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Brennwert ist Mehrwert!

Fachbericht | Wörter: 627 | Aufrufe: 22599 | Druckbare Version

In den letzten Jahren hat sich bei den umweltschonenden Erdgasheizungen das Brennwertsystem immer mehr zum Stand der Technik entwickelt. Rund 50 % aller heute neu installierten Erdgasheizungen sind bereits Brennwertsysteme, doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff „Brennwert“?
Der Energiegehalt von Brennstoffen wird mit zwei Messgrößen bewertet, dem Heizwert und dem Brennwert. Mit dem Heizwert wird die „fühlbare Wärme“ bezeichnet, die im Brennstoff enthalten ist. Darüber hinaus enthält der Brennstoff aber auch „versteckte Wärme“. Der gesamte Wärmeinhalt eines Brennstoffs, also die Summe aus „fühlbarer Wärme“ und „versteckter Wärme“, wird als Brennwert bezeichnet.

Weil früher bei normalen Heizkesseln keine Brennwertnutzung möglich war, hat sich in der Praxis für die Berechnung des Nutzungsgrades einer Heizungsanlage als Bezugsgröße der Heizwert durchgesetzt. 100 % Nutzungsgrad bedeutet also: Der Heizwert des Brennstoffes wird komplett ausgenutzt. Bei der Verbrennung in einem normalen Heizkessel wird ein Großteil der enthaltenen „fühlbaren Wärme“ des Brennstoffs genutzt. Einige Prozent gehen aber auch mit dem Abgas verloren, so dass ein normaler Heizkessel etwa 90 % des Heizwertes ausnutzt. Deutliche Verbesserungen brachte dann jedoch vor rund zehn Jahren die Einführung der Brennwerttechnik, denn Brennwertgeräte sind in der Lage, den Abgasen zusätzliche Energie zu entziehen und für die Heizung nutzbar zu machen. Dabei wird den Abgasen nicht nur die restliche „fühlbare Wärme“ entzogen, sondern auch der größte Teil der „versteckten Wärme“. Dies geschieht durch eine Abkühlung des Abgases unter den Taupunkt. Dabei kondensiert der im Abgas enthaltene Wasserdampf, die „versteckte Wärme“ wird freigesetzt und an das Heizungssystem übertragen. Bezieht man die Energie dieser Brennwertnutzung bei der Berechnung des Nutzungsgrades mit ein, so liegen die Nutzungsgrade dieser Heizungen oft über 100 %.

Fast alle bis heute eingebauten Brennwertgeräte sind Gasgeräte. Dieser Umstand ist auf zwei vorteilhafte Eigenschaften des Energieträgers Erdgas im Vergleich zu Heizöl zurückzuführen: Erstens ist der Wasserdampfanteil im Abgas – also die Menge zusätzlicher „versteckter Wärme“ – deutlich größer. Beim Einsatz von Erdgas kann die Brennwertnutzung daher erheblich mehr zusätzlichen Wärmegewinn bringen als bei anderen Brennstoffen. Zweitens ist Erdgas nahezu schwefelfrei. Deshalb bilden sich im Kondenswasser auch keine aggressiven Säuren. Beim Einbau einer neuen Heizung, egal ob im Neubau oder bei der Sanierung einer alten Heizung im Baubestand, sollte deshalb möglichst eine Erdgas-Brennwertheizung zum Einsatz kommen, so das Fazit der ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V., Kaiserslautern. Besonders erfreulich sei in diesem Zusammenhang, dass die Kreditanstalt für Wiederaufbau ab April 2003 ein neues „Wohnraum-Modernisierungsprogramm“ aufgelegt hat, mit dem besonders zinsgünstige Kredite, u.a. für die Heizungserneuerung, zur Verfügung gestellt werden.

Förderprogramminfos bekommen Sie unter www.kfw.de oder unter der KfW-Info-Telefonnummer (01801) 33 55 77 zum Ortstarif.

Quelle: ASUE, 20. M

ai 2003


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