Wie man Strom spart und dabei nicht nur den Geldbeutel,
sondern auch gleichzeitig die Umwelt schont, wissen die meisten.
An der Umsetzung in die Praxis hapert es bei vielen, ist man doch
häufig zu bequem und möchte auf den gewohnten Komfort nicht
verzichten. Auch veraltete Haushaltsgeräte verursachen häufig
hohe Stromkosten, so dass sich die Anschaffung neuer Geräte
durchaus lohnen kann. Doch wie macht man die größten
Stromfresser im Haushalt aus? Reicht es, beim Kauf eines neuen
Haushaltsgeräts die Energieeffizienzklasse B
auszuwählen? Und lohnt es sich eigentlich, Standby-Geräte nach
Benutzung immer auszuschalten? Sind Energiesparlampen
tatsächlich immer die bessere Alternative? energieportal24.de
ist diesen Fragen auf den Grund gegangen...
Energieeffizenzklassen
Für Elektrobacköfen, Geschirrspülmaschinen, Kühl- und
Gefriergeräte, Leuchtmittel, Wäschetrockner, Waschtrockner,
Waschmaschinen und Raumklimageräte wurden im Jahr 1994 die
Energieeffizienzklassen A-G eingeführt. Diese müssen auf allen
entsprechenden Geräten gut sichtbar ausgezeichnet sein, so dass
der Verbraucher die Energieeffizienz bei seiner Kaufentscheidung
berücksichtigen kann. Dabei steht A für den niedrigsten und G
für den höchsten Verbrauch. Seit 1994 wurden die Geräte immer
effizienter, so dass im Jahr 2003 im Bereich der Kühl- und
Kühl- und Gefrierkombinationen zusätzlich die Klassen A+ und
A++ eingeführt wurden, wobei die Klasse A++ für einen in etwa
45 % geringeren Verbrauch steht als die Klasse A. Ein Gerät der
Klasse B kann insofern durchaus das am wenigsten
effiziente Gerät seiner Kategorie sein.
Stromfresser im Haushalt
Wer seine Stromfresser gezielt ausfindig machen möchte,
sollte sich ein Energiemessgerät anschaffen, welches zwischen
die Steckdose und das zu testende Gerät geschaltet wird und den
Stromverbrauch ermittelt. Ein solches Gerät entlarvt auch die
Übeltäter, die selbst im ausgeschalteten Zustand noch Strom
verbrauchen und am besten mit einer ausschaltbaren Steckdose
außer Gefecht gesetzt werden können.
Kühlgeräte und Kühl-/ Gefrierkombinationen verbrauchen ein
Fünftel der Energiekosten eines Durchschnittshaushalts. Durch
verschiedene Maßnahmen lässt sich der Verbrauch dieser Geräte
verringern:
- Je kälter die Umgebungstemperatur, umso weniger Energie
muss das Gerät aufbringen. Demnach sollten die Geräte
in kühlen Räumen, fernab von Heizung und
Sonneneinstrahlung, also am besten im Keller,
positioniert werden. Auch ist darauf zu achten, dass die
Wärme aus dem Gerät ungehindert austreten kann, dass
die Belüftungsgitter nicht verdeckt sind und
regelmäßig gereinigt werden.
- Tauschen Sie defekte Türdichtungen sofort aus.
- Vermeiden Sie häufiges und langes Öffnen der Türen.
Schaffen Sie Übersicht in den Geräten, um langes Suchen
zu vermeiden.
- Regeln Sie die Temperatur nicht zu weit hinunter: Im
Allgemeinen reichen 7° C im Kühlschrank und minus 18°
C im Gefriergerät aus. Wird der Kühlschrank um nur 1°
C kälter eingestellt, steigt der Verbrauch des Geräts
um 6 %.
- Nur kühle Getränke und Speisen in die Geräte stellen
Auch Waschmaschinen, Waschtrockner und Wäschetrockner
verzehren einen großen Anteil der Stromkosten.
- Auch hier gilt: Schalten Sie die Geräte nur bei voll
ausgenutzter Kapazität ein
- Reinigen Sie regelmäßig die Flusensiebe
- In der Regel ist ein Waschgang bei 30 oder 40° C ebenso
effektiv wie bei 90° C.
- Auch der Vorwaschgang ist meist nicht notwendig.
- Sofern Sie einen Wäschetrockner benutzen, so achten Sie
darauf, dass die Wäsche vorher gut geschleudert wurde
(bei mindestens 1. 200 Umdrehungen) und trocknen Sie Ihre
Wäsche so oft es geht auf der Leine.
- Ablufttrockner verbrauchen weniger Energie als
Kondenstrockner.
- Sofern Ihr Warmwasser nicht auf elektrischem Wege erzeugt
wird und aus Ihrem Warmwasserhahn schnell warmes Wasser
kommt, kann es sich lohnen, die Geschirrspülmaschine und
die Waschmaschine direkt an das Warmwasser
anzuschließen, denn für das Aufheizen des Wassers
benötigen diese Geräte die meiste Energie.
- Nutzen Sie beim Bügeln die Nachwärme des Bügeleisens
und schalten Sie es einfach 10 Minuten früher aus.
Obwohl Standby-Geräte einen relativ geringen Anteil am
Stromverbrauch eines Durchschnittshaushalts haben, schonen Sie
Ihren Geldbeutel, wenn Sie diese Geräte bei Nichtbenutzung
ausschalten. Dies funktioniert am einfachsten mittels einer
Steckdosenleiste mit An-/ und Ausschalter, die leicht zugänglich
sein sollte. Gewöhnen Sie sich jeden Abend an, den Schalter an
der Steckdose auszuschalten. Berücksichtigen Sie vor dem Kauf
von Standby-Geräten auch den Stromverbrauch im Standby-Betrieb.
Ziehen Sie den Stecker von Akku-Ladegeräten, Netzteilen,
Druckern etc. generell bei Nichtbetrieb aus der Steckdose, sie
verbrauchen ansonsten weiterhin Strom.
Schalten Sie Ihren PC oder Laptop aus, sofern Sie ihn länger
nicht benutzen. Bei kurzen Pausen (bereits ab 15 Minuten) lohnt
es sich, den Rechner in den Standby-Modus zu versetzen werden.
Auf Knopfdruck ist der Rechner und alle zuvor gestarteten
Programme anschließend wieder betriebsbereit.
Auch beim Kochen lässt sich
Energie sparen:
- Benutzen Sie grundsätzlich Töpfe, die zur Größe der
Platte passen, niemals zu kleine Töpfe und kochen Sie
immer mit Deckel.
Füllen Sie nur wenig Wasser in den Topf, dies hat auf
die Garzeit keinen Einfluss.
Schalten Sie die Platte etwas früher ab und nutzen Sie
die Nachwärme
Kochen Sie Gerichte mit längeren Garzeiten mit dem
Schnellkochtopf, so sparen Sie nicht nur Zeit und Strom,
sondern bereiten Ihre Mahlzeiten auch vitaminreicher zu.
Beleuchtung
Tauschen Sie Ihre Glühbirnen insbesondere in Räumen, in
welchen das Licht über eine längere Zeit eingeschaltet ist,
durch Energiesparbirnen aus. Diese sind zwar in der Anschaffung
teurer als herkömmliche Glühbirnen, jedoch verbrauchen sie bis
zu 80 % weniger Strom und haben eine etwa zehn mal so lange
Lebenserwartung. Dass Energiesparlampen kaltes Licht machen,
trifft heute längst nicht mehr auf alle Energiesparlampen zu.
Moderne Energiesparlampen sind ebenso komfortabel wie
herkömmliche Leuchtmittel. Beachten Sie jedoch, dass
Energiesparbirnen nicht im Hausmüll entsorgt werden dürfen
sondern als Sondermüll zu behandeln sind.
Nicht zuletzt kann der Wechsel zu einem günstigeren
Stromanbieter für eine deutlich geringere Stromrechnung sorgen.
So freut sich nicht nur das Konto, sondern auch die Umwelt.