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Energieausweise für Wohngebäude und Nichtwohngebäude

Fachbericht | Wörter: 743 | Aufrufe: 10185 | Druckbare Version

Jeder profitiert von der EnEV 2007: Eigentümer – Käufer – Vermieter - Mieter

Seit 25. April ist die EnEV von der Bundesregierung beschlossen. Mit der neuen Energieeinsparverordnung wird die Europäische Richtlinie 2002/91/EG zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden in nationales Recht umgesetzt.

Bei der Energieeinsparverordnung EnEV 2004 ist der Energiebedarfsausweis nur für Neubauten oder bei wesentlichen baulichen Veränderungen von Bestandsgebäuden anzuwenden. Die bisherige Unterscheidung zwischen Gebäuden mit normalen Innentemperaturen und Gebäuden mit niedrigen Innentemperaturen ist in der neuen EnEV 2007 mit derzeit elf Anhängen nicht mehr zu finden.

Mit der neuen „Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparender Anlagentechnik bei Gebäuden“, wie die Energieeinsparverordnung 2007 auch genannt wird, sind erstmalig die ungleich komplexeren Nichtwohngebäude klassifiziert. Zur „Energetischen Bewertung von Gebäuden“ hat deshalb das Deutsche Institut für Normung e.V. (DIN) in Berlin die Vornormreihe DIN V 18599 im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW) entwickelt. Die neue Vornorm DIN V 18599 umfasst insgesamt zehn Teile und ist auf Nichtwohngebäude anzuwenden. Diese neue Norm berücksichtigt alle Randbedingungen, nicht nur Heizung, Lüftung und Warmwasser, wie es die derzeit geltende Energieeinsparverordnung vorgibt, sondern bildet zukünftig auch die Parameter für Klimaanlagen, Beleuchtung, passive Solarsysteme und den Sonnenschutz sowie der Belüftung ab.

Neu ist zukünftig bei zu errichtenden Wohngebäuden mit mehr als 1000 m2 Gebäudenutzfläche und bei zu errichtenden Nichtwohngebäuden mit mehr als 1000 m2 Nettogrundfläche die Einsetzbarkeit alternativer Energieversorgungssysteme auf Grundlage erneuerbarer Energieträger, Kraft-Wärme-Kopplung, Fern- und Blockheizung, Fern- und Blockkühlung oder Wärmepumpen vor Baubeginn zu berücksichtigen.

Mit der neuen EnEV 2007 wird auch der Energieausweis für den Bestand von Wohn- und Nichtwohngebäuden Pflicht! Der neue Energieausweis soll kostengünstig, leicht verständlich und bei Bestandsgebäuden auch Modernisierungsempfehlungen zur Steigerung der Effizienz enthalten. Zur Erstellung der Ausweise ist eine zeitintensive Begehung des Gebäudes durch den Nachweisersteller nicht zwingend erforderlich. Es werden Energieausweise für Wohngebäude und Energieausweise für Nichtwohngebäude unterschieden. Energieausweise sind für eine Gültigkeitsdauer von zehn Jahren auszustellen. Eine Verlängerung der Gültigkeitsdauer ist nicht zulässig.

Zukünftig sind Eigentümer und Vermieter verpflichtet, im Falle des Verkaufs oder der Vermietung den Kauf- und Mietinteressenten einen Energieausweis zugänglich zu machen. Gleiches gilt entsprechend für Verpächter und Leasinggeber oder beim Leasing eines Gebäudes, einer Wohnung oder einer sonstigen selbstständigen Nutzungseinheit. Wenn das Gebäude keine unterschiedliche Nutzung aufweist. dann ist der Energieausweis für das gesamte Gebäude auszustellen. Tatsächlich können die Verbrauchsdaten einzelner Wohneinheiten stark differieren, weil sie von deren Lage im Gebäude, von der jeweiligen Nutzung und vom individuellen Verhalten abhängen.

Eigentümer und Vermieter von Wohngebäuden mit mehr als fünf Wohneinheiten können Energieausweise auf der Grundlage des berechneten Energiebedarfs oder des gemessenen Energieverbrauchs erstellen. Ist das Wohngebäude mit bis zu 4 Wohnungen nach dem Mindeststandard der Wärmeschutzverordnung von 1977 errichtet oder wurde später auf diesen Stand gebracht, besteht ebenfalls Wahlfreiheit. Bei Neubauten, bei baulichen Änderungen an Bestandsgebäuden oder für Wohngebäude mit bis zu fünf Wohnungen aus der Zeit vor der Wärmeschutzverordnung von 1977 ist der „Bedarfsausweis“ verbindlich vorgeschrieben. Für alle anderen Bestandsgebäude – Wohn- wie Nichtwohngebäude - können Energieausweise sowohl auf der Grundlage des berechneten Energiebedarfs als auch auf der Grundlage des gemessenen Energieverbrauchs erstellt werden.

Vermieter, Verkäufer und Leasinggeber haben den Energieausweis für Wohngebäude bis Baujahr 1965 erst ab 1. Januar 2008, für später errichtete Wohngebäude erst ab dem 1. Juli 2008 zugänglich zu machen. Für Nichtwohngebäude gilt dies erst ab dem 1. Januar 2009. Bei öffentlichen Nichtwohngebäuden mit mehr als 1000 m2 Nettogrundfläche mit Publikumsverkehr ist der Energieausweis ab 1. Januar 2009 an einer gut sichtbaren Stelle auszuhängen. Eine Nichteinhaltung der EnEV kann mit einer Ordnungswidrigkeit bestraft werden.

Der Herausgeber:

Architekt Werner Friedl ist Experte für energiesparendes Bauen und plant bereits seit Ende der 90er Jahre energieoptimierte Passivhäuser. Für sein Engagement zur Energieeinsparung in Gebäuden wurde er nun mit dem von Heinz Arnold gestifteten Umweltpreis des Landkreises Aichach-Friedberg ausgezeichnet. Lesen Sie hier mehr!

[ Informationen unter:

et=0>www.forum-verlag.com/energev ]

www.architekt-friedl.de
Friedl Werner Dipl.-Ing (FH), Architekt

Ulrich Jung EnEV und Energieausweise

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