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HZwei: H2-Tankstelle in Berlin eingeweiht

Fachbericht | Wörter: 593 | Aufrufe: 7401 | Druckbare Version

H2-Tankstelle in Berlin eingeweiht

Minister Tiefensee kündigt 500 Millionen Euro Förderung an

(SG) Jetzt kommt die Unterstützung von ganz oben. Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee und sein französischer Amtskollege Dominique Perben haben Mitte März im Rahmen der 6. Deutsch-Französischen Ministerratssitzung in Berlin-Spandau die CEP Total H2-Tankstelle auf dem BVG-Gelände in Berlin eingeweiht. In seiner Eröffnungsrede kündigte Tiefensee an, innerhalb der nächsten zehn Jahre 500 Mio. Euro in die Weiterentwicklung der Wasserstofftechnik investieren zu wollen: „Dies ist ein guter Tag für den Durchbruch der Wasserstofftechnologie.“

Die Bundesregierung höchstselbst hatte eingeladen, und zahlreiche prominente Gäste waren zu der feierlichen Eröffnung der nunmehr dritten Wasserstofftankstelle in Berlin erschienen. Wolfgang Tiefensee, Bundesminister für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung, zeigte sich hochinteressiert an der Zukunftstechnologie und kündigte politische Unterstützung an, um die noch notwendigen Forschungsarbeiten weiter vorantreiben zu können. Der frühere Leipziger Bürgermeister sprach von einem neuen nationalen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Innovationsprogramm, mit dessen Hilfe wichtige Entwicklungen vorangetrieben werden sollen: „Wir werden unser Engagement künftig verstärken und zusätzliche Fördermittel von 500 Mio. Euro für die kommenden zehn Jahre bereitstellen.“

Bild: Minister-Enthüllung-Total.jpg Total Deutschland Geschäftsführer Thierry Pflimlin, Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee und der französische Minister Dominique Perben (v.l.) bei der Enthüllung der Tankstelle.

Quelle: Total Deutschland GmbH

Neues Konzept für 2. CEP-Station

Die mittlerweile zweite in Berlin aufgebaute CEP-Tankstelle verfügt ergänzend zu den konventionellen Benzin- und Diesel-Zapfsäulen über Betankungsanlagen für GH2, LH2 und auch LPG (gasförmiger und flüssiger Wasserstoff sowie Flüssiggas). Diese neu installierten Zapfsäulen befinden sich auf dem Tankstellengelände der Total-Station Heerstraße und sind frei zugänglich. Außerdem wurde eine weitere komplette Betankungsanlage auf dem angrenzenden BVG-Gelände für die Stadtbusse eingerichtet.

Beide Anlagen beziehen ihren Wasserstoff aus dem dazwischen platzierten 17600 Liter fassenden LH2-Speicher der Linde AG. Dessen Abdampfverluste (entweichender gasförmiger Wasserstoff) werden aufgefangen und sollen die zwei stationären Brennstoffzellen versorgen, die nach Abschluss aller Arbeiten Strom und Wärme für die Geschäftsräume der Tankstelle liefern werden. Die Versorgung mit GH2 soll ab Juni über Dampfreformierung von Propan und Butan (Flüssiggas), das ohnehin für die LPG-Betankung bevorratet wird, sichergestellt werden. Der auf diese Weise erzeugte Wasserstoff wird bis auf 415 bar komprimiert, damit die Fahrzeuge dann mit 350 bar befüllt werden können.

Ein Kilogramm dieses Kraftstoffes kostet derzeit rund acht Euro. Zum Vergleich: Das entspräche einer Verdoppelung des Preises für Dieselkraftstoff. Subventionen von Seiten der CEP-Partner in nicht näher benannter Höhe sind dabei schon mit berücksichtigt. Joachim Wolf, der Executive Director Hydrogen Solutions bei der Linde AG, hofft jedoch, dass in vier Jahren 500 bis 1000 H2-Fahrzeuge in Berlin unterwegs sein werden, so dass dann ein akzeptables Preisniveau allein durch die gesteigerte Nachfrage erreichbar ist.

14 H2-Busse für Berlin

Thierry Pflimlin, Geschäftsführer der Total Deutschland GmbH, erklärte: „Mit dieser neuen Tankstelle stärken wir die Clean Energy Partnership, die Berlin zu einer Metropole der internationalen Forschung für Wasserstoff im Verkehr gemacht hat. Keine andere Stadt der Welt kann eine vergleichbar große Zahl von Wasserstoff-Fahrzeugen und –Infrastruktureinrichtungen aufweisen wie Berlin.“

Andreas Sturmowski, Vorstandsvorsitzender der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), zeigte sich hocherfreut, mit der Tankstelleneinweihung einen großen Schritt im Sinne der Nachhaltigkeit getan zu haben. Er sagte: „Umweltschutz ist bei uns in der BVG nicht nur gleichberechtigtes Unternehmensziel, er hat für die BVG schon immer eine wichtige Rolle gespielt.“ Das größte kommunale Nahverkehrsunternehmen Deutschlands freue sich daher, auch auf diesem Gebiet Standards setzen und Vorreiter beim Schutz der Umwelt sein zu können.

Um dies zu untermauern wird die BVG insgesamt 14 wasserstoffbetriebene Busse des HyFLEET-Projektes einsetzen. Die ersten beiden Zweiachser mit H2-Verbrennungsmotor sollen bereits zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 einsatzbereit sein, zwölf weitere werden dann innerhalb von zwei Jahren von MAN und Neoman ausgeliefert und sollen bis Anfang 2009 im Rahmen dieses Vorhabens betrieben werden.

Quelle: HZwei, April 2006, www.hzwei.

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Autor: Sven Geitmann


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