Zum Inhalt springen

Tipps und Tricks zur Heizungssanierung

Fachbericht | Wörter: 639 | Aufrufe: 20810 | Druckbare Version

Die Einführung des Energieausweises motiviert Hausbesitzer verstärkt dazu, über die Modernisierung und Sanierung von Gebäuden nachzudenken. Darüber hinaus soll das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) ab 2009 Bauherren von Neubauten zur Nutzung erneuerbarer Energien verpflichten. So müssen künftig 14 Prozent des Wärmebedarfs eines neuen Hauses alternativ erzeugt werden – wobei davon ausgegangen wird, dass dies in der Regel durch die Nutzung von Solarkollektoren erzielt wird. Fördergelder und günstige Kredite unterstützen solche Sanierungs- oder Modernisierungsvorhaben zur Heizung (weiter) umfassend. Arbeiten im Bereich der Wärmedämmung stehen gemeinsam mit Modifikationen an der bestehenden Heizungsanlage weit oben auf der Liste bevorzugter Bauprojekte.
Im Zuge einer Heizungssanierung lässt sich durch die Kombination mit einer Solaranlage, deren Kollektor Sonnenwärme aufnimmt, die Energiebilanz verbessern. Bei älteren Gebäuden muss hierbei der vorhandenen Kamin geprüft werden. Abgase aus modernen Anlagen sind wesentlich kühler als das früher der Fall war, was dazu führt, dass sie im Kamin kondensieren und dort das Mauerwerk angreifen.


Energieausweis

Die Neufassung der Energieeinsparungsverordnung wurde 2007 durch die Bundesregierung verabschiedet. Zentraler Bestandteil: Ab 2008 müssen für sämtliche Wohngebäude Energieausweise erstellt werden.

Diese enthalten die Werte für Strom und Heizungsverbrauch. Der Hausbesitzer muss sie Mietern und Käufern vorlegen. Der Energieverbrauch soll dadurch transparent werden.

Die Regierung geht davon aus, dass durch die neue Verordnung mehr Eigentümer Sanierungsmaßnahmen durchführen. Wer sein Gebäude nicht auf einen optimalen Energiestatus bringt, hat bei Verkauf oder Vermietung künftig schlechte Karten.

Ist man Eigentümer von vier oder mehr Wohneinheiten, dann hat man die Wahl: Der Energieausweis kann sowohl auf Basis des realen Verbrauchs erstellt werden als auch über berechnete Werte.

Heizungssanierung

In den meisten Fällen ist die Sanierung einer Heizungsanlage weniger aufwändig als man denkt. Es muss allerdings ein Konzept her: Bleibt die alte Anlage erhalten und wird nur in Teilen erneuert? Wird neue, regenerative Technik hinzugefügt, um künftig mehr Energie einzusparen? Oder wird die ganze Heizungsanlage ersetzt, weil sie nicht mehr zeitgemäß ist und zuviel Energie verbraucht.

Kombiniert der Eigentümer seine Heizung mit einer Solaranlage, dann spart er nicht nur bis zu 16% Kraftstoffe ein. Sonne steht unbegrenzt zur Verfügung und der Staat fördert regenerative Energien. Durch Sonne erwärmtes Wasser wird dann zum Heizen oder zur Brauchwassererwärmung verwendet. Oft kann die Solartechnik einer bestehenden Anlage hinzugefügt werden, ohne dass diese komplett ausgetauscht werden muss.

Brennwertkessel sind eine weitere Möglichkeit zur Effizienzsteigerung der ganzen Anlage. Bei dieser modernen Technik wird auch die Wärme der Abgase genutzt. Das macht bei Ölheizungen eine Steigerung der Leistung bei gleichem Verbrauch von 6%, bei Gasheizungen sogar bis zu 11% aus.

Aufmerksamkeit ist allerdings geboten, wenn ein moderner Kessel zum Einsatz kommt. Der Durchmesser alter Kamine ist häufig zu groß, die Abgase des neuen Kessels dagegen nicht heiß genug. Die Folge: Abgase erreichen nicht mehr den Kaminausgang und kondensieren stattdessen im Abzug. Das Mauerwerk im Kamin wird angegriffen und durchfeuchtet. Man spricht von Versottung. Eine Kaminsanierung sorgt hier für Abhilfe.

Veraltete Heizkörper stellen oft eine Schwachstelle der Heizungsanlage dar. Geringe Effizienz in Kombination mit dem Risiko der Durchrostung ist das Hauptproblem. Moderne Radiatoren erbringen in beiden Belangen eine überzeugende Verbesserung.

Bei allen Veränderungen der Heizungsanlage müssen auch die Dämmwerte eines Gebäudes einbezogen werden. Je höher die Leistung einer neuen Anlage, desto größer der Verlust durch schlechte Isolierung. Fenster und Türen sind hier ebenso Schwachstellen, wie Kältebrücken, Hohlräume und fehlende Dämmung an Dächern, Fassaden und Zwischendecken. Nachträgliche Dämmung muss in das Sanierungskonzept einbezogen werden.


Kosten

Während die Kosten für eine umfassende Heizungssanierung den Eigentümer zunächst abschrecken, relativieren sich diese bei genauer Betrachtung. Brennwertkessel, Solaranlage, nachträglich Dämmung und Kaminsanierung sind kostspielig, sparen kombiniert allerdings auch oft die Hälfte der bisherigen Energiekosten ein. So lassen s
ich Sanierungen schnell refinanzieren.

Die konkreten Preise hängen dabei von der Größe einer Anlage und dem Ausmaß der Veränderungen ab. Fachbetriebe ermitteln im persönlichen Gespräch die Anforderungen und machen sich ein Bild von der jetzigen Situation. So gelangt der Eigentümer schnell zu einer Kosteneinschätzung, die durch Förderungsmaßnahmen zusätzlich reduziert wird.


Fördermöglichkeiten

Der Staat und die Kommunen fördern Sanierungsmaßnahmen, die zur Energieeinsparung führen. Insbesondere dann, wenn regenerative Energie mit einbezogen wird, stehen weitere Förderungen zur Verfügung.

Die KfW unterstützt Sanierungen durch zinsbegünstigte Langzeitkredite, wenn die Maßnahme dazu beiträgt, Energie zu sparen.

Fachbetriebe aus den Bereichen Heizungsbau und Bautenschutz sind erste Ansprechpartner. Die Unternehmen sind neben den nötigen Maßnahmen auch mit Förderungsprogrammen vertraut. So kann die Sanierung in Bezug auf öffentliche Unterstützung optimiert werden. Weitere Informationen zu Fördermöglichkeiten finden Sie in unseren Links.
Förderungen für Erneuerbare Energien

Diesen Artikel empfehlen:




Vorheriger Bericht zum Thema Energiesparendes Bauen
Energiesparen beim Bau oder der Sanierung von Wohnraum - wichtiger denn je Energiesparen beim Bau oder der Sanierung von Wohnraum - wichtiger denn je
Nächster Bericht zum Thema Energiesparendes Bauen
Passivhausdämmung zum EnEV Preis Passivhausdämmung zum EnEV Preis