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Stromversorgung von Inselsystemen

Fachbericht | Wörter: 367 | Aufrufe: 6238 | Druckbare Version

BZ-PV-Batterie-Systeme im Praxistest Wie kann eine zuverlässige Energieversorgung ohne öffentliches Stromnetz mitten in den Bergen sichergestellt werden? Wer versorgt eine mobile Absperrtafel mit mehr als 20 Lampen tagelang mit Strom? Bisher gab es auf diese sehr speziellen Fragen nur unbefriedigende Antworten. Derartige Applikationen könnten aber jetzt der Brennstoffzellentechnik in Kombination mit der Solartechnik den Zugang zum Markt ebnen (Bildquelle: udomi).

Die Brennstoffzellentechnik wird derzeit als zukunftsweisende Lösung angepriesen, um eine nachhaltige, saubere und effiziente Energieversorgung gewährleisten zu können. Allerdings sind marktreife Produkte bisher noch Mangelware. Es gibt jedoch erste Nischenlösungen, die technisch realisierbar, zuverlässig und zudem bezahlbar sind.

Beispiel 1: BZ für Warnschild

Eine mobile Absperrtafel (s. Abb. 1), die je nach Bedarf stunden- oder tagelang an verschiedenen Orten eingesetzt wird, wurde bislang mit Strom aus einem Blei-Akkumulator (300 Ah) versorgt. Nach 12 bis 24 Stunden Betriebsdauer musste dieser wieder langwierig im Depot aufgeladen werden (8 bis 12 Std.). Ein wirtschaftlicher Betrieb über mehrere Tage war daher kaum möglich.

Die Lösung kam in Gestalt zweier methanolbetriebener Brennstoffzellensysteme, die in einer wetterfesten Aluminiumbox auf dem Fahrzeuganhänger montiert wurden. Die Direktmethanol-Brennstoffzellen verbrauchen etwa 1,1 l Kraftstoff pro abgegebener Kilowattstunde. Das dafür benötigte Methanol befindet sich in zwei 10-Liter-Tanks, die für fünf bis sieben Tage (rund 18 kWh) ausreichen.

Beispiel 2: entlegene Hütten

Egal ob hoch oben in den Bergen oder weit abgelegen an der See – etliche einsam gelegene Hütten verfügen über keinen Stromanschluss. Häufig ist dies sogar so gewollt, aber manchmal kann ein bisschen Energie zur Aufladung der Handy-Akkus oder für den Betrieb eines Kühlschranks auch nicht schaden. Hierzu gibt es gleich zwei Beispiele: die entlegene Berghütte in den Alpen (s. Abb. 1) sowie das einsame Ferienhaus an der Ostsee. Beide Häuschen lassen sich mit Hilfe autarker BZ-Solar-Batterie-Systeme zumindest teilweise elektrifizieren.

Das Herzstück der dafür verwendeten Outdoor-Anlagen ist das EFOY-Brennstoffzellensystem (Energy FOr You) von Smart Fuel Cell aus Brunnthal, das mittlerweile in der zweiten Generation vorliegt. Ausgerüstet mit 10 l Methanol liefert die Brennstoffzelle bis zu neun Kilowattstunden (760 Ah bei 12 V) und weist eine höhere Energiedichte auf als vergleichbare Batterien. Udo Michelfelder, der diese Systeme über seine Firma udomi vertreibt, erklärt: „Vorerst handelt sich bei den meisten dieser Applikationen noch um Nischenanwendungen. Die Resonanz ist aber durchweg positiv.“

=http://www.udomi.de/>www.udomi.de
www.efoy.de
Autor: Sven Geitmann

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