizienten Nutzung der Rindenabfälle – beispielsweise auch für die Verwendung in der Wärmetechnik.

Die Hackschnitzelerzeugung erfolgt üblicherweise direkt vor Ort, kann aber auch in stationären Häckslern (auch: Hackschnitzelhäcksler) durchgeführt werden. Innerhalb kürzester Zeit können Baumstämme mit bis zu einem Meter Breite mühelos gehäckselt werden, wenn sie eine Dickte von ca. 50 bzw. 60 Zentimetern nicht überschreiten. 125 Schüttraummeter innerhalb von lediglich 60 Minuten sind mithilfe hochwertiger, mobiler Häcksel-Maschinen durchaus realisierbar. (Für den Gartengebrauch sind selbstverständlich auch kleinere Geräte erhältlich.) Heraus kommen etwa drei bis fünf Quadratzentimeter dicke Hackschnitzel, welche sowohl im gewerblichen Bereich, als auch für den privaten Hausgebrauch eingesetzt werden können. Natürlich nur, wenn sich eine solche Maßnahme tatsächlich rechnet: oftmals stehen die Anschaffungskosten für eine Hackschnitzelheizung in keiner Relation mit den zu erwartenden Energiesparerresultaten.

Hackschnitzelheizung – Vorteile und Nachteile

Die Arbeitsweise der Hackschnitzelheizung an sich ist in etwa vergleichbar mit der einer modernen Pelletheizung. Auch hier wird ein spezieller Heizkessel verwendet, der mit gehäckseltem Holz (sprich: den Hackschnitzeln) betrieben werden kann. In den vergangenen Jahren haben sich am Markt zahlreiche unterschiedliche Heizungs-Typen etablieren können, welche einerseits die Nutzung von Pellets, andererseits zugleich auch die Verwendung von Hackschnitzeln erlauben. In letzterem Fall darf gar mit einer Ersparnis von bis zu 65 Prozent der sonst üblichen finanziellen Aufwendungen gerechnet werden.

Bislang fanden Hackschnitzel überwiegend in industriellen Bereichen Verwendung, indem sie beispielsweise vor allem in dafür vorgesehenen Holzheizkesseln für Zentralheizungen genutzt wurden. Ein entscheidender Vorteil von Hackschnitzelheizanlagen ist, dass diese als umweltneutral eingestuft werden. Denn bei der Verbrennung der Hackschnitzel wird exakt die Menge an CO² freigesetzt, welche auch während der Wachstumsphase im Holz gespeichert wurde.

Mittlerweile wird jedoch auch in zahlreichen Privathaushalten aufgrund der zum Teil recht Kosten sparenden Wärmegewinnung vermehrt mit Hackschnitzeln geheizt. Nichtsdestotrotz gilt als einer der Nachteile des Heizens mit Hackschnitzeln, dass im Gegensatz zu Pellets weitaus größere Lagerflächen erforderlich sind. Hierbei ist etwa vom dreifachen Volumen gegenüber Öl die Rede.

Was sind Hackschnitzelpumpen?

Damit die Hackschnitzel auf eine möglichst komfortable und saubere Art und Weise direkt in die Lagerhallen der Endverbraucher gelangen können, werden spezielle Hackschnitzel Pumpen eingesetzt, die mithilfe von Kränen oder Schläuchen das Hackgut staubfrei von A nach B transportieren. (Tipp: derartige Systeme sind selbst für schwer erreichbare Lagerplätze die ideale Lösung.)

Um die Lagerfläche auf ein Mindestmaß zu reduzieren, sollte das Hackgut stets vorgetrocknet werden. Dieses hat einen entscheidenden Vorteil: Schimmelpilze und -sporen werden bereits im Vorfeld abgetötet und die bei der Verbrennung benötigte wertvolle Energie, die für die Wasserverdampfung erforderlich wäre, kann somit eingespart werden. Zur Sicherung einer langfristig gleich bleibenden, hohen Qualität sollte insbesondere folgendes beachtet werden: in regelmäßigen Abständen muss eine vollständige Umwälzung des gesamten Hackgutes gewährleistet werden, um so die Gefahr einer eventuellen Selbstentzündung zu bannen.

Nach einer bestimmten Phase der Lagerung werden die Holzhackschnitzel durch Rotationsaustragung (z. B. mittels einer Kesseleinschubschnecke sowie einer Querförderschnecke) in den Verbrennungskessel geleitet, durch Heißluft erwärmt und sodann ohne CO²-Emissionen verbrannt. Hackschnitzeltrocknung Wie aber geht die Hacktrocknung vor sich? Generell nutzt man drei Verfahrensweisen: die biologische Selbsterwärmung, die aktive sowie die passive (Vor-)Trocknung.

Nicht selten findet die Trocknung der Hackschnitzel vor dem Verbrennungsvorgang mithilfe eines speziellen Vorschalt-Mechanismus statt. Dieser befindet sich zwischen der Kesseleinschubschnecke und der Querförderschnecke. Bevor nun das Hackgut dem Verbrennungsvorgang zugeführt wird, werden die Hackschnitzel bei etwa 80°C – 85°C heißer Luft schonend vorgetrocknet.

Eine andere Möglichkeit bietet hingegen das Trocknungsverfahren in speziellen Hackguttrocknungseinsätzen. Dank derartiger mobiler oder auch stationärer Apparaturen lässt sich einerseits der Einsatz der erforderlichen Brennstoffe drastisch reduzieren, andererseits wird so gleichermaßen auch der Heizwert effektiv erhöht.

Der Verkauf von Hackschnitzeln und ihre Preise

Wenn es um den Hackschnitzel-Verkauf geht, ist natürlich eine saubere, trockene und gleichmäßige Qualität der Hackschnitzel gefragt. Die gängigsten Größen bei den Holzhackschnitzeln sind drei bzw. fünf Zentimeter (sprich: G30 und G50).

Aktuelle Durchschnittspreise für Holzhackschnitzel in gehobener Qualität liegen derzeit bei etwa 10 € pro Raummeter, jedoch können diese abhängig von der gewählten Holzsorte stark variieren. In Bezug auf die Brennstoffqualität bzw. auch für den Fall einer unzureichenden Wartung der maschinellen Anlagen muss seitens der Betreiber während des Verbrennungsvorganges mit erhöhten Belastungen durch Ruß oder Feinstaub gerechnet werden.

Relevante Kostenaspekte sind sicherlich auch die vielfach höheren Investitionskosten, die Aufwendungen für die automatische Beschickung sowie die letztendliche Ascheaustragung. Im Vergleich dazu steht allerdings der günstigere Energiepreis.

Um für den Endverbraucher dennoch die Anschaffung bzw. die erstmalige Errichtung von automatisch beschickten Biomassekesseln attraktiver zu gestalten, darf von staatlicher Seite her mit attraktiven Fördermitteln gerechnet werden. Auch durch die KfW-Energiesparprogramme können überaus zinsgünstige Darlehen ermöglicht werden.



Diesen Artikel empfehlen:




Vorheriger Bericht zum Thema Haustechnik (SHK) & Elektrik
Intelligente Haustechnik hilft Energiesparen Intelligente Haustechnik hilft Energiesparen
Nächster Bericht zum Thema Haustechnik (SHK) & Elektrik
Die Infrarotheizung, eine echte Alternative. Die Infrarotheizung, eine echte Alternative.