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Fassade: Wärmedämmung

Fachbericht | Wörter: 490 | Aufrufe: 10002 | Druckbare Version

Auch bei der Fassadendämmung gibt es unterschiedliche Dämmarten sowie Dämmstoffe. Bei den Dämmarten unterscheidet man im Wesentlichen zwischen Außen-, Innen- und Kerndämmung. In aller Regel bestehen Gebäude aus einem einschaligen Wandaufbau aus wärmedämmenden Baustoffen. Gelegentlich gibt es jedoch auch zweischalige Wandaufbauten mit so genannter Kerndämmung. Wird die Wärmedämmung nachträglich durch Außendämmung verbessert, so spricht man von einem Wärmeverbundsystem. Umgangssprachlich spricht man auch vom so genannten Vollwärmeschutz.

Durch ein Wärmeverbundsystem wird vor allem im Winter eine enorme Heizwärmeeinsparung erreicht. Bei den Wanddämmmaterialien sind am gebräuchlichsten geschäumte Kunststoffe (zum Beispiel Polisterol oder Polyurethan), Mineralwolle, Glaswolle, Schaumglas, Mineralische Schäume (zum Beispiel Bimsstein), Blähglas, Blähton, Holzfaserwerkstoff, Kork, Holzwolle, Schilf oder Stroh. Gerade bei der Außendämmung spielt die Optik eine wesentliche Rolle. Eine Alternative stellt dabei die Wärmedämmung in Klinker - Optik dar. Nach dem Mauergestein, das im Regelfall aus Stein oder Ton besteht, wird dabei eine weitere Dämmschicht zum Beispiel Polyurethan und anschließend Klinkersteine angebracht. Die Klinkersteine müssen hierzu nicht zwingend Stein für Stein angebracht werden, vielmehr gibt es bereits fertige Dämmplatten mit Steinen, die nur noch an der Außenwand befestigt werden müssen.

Eine weitere und auch ökologische Alternative bieten Dämmstoffe aus Holz. Diese reduzie-ren nicht nur den Wärmeverlust und senken den Energieverbrauch sondern sind auch äußerst wirkungsvoll in Sachen Schallschutz. Bei Holzdämmstoffen sollte jedoch insbesondere auf die Brennbarkeitsklasse geachtet werden.

Bei falscher oder schlechter Dämmung können so genannte Wärmebrücken auftreten. Wärmebrücken haben weitreichende Nachteile. Bei Wärmebrücken wird durch Bauteile eines Gebäudes die Wärme leichter und schneller nach außen getragen als im herkömmlichen Fall. Durch diese Wärmebrücken, die durch eine schlechte Dämmung auch als konstruktive Wärmebrücken bezeichnet werden, sinkt im Winter die Oberflächentemperatur des Bauteiles ab. Die Wärme wird schneller nach außen transportiert. Weiterhin kann sich Tauwasser an dem Bauteil bilden, das zu einer späteren Schimmelbildung führen kann.

Weitere Folgen von Wärmebrücken sind mangelhafte Wohnhygiene durch Schimmelpilzbildung sowie eine Gefährdung der gesamten Bausubstanz. Auf Grund des beschleunigten Wärmetransportes nach außen ist auch der Heizbedarf in den Wohnräumen erhöht. Die Energiekosten steigen. Von Wärmebrücken besonders gefährdete Bereiche sind die Gegenden um den Balkon, an den Rollladenkästen, an Fensterrahmen, an Hausecken sowie an Heizkörpernischen. Auch die Energiesparverordnung (EnEV) sieht die Vermeidung von Wärmebrücken bei Wohnräumen zwingend vor.

Die Energiesparverordnung (EnEV) sieht weiterhin eine Einhaltung von Luftdichtheit eines Gebäudes vor. Heutzutage verwenden Sacherständige zur Ermittlung der Luftdichtheit eines Gebäudes die aus den Vereinigten Staaten bekannte Blower - Door - Technik. Um die Luftdichtheit eines Gebäudes messen zu können, wird ein großer Ventilator in die Öffnung eines Eingangs oder der Balkontür eingebaut. Sämtliche Fenster müssen geschlossen werden. Durch den Ventilatorbetrieb wird im Gebäude ein Unter- bzw. Überdruck erzeugt. Mittels einer Software kann dann die dabei aus dem Gebäude ausströmende Luftmenge gemessen werden. Mit Hilfe eines Nebelgenerators kann die Messung auch visualisiert werden. Bau- und Dämmmängel können mit Hilfe der Technik einwandfrei festgestellt werden. Durch Nachbesserung an den entsprechenden Stellen können die Energiekosten drastisch gesenkt werden. Sachverständige gehen davon aus, dass bei weit über 90 Prozent aller Wohnhäuser Nachholbedarf besteht.



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