
Fstaub - unsichtbar höchst gefährlichFeinstaub - unsichtbar und höchst gefährlich(685 Wörter in diesem Text, 4606 mal gelesen) 
 Bild: aboutpixel.de Am 01.01.2005 trat eine neue EU-Richtlinie
zur Begrenzung von Feinstaubemissionen in Kraft. Sie besagt, dass
im Jahresmittel nur noch 40 µg (Mikrogramm = millionstel Gramm)
Feinstaub in einen Kubikmeter Luft enthalten sein dürfen.
Ausnahmen von dieser Regelung sind für maximal 35 Tage pro Jahr
zugelassen. An diesen Tagen dürfen wiederum höchstens 50 µg
Feinstaub erreicht werden. Spätestens seit sich gezeigt hat,
dass in deutschen Großstädten wie Frankfurt oder Düsseldorf
der Maximalwert deutlich häufiger überschritten wird, findet
auch in der Öffentlichkeit eine rege Diskussion über das Thema
Feinstaub statt. Dieser Artikel soll ein paar
Hintergrundinformationen zum Thema Feinstaub, seine Entstehung
und die Gefahren, die von ihm ausgehen, bereitstellen.
Was ist Feinstaub?
 Bild: aboutpixel.de Die Erdatmosphäre besteht nicht nur aus
Luft, sondern auch aus jeder Menge kleiner und kleinster
Partikel. Alle diese in der Luft verteilten Feststoffe werden -
unabhängig von ihrer chemischen Zusammensetzung - unter dem
Begriff Staub zusammengefasst. Ihre Größe ist jedoch höchst
unterschiedlich und nicht jeder Staub zählt automatisch auch zu
den Feinstäuben. Erst Partikel, die kleiner als 10 µm (10
tausendstel Zentimeter) sind, werden als Feinstaub bezeichnet.
Ein menschliches Haar hat im Vergleich eine Dicke von circa 100
µm. Im deutschen Sprachgebrauch taucht für diesen Feinstaub
auch die Bezeichnung PM10 Feinstaub auf. Sie geht auf den im
Jahre 1987 eingeführten "National Air Quality Standard for
Particulate Matter" (kurz als PM-Standard bezeichnet) der
US-amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA zurück.
Unterschreiten die Partikel nun eine Größe von 0,1 µm, spricht
man von ultrafeinen Partikeln. Sie sind besonders gefährlich, da
sie nicht nur tief in die Atemwege eindringen können, sondern
auch in die Blutbahn übertreten.
Wie wird Feinstaub gemessen?
Zur Beurteilung der Luftqualität wird in erster Linie die so
genannte Massenkonzentration herangezogen. Sie wird in
Milligramm, Mikrogramm oder Nanogramm pro Kubikmeter Luft
angegeben. Bei der Bestimmung dieses Parameters spielen
ultrafeine Partikel allerdings nur eine kleine Rolle, da ihre
Masse natürlich nur sehr gering ist. Daher erscheint eine
ausschließliche Erhebung der Massenkonzentration, wenn es um
gesundheitliche Gefährdungen geht, nicht ausreichend. Hier
liefert die Anzahlkonzentration bessere Daten. Sie beschäftigt
sich mit der Partikelanzahl in einem bestimmten Luftvolumen. In
deutschen Städten liegt sie im Mittel bei etwa 10 Milliarden
Partikeln pro Kubikmeter Luft.
Ein kleines Beispiel mag erhellen, warum die Massenkonzentration
als Anhaltspunkt für die Luftqualität allein nicht ausreicht:
Die Massenkonzentration von Feinstaub ist hierzulande in den
letzten Jahren leicht zurückgegangen. Dahingegen verzeichnen die
Messstationen bei der Anzahlkonzentration einen leichten Anstieg.
Das zeigt also, dass die Anzahl ultrafeiner Partikel in der Luft
und gestiegen und somit die Qualität der Luft gesunken ist.
Welche Quellen für Feinstaub gibt es?
 Bild: aboutpixel.de Bei den Quellen für Luftverschmutzung
unterscheidet man grundsätzlich zwischen natürlichen und
anthropogenen (vom Menschen hergestellten) Verursachern.
Natürliche Partikel werden beispielsweise vom Erdreich aufgewühlt
oder gelangen durch Vulkanausbrüche in die Atmosphäre. Sie
werden oft über weite Strecken transportiert. Aus dem Meer
stammen einige weitere Partikel. Zudem liefern Pollen,
Pilzsporen, Bakterien oder mikroskopisch kleine Tier- und
Pflanzenreste einen weiteren Beitrag zur Massenkonzentration in
der Luft. Aus medizinischer Sicht stellen hierbei die Partikel,
die vom Erdreich oder Vulkanausbrüchen stammen sowie Partikel
aus dem Meer kein besonderes Risiko dar.
Anders sieht das schon bei den anthropogen erzeugten Partikeln
aus. Sie entstammen im Wesentlichen den Auspuffen von
Dieselfahrzeugen, den Schornsteinen von Industrieanlagen und
Kraftwerken sowie dem Hausbrand. Aber auch den Abrieb von
Bremsen, Autoreifen und Straßenbelag darf man hier nicht
vernachlässigen.
Welche gesundheitliche Bedeutung hat der Feinstaub?
Grundsätzlich ergibt sich eine besondere Gefährdung dadurch,
dass die einzelnen Partikel im Feinstaub nur eine sehr geringe Größe
aufweisen. Das bedeutet, dass sie nicht in Nase und Rachen hängen
bleiben, sondern direkt in die Atemwege und gegebenenfalls sogar
in die Blutbahn gelangen können. Daher sind besonders
Erkrankungen der Atemwege wie Entzündungen, Asthma, Bronchitis
oder auch Krebs zu verzeichnen. Auch Änderungen des
Herzrhythmus, des EKGs sowie anderer Funktionsparameter des
Herz-Kreislauf-Systems sind bereits dokumentiert. Verantwortlich
dafür dürften in erster Linie die ultrafeinen Stäube zeichnen.
Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben gezeigt, dass
sich die Lebenserwartung in Deutschland durch die
Feinstaubbelastung im Durchschnitt um 10,2 Monate verkürzt. Die
Europäische Union veröffentlichte im Frühjahr 2005 Schätzungen,
die von 300.000 Todesfällen (darunter 13.000 Kinder) jährlich
in der EU ausgehen, 70.000 davon allein in Deutschland.
Ältere Erwachsene, Kinder und Kranke gelten als besonders
empfindliche Gruppe. Einige Studien weisen sogar darauf hin, dass
es genetisch vorbelastete Bevölkerungsgruppen geben könnte, die
auf eine Feinstaubbelastung stärker als andere reagieren.
Menschen, die in der Nähe von stark befahrenen Straßen oder
anderen Quellen für Feinstaub wohnen, sind deutlich häufiger
von gesundheitlichen Schäden betroffen.
|  |
|
[ Zurück zu Kraftstoffe & Brennstoffe | Fachberichte-Übersicht ]
Vorheriger Bericht Kraftstoffe & Brennstoffe
|
|
Nächster Bericht Kraftstoffe & Brennstoffe
| Biokraftstoffe |  |
|
|
Kommentar oder Frage zum Bericht |