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Geothermisches Heizwerk in Erding erweitert Kapazitäten

Fachbericht | Wörter: 362 | Aufrufe: 10419 | Druckbare Version

Geothermisches Heizwerk in Erding erweitert Kapazitäten

Das Geothermieheizwerk in Erding gehört zu den Pionieranlagen für die Nutzung der Erdwärme in Oberbayern. Doch aus den Pioniertagen ist man längst heraus.

Seit der offiziellen Inbetriebnahme in 1998 wurde das Versorgungsnetz kontinuierlich erweitert. Die Nachfrage nach zuverlässiger und bezahlbarer Versorgung mit Wärmeenergie nahm auf Grund der Entwicklungen auf dem Öl- und Gasmarkt stark zu. Die Kapazitäten der derzeit vorhandenen Tiefbohrung reichten nicht mehr aus, den zukünftigen Bedarf zu decken. Das System muss ausgebaut werden.

Zu diesem Zweck unterzeichneten am 09.02.06 der Vorsitzende des Zweckverbandes für Geowärme Erding, Landrat Martin Bayersdorfer und Reinhard Störmer, Vorstandsmitglied der STEAG Saar Energie sowie Vertriebsleiter Hans Joachim Weiersbach einen Vertrag zur Ausweitung der Erdinger Fernwärmeversorgung.

Der Zweckverband liefert die aus 2.350 Metern Tiefe geholte Wärme an das von der STEAG betriebene Fernwärmenetz. Derzeit verfügt dieses über einen Anschlusswert von 30 MW und eine Netzlänge von rund 15 km. Mit der Vertragsunterzeichnung wurde der Energiedienstleister mit der Planung, dem Bau und Betrieb der Anlagenerweiterung in Erding beauftragt.

Die STEAG Saar Energie errichtet nun im Westen der Stadt ein zweites Geoheizwerk. Dieses wird über eine Leitung mit der Förderbohrung verbunden. zum neuen Geoheizwerk, durch die heißes Thermalwasser geführt wird.

Der Ausbau der Kapazitäten erfordert zudem eine weitere, 2.100 m tiefe Bohrung, in der das abgekühlte Wasser wieder in den Untergrund verpresst wird. Auch das bereits bestehende Heizwerk wird mit dieser Bohrung verbunden.

Es entstehen zwei Fernwärmekreisläufe mit eigenen Energieerzeugungsanlagen, die eine Thermalwasserquelle gemeinsam nutzen. Die Investitionen für die Ausweitung der Fernwärmeversorgung (Geoheizwerk und Netz) belaufen sich auf 18,7 Millionen Euro. Das neue Geoheizwerk soll ab 2007 (Kesselanlagen) bzw. ab 2009 (Kesselanlagen und Geowärme) betriebsbereit sein.

Geplant ist eine Wärmeerzeugung von 59.000 Megawattstunden pro Jahr im Endausbau. Dies entspräche der Versorgung von 3.278 Einfamilienhaushalten. Mit der neuen Anlage werden unter anderem zwei bestehende und ein geplantes Gewerbegebiet sowie zwei geplante neue Wohngebiete versorgt.

Erding - Die bestehende Versorgung

Anschlusswert: 30 MW
Wärmeerzeugung: 49.000 MWh/a
Netzlänge: 15 km

Investitionen (Geoheizwerk, Netz): 16,3 Mio. Euro

Erzeugungseinheiten:
3 Direktwärmetauscher, Heizleistung: je 1,1 MW
1 Absorptionswärmepumpe: 7 MW
2 Reserve- und Spitzenkessel: je 5 MW
1 Abgaswärmetauscher: 0,3 MW

Förderbohrung:
Vertikal, Endteufe: 2.350 m
Quelle: derzeit 62 °C, 24 l/s (55 l/s möglich)


Autor: Geothermische Vereinigung e.V., Febr. 2006



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