Erdgas – vielseitiger Energieträger mit UmweltvorteilenErdgas – vielseitiger Energieträger mit Umweltvorteilen(864 Wörter in diesem Text, 15649 mal gelesen) 
Erdgas – vielseitiger Energieträger mit Umweltvorteilen

Dass ein vom Menschen verursachter Treibhauseffekt klimaschädigende
Auswirkungen hat, stellt eine zunehmend gesicherte Tatsache dar.
Deshalb darf man die Energieträger – als Emittenten von Treibhausgasen –
nicht allein nach den Kosten beurteilen, ihr Umweltverhalten ist
mindestens ebenso wichtig. Hinzu kommt, dass der weltweite Energiehunger
und damit der Schadstoffausstoß durch aufstrebende Nationen wie Indien
und China weiter wächst. Die ideale Lösung dieses Problems ist die Nutzung
emissionsfreier Energien. Diese werden aber erst in fernerer Zukunft in
ausreichendem Maße zur Verfügung stehen. Bis dahin ist es am sinnvollsten,
unter den fossilen Energieträgern konsequent auf den umweltschonendsten
– das Erdgas – zu setzen.
Der Weltprimärenergiebedarf wird aktuell zu über 90 Prozent durch fossile
Energieträger gedeckt. Bei ihrer Verbrennung entsteht vor allem Kohlendioxid,
dessen Menge vom Kohlenstoffanteil abhängig ist. Energieträger mit hohem
Kohlenstoffanteil setzen viel Kohlendioxid frei, die mit niedrigerem
entsprechend weniger. Dabei reicht die Spanne der Emissionen von 373 Gramm
Kohlendioxid je Kilowattstunde bei Braunkohle bis zu 201 Gramm bei Erdgas.
Bei den Stickstoffoxiden – Mitverursacher von saurem Regen und Auslöser der
Bildung von bodennahem Ozon – nimmt Erdgas ebenfalls einen vorderen Platz ein
und unterbietet Heizöl sowie Braun- und Steinkohlebriketts teilweise deutlich.
Neben der Freisetzung von schädlichen Gasen spielt zunehmend auch die
Staubbelastung eine immer größere Rolle, insbesondere der Feinstaub. Darunter
versteht man Partikel mit einer Größe von unter zehn Mikrometern. Dabei gelten
vor allem Partikel mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometern als
besonders gefährlich, da sie als „lungengängiger Feinstaub“ tief in das
menschliche Atmungsorgan eindringen. Auch in dieser Hinsicht liegt Erdgas
(Brennwerttechnik) vorn, denn bei seiner Verbrennung werden je Kilowattstunde
Nutzwärme nur 0,009 Gramm Staub freigesetzt im Vergleich zu 1,253 Gramm bei
Steinkohlenbriketts.
Das gute Abschneiden von Erdgas in diesen Vergleichen ist vor allem auf dessen
hohen Wasserstoffanteil zurückzuführen: Er beträgt vier Wasserstoffanteil auf
ein Kohlenstoffatom. Bei Erdöl beträgt dieses Verhältnis rund 2 : 1, bei Kohle
nur noch 0,5 : 1. Wasserstoff stellt einen idealen Energieträger dar, da bei
seiner Verbrennung nur reines Wasser entsteht – also weder Staub noch
irgendwelche anderen Emissionen. Nun stellt sich die Frage, warum man nicht
gleich Wasserstoff massenhaft einsetzt. Das liegt unter anderem daran, dass die
Gewinnung von Wasserstoff noch sehr energieaufwändig ist, da er in der Natur
nur in chemisch gebundener Form – zum Beispiel im Wasser – vorkommt. Es hätte
nun unter Berücksichtigung umweltrelevanter Aspekte keinen Sinn, die energetisch
aufwändige Wasserstoffherstellung unter Verwendung von fossilen Energieträgern
durchzuführen. Wirklich „sauberer“ Wasserstoff kann nur mit Hilfe von
regenerativ erzeugter Energie produziert werden.
Eine Möglichkeit zur Einsparung von Energie ist die Substitution der mit
Umwandlungsverlusten erzeugten Sekundärenergie Strom durch
emissionsarme Primärenergien. So arbeiten konventionelle Kraftwerke mit
einem Wirkungsgrad von nur 36 Prozent, die restliche dort eingesetzte
Primärenergie geht gewissermaßen verloren. Daher sollte die Wärmeenergie eines
Primär-energieträgers direkt genutzt werden. Auch dafür bietet sich Erdgas an,
das sich mittlerweile neben der Raumheizung/Warmwasserbereitung zahlreiche
weitere Einsatzgebiete erschlossen hat.
So stellt beispielsweise der Erdgas-Grill eine echte Alternative zum konventionellen
Holzkohle-Grill dar, da beim Grillen weder Qualm noch Asche entstehen, was zu einer
gesünderen Zubereitung führt. Das Wäschetrocknen lässt sich inzwischen ebenfalls mit
Erdgas realisieren. So geht das Wärmetrocknen nicht nur bis zu 40 Prozent schneller,
sondern verringert außerdem den Primärenergiebedarf um bis zu 60 Prozent.
Die Nutzung dieser neuen Erdgasanwendungen ist im Übrigen unkompliziert – dank der
Erdgas-Steckdosen, die sich so einfach wie ihre Elektro-Pendants handhaben lassen.
Der nach wie vor größte Anteil der Erdgasnutzung liegt im Bereich
Kochen/Heizen/Warmwasserbereitung. Dabei sind aber nicht nur
Heizkessel gemeint, auch andere Wärmeerzeuger wie Erdgas-Kamine
und -Kachelöfen sind im Handel verfügbar. Diese Geräte unterscheiden
sich äußerlich kaum von holzbefeuerten, haben aber unter anderem den
Vorteil von auf Knopfdruck verfügbarer Wärme und dem Wegfallen
von Ascheflug im Raum. Und bei Heizsystemen ist die Erdgas-Brennwerttechnik
das Maß der Dinge. Diese Technologie – die auch die im Wasserdampf der
Heizungsabgase enthaltene Wärme nutzbar macht – wird unter anderem vom
Internetportal www.ecotopten.de empfohlen,
weil:
• die Umweltvorteile dieser Geräte gegenüber Erdgas-Niedertemperaturheizungen
und heizölbetriebenen Anlagen offensichtlich und nachgewiesen seien,
• sich normalerweise die Mehrinvestitionen für einen Gas-Brennwertkessel im
Vergleich zu Niedertemperaturkesseln durch die höhere Energieeffizienz
während der Nutzungsphase bezahlt machen und
• es sich dabei um eine ausgereifte Technologie handele, die zuverlässig
funktioniere und die auch von den Handwerksbetrieben beherrscht würde.
Die ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e. V.
hat in der neuen Broschüre „Erdgas für Haus und Auto – Vorteile für die Umwelt“
die Wechselwirkungen zwischen Energieeinsatz und Klimaschutz untersucht und in
aussagekräftigen Grafiken wiedergegeben. Die Publikation eignet sich insbesondere zur
Kommunikation und für Schulungen. Sie ist über die ASUE, Tel. (0631) 360 90 70,
E-Mail: info@asue.de, erhältlich. Einzelexemplare werden kostenfrei abgegeben.
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