Zum Inhalt springen

Dach: Solarthermische Anlagen

Fachbericht | Wörter: 696 | Aufrufe: 6902 | Druckbare Version

Wer energiesparend bauen möchte, muss sich zwangsläufig vor Beginn der Bauphase mit vielen Einzelheiten rund um das Thema auseinandersetzen. Das Dach eines Gebäudes spielt bei Energiefragen eine ganz wesentliche Rolle. Beispielsweise kann die Anschaffung von Solarkollektoren zu einer enormen Kostenersparnis beitragen. Dennoch ist nicht jeder Kollektor für jedes Dach und Anliegen geeignet.

Man unterscheidet daher im Grundsatz vier unterschiedliche Kollektortypen. Der mit Abstand zu seinen Konkurrenten wirkungsvollste Solarkollektortyp ist der so genannte Vakuumröhrenkollektor. Bei diesem Typ ist der Wärmeverlust besonders gering, da die Absorberfläche in einem luftfreien Glasrohr liegt. Durch den Vakuumröhrenkollektor fließt eine Flüssigkeit, die für den Wärmetransport zuständig ist. Bei Vakuumröhrenkollektoren unterscheidet man weiterhin nach der jeweiligen Anbindung zwischen Trocken- und Nassanbindung. Die Trockenanbindung hat den Vorteil, dass beim Wechsel der Röhren im Gegensatz zur Nassanbindung keinerlei Entleerung notwendig ist. Dafür ist der Wärmeübergang am Wärmetauscher schlechter als die Wärmeübertragung bei der Nassanbindung.

Vakuumröhrenkollektoren werden teilweise auch nach ihrer Bauform unterschieden. Neben den eben beschriebenen direkt durchströmten Röhrenkollektoren, bei denen die Wärme durch eine Flüssigkeit direkt übertragen wird, gibt es auch so genannte heatpipe Röhrenkollektoren. Die Energieabgabe erfolgt dabei indirekt über einen Verdampfungs- und Kondensiervorgang. Bei diesen Kollektoren besteht jedoch eine erhöhte Überhitzungsgefahr.

Ein weiterer Kollektortyp ist der Sydney - Kollektor. Auch er ist eine Art Vakuumröhrenkollektor. Die Absorberfläche liegt hier jedoch in zwei miteinander verbundenen Glasröhren die besser vor Wärmeverlusten schützen. Ein weiterer Vorteil des Sydney - Kollektors ist dessen Bauform. Mit seiner kreisförmigen Optik kann eine ständig ideale Ausrichtung zum Sonnenstand garantiert werden.

Der dritte Kollektortyp im Bunde ist der Flachkollektor. Diese Art von Kollektoren sind die einfachsten und preiswertesten. Auch wenn es hier bereits einige hochpreisige Ausnahmen gibt. Bei dieser Kollektorart liegt der Absorber in einer Kunststoff- oder Metallwanne, die zur Wärmedämmung von einer Glasscheibe abgedeckt wird.

Der vierte gängige Typ ist der so genannte Speicherkollektor. Diese Konstruktion empfiehlt sich in der Regel nur bei ganzjähriger starker Sonneneinstrahlung, dass der Speicherkollektor unmittelbar an die Warmwasserversorgungsleitung angeschlossen wird. In Mitteleuropa empfehlen sich zum Energie sparen in aller Regel Vakuumröhrenkollektoren oder auch Flachdachkollektoren.

Alle bereits angesprochenen Arten von Solarkollektoren lassen sich in der Regel schnell und einfach montieren. Ist die Entscheidung für eine Kollektorart gefallen, so ist weiterhin zu entscheiden, ob Indach-, Aufdach- oder Flachdachmodule die richtige Wahl sind. Hauptkriterium dabei ist die Optik. Aufdachkollektoren sind, wie der Name schon sagt, am auffälligsten, da diese entweder senkrecht oder waagerecht auf der Dachoberfläche montiert werden. Aufdachkollektoren sind jedoch auch so konzipiert, dass sie nicht ausschließlich auf dem Dach, sondern auch frei aufgestellt werden können.

Aufdachkollektoren sind aus Witterungsgründen in der Regel in einen Aluminiumrahmen eingefasst, der auch optisch ansprechend wirkt. Die Indachmodule sind dagegen regelmäßig von einem Holzrahmen umgeben, da Holz an sich bereits weniger Energie verbraucht. Aus optischen Gründen sind die Abdeckungen jedoch auch aus Aluminium.

Die Anschaffung solarthermischer Anlagen ist vorerst ein kostspieliges Unterfangen. Dennoch rechnet sich mittel- bis langfristig diese Investition in Zeiten stetig steigender Energie- und Rohstoffpreise. Neben der Ersparnis von laufenden Energiekosten können auch Kosten bereits bei der Anschaffung gespart werden.

Energie aus regenerativen Quellen ist derzeit staatlich gefördert. Steuersubventionen oder KfW - Kredite erleichtern die Anschaffung solarthermischer Anlagen.

Wer bei den Anschaffungskosten noch weiter sparen möchte, sollte einen Selbstbau von Sonnenkollektoren in Betracht ziehen. Mit etwas handwerklichem Geschick können dabei enorme Kosten gespart werden. Selbstbau ist inzwischen ein offenes Geheimnis. Jeder fünfte Sonnenkollektor in der Bundesrepublik wurde schon selbst gebaut. Für einen Quadratmeter Sonnenkollektor muss bei einem Selbstbausatz mit ca. 150 Euro gerechnet werden. Die staatlichen Förderungen bleiben auch beim Eigenbau erhalten. Vor der Anschaffung eines Selbstbausatzes sollte jedoch unbedingt Kontakt mit dem Hersteller aufgenommen, die in aller Regel Informationsveranstaltungen für ihr Produkt anbieten, um eine fachgerechte Installation und eine spätere Kostenersparnis zu garantieren.

Da die Produkte der diversen Hersteller unterschiedlich aufgebaut sind, lässt sich keine pauschale Anleitung an die Hand geben. Grundsätzlich kann jedoch ausgesagt werden, dass die Bausätze in aller Regel so aufgebaut sind, dass die Absorber aus Blechen und Rohren selbst zusammengelötet werden müssen, sowie Rahmen, Abdeckungen, Isolierungen sowie das Kollektorfeld eigenhändig angebracht werden muss.

Für den Selbstbau von Sonnenkollektoren sprechen neben der Kostenersparnis auch noch weitere Argumente, wie zum Beispiel individuelle Kombinierbarkeit mit dem bestehenden Heizsystem, die eigene Qualitätsprüfung sowie der Spaß und die Freude am Selbstbauen.



Diesen Artikel empfehlen:




Vorheriger Bericht zum Thema Energiesparendes Bauen
Energieausweise für Wohngebäude und Nichtwohngebäude Energieausweise für Wohngebäude und Nichtwohngebäude
Nächster Bericht zum Thema Energiesparendes Bauen
Dach: Photovoltaikanlagen / Solarziegel Dach: Photovoltaikanlagen / Solarziegel