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Dach: Photovoltaikanlagen / Solarziegel

Fachbericht | Wörter: 939 | Aufrufe: 17471 | Druckbare Version

Dach: Photovoltaikanlagen

Insbesondere bei dem Neubau eines Gebäudes bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, mit dem Einbau einer Photovoltaikanlage spätere laufende Energiekosten einzusparen. Photovoltaikanlagen können grundsätzlich sowohl auf, als auch in jede Dachart, unabhängig davon ob Schräg- oder Flachdach integriert werden. Der Regelfall ist dabei jedoch die Aufdachmontage auf einem Schrägdach.

Der Vorteil bei einem Neubau ist, dass der Architekt die Anlage bereits von Beginn an mit einplant. So können auch optische Vorlieben, wie zum Beispiel die Integration der Anlage in die Dachhaut realisiert werden. Grundsätzlich sollte die Anlage jedoch auf bzw. in das Dach integriert sein, da dies im Regelfall die größte zusammenhängende und auch verschattungsfreie Fläche eines Gebäudes ist. Die Entscheidung, ob es schließlich eine Aufdach-, oder eine Indachkonstruktion sein soll ist größtenteils von den optischen Vorlieben abhängig. Ein kleiner Nachteil der Aufdachanlagen ist, dass sämtliche Bauteile, wie zum Beispiel auch Anschlüsse und Kabel der Witterung ausgesetzt sind. Im Gegenzug ist die Aufdachanlage auf Grund Ihrer Lüftung jedoch etwas energieertragsreicher.

Neben den konventionellen kristallinen Photovoltaikmodulen gibt es inzwischen eine neue Alternative, so genannte mikroamorphe Dünnschichtmodule, die auf einer alten Technik, die zum Beispiel bereits beim Taschenrechner angewendet wurde, basiert. Die ersten Dünnschichtmodule stammen aus dem Hause des Marktführers Sharp. Gegenüber der konventionellen Technik haben Dünnschichtmodule zahlreiche Vorteile. Praxistests ergaben, dass Dünnschichtmodule einerseits einen durchschnittlichen Mehrertrag von sechs bis acht Prozent erwirtschaften und damit enorm zur Energieeinsparung beitragen, anderseits auf Grund ihrer baulichen Beschaffenheit deutlich flexibler einsetzbar sind.

Weitere Vorteile sind zu dem, dass die mikroamorphen Dünnschichtmodule auch wesentlich höhere Leistungen bei nur schwachen Lichtverhältnissen aufweisen, der Aufstellwinkel dadurch an Bedeutung verliert, sowie die Anschaffungskosten auf Grund des geringerem Siliziumbedarfes gegenüber kristallinen Modulen wesentlich geringer sind. Einer der wenigen Nachteile der Dünnschichtmodule ist der erhöhte Platzbedarf von ca. 15 - 18 qm je kWp. Viele Anbieter setzen auf Grund dieser zahlreichen Vorteile zunehmend auf den Einsatz dieser Dünnschichtmodule. Voraussetzung dafür ist natürlich ausreichend vorhandene Fläche.

Bei den herkömmlichen kristallinen Photovoltaikmodulen unterscheidet man zwischen mono- und polykristallinen Modulen. Die Herstellung monokristalliner Module ist dabei auf aufwendigsten, da eine vollständig gleichmäßige Anordnung der Atome erreicht werden muss. Dies wirkt sich zweifelsohne auf die Anschaffungskosten dieser Module aus, die mit Abstand teuerer sind als ihre polykristallinen und amorphen Konkurrenten. Die Energieeffizienz ist dabei jedoch nicht höher als bei den kostengünstigeren Alternativen.

Der durchschnittliche Wirkungsgrad bei monokristallinen Modulen von ca. 17 Prozent kann sich jedoch sehen lassen. Polykristalline Module leiden an einem weitaus schlechteren Wirkungsgrad, da bereits im Herstellungsverfahren geringe Lichtbrechungen auftreten. Ist ausreichen Fläche vorhanden, so stellen Dünnschichtmodule die sparsamste Variante dar. Bei stark begrenztem Platzangebot sollten jedoch nicht an der falschen Stelle gespart und die Anschaffung von monokristallinen Modulen in Betracht gezogen werden.

Der aus den installierten Photovoltaikanlagen erzeugte Strom wird nach Abnahme eines Mitarbeites des Energieversorgungsunternehmens direkt in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Der Staat vergütet dabei aktuell maximal 46,75 Cent je eingespeiste kWh, dank des beschlossenen Erneuerbaren Energie Gesetzes, das zum 01.01.2004 in Kraft trat und wie der Gesetzesname bereits aussagt Erneuerbare Energien fördert. Der bereits angesprochene Maximalsatz wird nur vergütet, wenn die Anlage auf Gebäuden (oder Lärmschutzwänden) installiert ist und eine maximale Kapazität von 30 kW aufweist.

Für Freiflächenanlagen werden dagegen maximal 37,96 Cent vergütet. Die Vergütung richtet sich im Übrigen auch nach dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme (zum Beispiel bei Anlagen bis 30 kW 2008: 46,75 Cent, 2009: 44,41 Cent, 2010: 42,19 Cent), sowie nach der Größe der Anlage. Die Vergütung bleibt ab dem Jahr der Inbetriebnahme jedoch für 20 Jahre konstant.

Für Anlagen, die nicht in das Dach, sondern in die Fassade integriert sind und damit einen wesentlich schlechteren Wirkungs-grad aufweisen, werden zusätzlich 5 Cent pro eingespeiste kWh vergütet.

Ob eine Photovoltaikanlage wirtschaftlich ist und ob sich die Anschaffung rentiert, ist vom jeweiligen Einzelfall abhängig. Grundsätzlich lässt sich zumindest aussagen, dass auf Grund der, Jahr für Jahr, fallenden staatlichen Förderung die Anschaffung einer Anlage möglichst zeitnah erfolgen sollte.

Die Anschaffungskosten der Photovoltaikanlagen haben inzwischen auch ihren Tiefstand erreicht. Die Kosten für eine Anlage betragen pro kWh ca. 3.000 Euro, wobei diese auch von der Qualität der Anlage abhängig sind. Anlagen mit polykristallinen oder mikroamorphen Modulen sind deutlich günstiger (ca. -10 %) als Anlagen mit monokristallinen Modulen (ca. +10 %). Die laufenden Kosten halten sich anfangs in Grenzen. Wartungskosten sind in aller Regel erst nach Jahren zu erwartet. Hierbei sollte jedoch verstärkt auf die Gewährleistungsfristen der Anbieter geachtet werden.

Wer weitere Kosten, vor allem im Bereich der Anschaffungskosten sparen möchte, der kann Selbstbausätze für Photovoltaikanlagen zurückgreifen. Kleinere Anlagen, die zum Beispiel rund 5 - 6 kWp erzeugen, bestehen aus 20 - 30 Photovoltaik - Modulen und sind bereits ab rund 15.000 Euro erhältlich. Die Markführerstellung bei Selbstbausätzen teilen sich aktuelle die Firmen Sharp und Sanyo. Die staatliche Förderung bleibt unberührt davon, ob die Anlage fremdmontiert und selbst aufgebaut wurde. Selbstbausätze für Photovoltaikanlagen, die rund 10 kWp erzeugen, gibt es bereits ab rund 50.000 Euro. Für die Montage werden grundsätzlich Montageanleitungen und sämtliche Montagebauteile mitgeliefert

Dach: Dachpfannen (Solarziegel)

So genannte Solardachziegel stellen eine Alternative zu den konventionellen Photovoltaik - Anlagen dar. Der wohl größte und bedeutendste Vorteil von Solardachziegeln liegt in der Optik. Diese ästhetischen Ziegel können elegant in das vorhandene Dach integriert werden. Durch die Integration der Photovoltaik - Anlage in das Dach in Dachziegelform wird das Gesamtbild des Hauses bei weitem nicht so stark beeinflusst wie von Aufdachphotovoltaik - Anlagen.

Solarziegen werden daher vorwiegend bei alten Gebäuden mit historischem Wert eingesetzt. Ein weiterer Vorteil der Solarziegen gegenüber der traditionellen Anlagen ist die Windbeständigkeit. In Sachen Stromverbrauch bzw. Energieersparnis stehen die Dachziegel jeden hinten an. Nur schwer können die Leistungen von Photovoltaikanlagen erbracht werden. Die Einsparung fällt daher in aller Regel deutlich geringer aus.



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