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Wie steigende Spritpreise uns kalt lassen können

Fachbericht | Wörter: 670 | Aufrufe: 8734 | Druckbare Version

Wie steigende Spritpreise uns kalt lassen können

Steigende Benzin- und Dieselpreise an deutschen Zapfsäulen sorgen bundesweit für z. T. heftige Diskussionen. Die aktuelle Preisentwicklung für Kraftstoffe kann jedoch auch Anlass sein, über die enormen Energieeinsparpotenziale beim eigenen Auto nachzudenken. Der Bundesverband Solare Mobilität (bsm) verweist in diesem Zusammenhang insbesondere auf alternative Antriebssysteme und Kraftstoffe, mit denen durch verminderten Primärenergieverbrauch auch aktiv Klimaschutz betrieben werden kann.

Der derzeitige Erdöl-Markt zeichnet sich vor allem durch kontinuierlich steigende Preise aus, bedingt durch eine Verknappung des Angebots und weltweit steigende Nachfrage. Dadurch wird der deutsche Verbraucher zukünftig nach wie vor keinerlei Einfluss auf die Preisgestaltung haben. Nichtsdestotrotz kann jeder Autofahrer den eigenen Energieverbrauch beeinflussen und damit letztlich auch die Kosten für die persönliche Mobilität senken und zum Klimaschutz beitragen.

"Bewusstes Autofahren setzt auf alternative Antriebskonzepte und erneuerbare Primärenergien," erklärt Roland Reichel, Vorsitzender des Bundesverbandes Solare Mobilität, und nennt konkrete Beispiele: "Generell kann man sagen, dass grosse Autos mehr Energie verbrauchen als kleine. Der Rollwiderstand hängt prinzipiell vom Gewicht und der Reifenqualität ab, der Luftwiderstand hängt von der Größe und der Bauform des Fahrzeugs ab. Beide Fahrtwiderstände sind naturgemäß bei kleinen leichten und windschnittigen Fahrzeugen geringer. Aber auch die Antriebsart bestimmt den Energieverbrauch. Elektroantriebe haben mit 60 bis 90 % die höchsten Wirkungsgrade, Diesel- und Pflanzenölmotore kommen auf Wirkungsgrade bis 40% und Benzinmotoren haben die schlechteste Energieausnutzung von 15 bis 35 %, jeweils gemessen vom Tanken bis zum Rad. Elektroantriebe haben noch zusätzlich die Vorteile der besseren Wirkungsgrade im Teillastbetrieb, der typisch für Stadtfahrten und Kurzstrecken ist. Gute Elektroantriebe können die Bremsenergie zurückgewinnen, was sich ebenfalls positiv auf die Abnutzung der Bremsscheiben auswirkt."

Die Ergebnisse von fast 20jährigen Verbrauchsmessungen des bsm und kooperierender Gruppen zeigen, dass Elektrofahrzeuge konkurrenzlos niedrige Verbrauchswerte aufweisen. So verbraucht z.B. ein Citroen SAXO im Test immer unter 20 kWh pro 100 km, was energetisch besser ist, als ein 2 Liter-Auto. Aktuelle Leicht-Elektromobile begnügen sich mit rund 5 bis 6 kWh auf 100 km, was dem Energieinhalt von etwa 0,5 bis 0,6 Liter Sprit entspricht. Da mit Strom gefahren wird, können Elektrofahrzeuge alle erneuerbaren Primärenergiequellen, die in Strom umwandelbar sind, nutzen, wie z.B. die bereits erwähnten Sonne-, Wind- und Wasserkräfte.

Das Einsparpotenzial an Treibstoff, Schadstoffen und dem klimaschädlichen CO2 ist bei Verwendung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen am höchsten. Im Idealfall kann völlig abgasfrei gefahren werden, wenn nur Strom aus Sonnen-, Wind- und Wasserkraft verwendet wird.

6 Tipps, wie Sie Energie sparen können: ...



6 Tipps zum Energie sparen

Tipp 1: Steigen Sie um!

Der Elektroantrieb ist eine echte Alternative zum Verbrennungsmotor. Selbst wenn Sie mit einem kleinen leichten Elektromobil bei Ihrem täglichen Weg zur Arbeit etwas länger unterwegs sein sollten, so sparen Sie - Kosten, Stress und Emissionen. Elektrofahrzeuge emittieren im Betrieb keinerlei Abgase und sie sind sehr leise und entspannend. Dazu kommt der finanzielle Vorteil: mit der Entfernungspauschale können Sie denselben steuerlichen Vorteil nutzen, wie wenn Sie mit dem Verbrenner-Auto fahren würden.

Tipp 2: Leichtmobile fahren

Der Energieverbrauch steigt mit dem Gewicht, so dass - bei ansonsten gleichen Reifen - der Rollwiderstand steigt. Leichte Fahrzeuge verbrauchen daher prinzipiell weniger Energie bei gleichen Fahrleistungen.

Tipp 3: Langsamer fahren

Der Energieverbrauch steigt mit der Geschwindigkeit, denn der Luftwiderstand steigt mit der dritten Potenz der Geschwindigkeit. Kleine Fahrzeuge mit geringem Luftwiderstand sind hier vorteilhaft, aber auch mäßige Geschwindigkeiten reduzieren den Energieverbrauch. Elektrofahrzeuge fahren auch in diesem Teillastbetrieb mit guten Antriebswirkungsgraden, anders als viele Verbrennungsmotoren, die bei langsamer Fahrt ungünstig und spritfressend arbeiten.

Tipp 4: Verwenden Sie moderne Energiesparreifen

Moderne Reifen weisen sehr unterschiedliche Rollwiderstände und Lärmemissionen auf. Leichtlaufreifen können die Rollgeräusche und den Energieverbrauch signifikant reduzieren.

Tipp 5: Elektroantriebe für Kurzstrecken

Verbrennungsmotoren sind extrem schlecht im Kurzstreckenverkehr. Sie werden kaum richtig warm, die Emissionen sind bei kaltem Motor hoch, ebenso der Verbrauch und der Verschleiß. Elektroantriebe werden immer im Start-Stop Betrieb gefahren, sie bleiben standardmäßig kalt und Kurzstreckenbetrieb macht ihnen gar nichts aus. Am Abgasverhalten ändert sich nichts, denn Elektroantriebe machen kein Abgas im Betrieb, und der Energieverbrauch steigt auch nicht an. Elektroantriebe sind im Kurzstrecken- und Stadtverkehr einfach besser.

Tipp 6: Fahren Sie Solarmobil im Netzverbund

Durch die Installation einer eigenen Solaranlage mit Netzeinspeisung können Sie mehr Strom erzeugen, als Ihr Fahrzeug verbraucht. Das E-Mobil wird dadurch zum Solarmobil, auch ohne direkte Solarmodule auf dem Fahrzeug. Die stationäre Anlage speist den Solarstrom tagsüber ins Netz während das E-Mobil unterwegs ist. Nachts wird die gleiche Energiemenge aus dem Netz ins Fahrzeug geladen. So wie Sie ihr Geld auch zwischendurch in der Bank deponieren, können Sie es mit der Energie und dem Netz auch tun.

Autor: Roland Reichel, Feb. 2006



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