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Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland 2007

Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland 2007

(860 Wörter in diesem Text, 5114 mal gelesen)   Druckbare Version

Was haben die Zahlen: 6,6; 6,7; 6,9; 8,5 und 14,2 gemeinsam? Alle geben den Anteil erneuerbaren Energien (EE) an der Energien und Endenergie- in Deutschland in 2007 in Prozent an. Welche ist aber richtig? Das BMU, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (*) weiß es. Im Prinzip stimmen alle diese Zahlen. Man muss sie nur im jeweiligen Kontext sehen.

6,6 % beträgt der Anteil EE-Wärme am gesamten Energieverbrauch
6,7 % beträgt der Anteil EE am gesamten Primärenergieverbrauch (berechnet nach der sog. Wirkungsgradmethode)
6,9 % beträgt der Anteil EE am Kraftstoffverbrauch
8,5 % beträgt der Anteil EE am gesamten Endenergieverbrauch
14,2 % beträgt der Anteil EE-Strom am gesamten Bruttostromverbrauch

Im BMU-Text liest es sich dann so: “Im Jahr 2007 hat die Nutzung der erneuerbaren Energien in Deutschland einen weiteren Schub bekommen. Der Beitrag der erneuerbaren Energien am gesamten deutschen Primärenergieverbrauch in Deutschland betrug im Jahr 2007 rd. 8,5 % (2006: 7,5 %).“ Das hört sich alles gut und schön und nach „Hightech“ an. Aber kann man wirklich stolz darauf sein und welche Größenordnungen verbergen sich hinter diesen Prozentangaben. Zumal man sich bei Prozent-Angaben immer fragen sollte: Wer oder was sind die 100 Prozent? Der bessern Vergleichbarkeit wegen sind die folgenden Angaben auf TWh, das sind Mrd. kWh umgerechnet.

Als „Quersumme“ aller Zahlen ergibt sich: Mit 152,4 TWh liegt die Biomasse bei insgesamt 222,0 TWh Endenergie aus allen erneuerbaren Energien weit vorne. Den absolut größten Anteil haben hier biogene Festbrennstoffe (Haushalte). Bei der erneuerbaren Energie in Deutschland handelt es sich schlicht und einfach um Holz. Wobei auch den biogenen Festbrennstoffen (Industrie) und dem biogenem Anteil des Abfalls in diesem Zusammenhang gehörige Portionen zukommen. Irgendwie vermitteln die „öffentliche Meinung“ und die „veröffentlichte Meinung“ andere Bilder. Woran mag das liegen?

Anteile der erneuerbaren Energien im Einzelnen

Wärmeerzeugung durch erneuerbare Energien
Im Wärmemarkt trägt die gesamte Biomasse (feste, flüssige und gasförmige Biomasse, Klär- und Depotgas, biogener Abfall) mit 84,3 TWh den größten Anteil zur Wärmebereitstellung bei. Die Anteile der Solarwärme und der Geothermie sind mit 3,7 TWh bzw. 2,3 TWh noch deutlich untergeordnet. Der Einsatz von Brennholz in Haushalten ist um 8% gestiegen, die Nachfrage nach Pelletheizungen ist allerdings im letzten Jahr nicht mehr so stark angestiegen wie in 2006.

Erneuerbare Energien beim Kraftstoffverbrauch
In 2007 war ein Anstieg beim biogenen Kraftstoffabsatz zu verzeichnen. Er steig auf 44,4 TWh. Neben dem nach wie vor dominierenden Absatz von Biodiesel mit 32,9 TWh wurden für das vergangene Jahr 7,9 TWh Pflanzenöl und 3,5 TWh Bioethanol registriert. Das sind lt. BMU-Bericht 6,9 % des Kraftstoff-Verbrauchs, bezogen auf den gesamten Straßenverkehr und 1,2 % bezogen auf den gesamten Primärenergieverbrauch. Immerhin.

Stromerzeugung durch erneuerbare Energien
Durch die Nutzung der Windenergie wurden im vergangenen Jahr 39,5 Mrd. kWh zur Stromerzeugung bereitgestellt. Mit einer Neuinstallation von 1.625 MW liegt Deutschland in 2007 „...weiterhin an der Weltspitze.“ Das relativiert sich schnell beim Vergleich mit den aktuellen Spitzenreitern USA (5.244 MW), Spanien (3.533 MW), China (3.449 MW) und Indien mit 1.730 MW. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft blieb mit 20,7 Mrd. kWh weitgehend stabil. Die Verstromung von Biomasse stieg auf 17,4 Mrd. kWh. Zusammen mit Deponie- und Klärgas und dem biogenen Anteil der Abfälle lag die gesamte Biomasse bei der Stromerzeugung mit 23,8 Mrd. kWh erstmals vor der Wasserkraft. Photovoltaik stieg um rd. 60 % auf 3,5 Mrd. kWh und erreichte damit stolze 0,6 % Anteil am gesamten Bruttostromverbrauch. Der Anteil der Geothermie für die Stromerzeugung ist mit 0,0004 TWh in 2007 noch vernachlässigbar.

Kommen wir letztlich zum Beschäftigungseffekt. An der oft zitierten „weltweit technisch profiliertesten Industrie mit über 200.000 entstandenen Arbeitsplätzen (EUROSOLAR, 30. Mai 2008) trägt die Biomasse mit 96.100 Beschäftigen den größten Teil zur Bruttobeschäftigung bei, gefolgt von der Windenergie mit 84.300, der Solarenergie mit 50.700, der Wasserkraft mit 9.400 und der Geothermie mit 4.500 Beschäftigten. Nicht zu vergessen die 4.000 Personen, deren Beschäftigung: „durch die Bereitstellung öffentlicher und privater Mittel in Forschung und Verwaltung hervorgerufen wird.“

Jetzt kann sich jeder selber ausrechnen, welche Trends in diesen Zahlen liegen ob und was das alles wohl mit Wasserstoff und Brennstoffzellen zu tun haben könnte, wo die Zukunft liegt und wie man dort hin kommen wird. Es bleibt auf jeden Fall spannend.

(*) Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland im Jahr 2007, Stand: März 2008, Herausgeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Berlin



Autor:
Arno A. Evers, Starnberg
Juni 2008
www.fair-pr.com



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