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Lösung im Atom-Konflikt Iran - oder Krieg um Öl?

Fachbericht | Wörter: 526 | Aufrufe: 9566 | Druckbare Version

Ursächliche Lösung im Atom-Konflikt Iran - oder Krieg um Öl?

SolarPeace-Pressemitteilung vom 11.8.2005

Die jüngste Entwicklung des Atom-Konflikts im Iran ist bedenklich - die europäische Reaktion auch. Wie ist es möglich, dass Europa angeblich sogar anbietet weitere Atomkraftwerke zu liefern, um den Atom-Konflikt zu lösen? Wir müssen doch erkennen, dass die Ursache dieses Konflikts im Betrieb von Atomkraftwerken liegt, denn ohne diese gibt es keine Wiederaufbereitung bzw. Anreicherung von Uran und damit auch nicht die Gefahr des Missbrauchs für Atomwaffen.

Dass Europa dem Iran die "friedliche Nutzung der Atomenergie" zubilligt ist mehr als zynisch. Die EU-Studie "ECRR 2003 - Recommendations of the European Committee on Radiation Risk" (Brussels 2003) rechnet mit weit über 60 Millionen Todesfällen, meist durch Krebskrankheiten, seit Beginn der Nukleartechnologie 1945. Eine "friedliche Nutzung der Atomenergie" gibt es nicht, weder im Iran noch in Europa oder irgendwo auf der Welt!

Die Entwicklung im Iran, aber auch jene in Nord-Korea, zeigt sehr deutlich, dass glaubhafte Friedenspolitik den Verzicht auf Atomenergie erfordert! Dieser Zusammenhang wurde von SolarPeace.ch in offenen Briefen an Bundespräsident Köhler in Deutschland und an den Schweizer Bundesrat beschrieben. Zur ursächlichen Lösung von Atom-Konflikten muss die Bevölkerung vollständig über die Risiken und Nebenwirkungen von Atomenergie informiert und Atomenergie weltweit durch erneuerbare Energien ersetzt werden.

Auch das neue Buch des Ölexperten Matthew Simmons «Twilight in the Desert: The coming Saudi Oil Shock and the World Economy» mit einer Ölpreis-Prognose von 250 Dollar, zeigt erschreckend, dass wir dringend massiv in erneuerbare Energien, in Energieeffizienz und in neue Antriebskonzepte (z.B. Hybrid, Biogas/Biodiesel-Hybrid) investieren müssen. Dazu gibt es keine Alternative, denn Atomenergie - mit der wir nicht Auto fahren können - ist nicht nur die Ursache explosiver Atom-Konflikte mit möglichen militärischen Folgen, sondern auch wegen seiner Risiken und Nebenwirkungen unverantwortlich.

Bereits am 17.1.2005 berichtete die BBC "US special forces 'inside Iran'" und fragt "Is Iran next for US military?". Und das Magazin 'New Yorker' zitierte Seymour Hersh: "Intelligence officials have revealed that Iran is the Bush administration's next strategic target". Heute (nach dem Irak-Krieg) ist der Iran das Land mit den grössten Erdölreserven, die dem Weltmarkt und damit den Industrieländern noch nicht frei zur Verfügung stehen. Da die Politik die Weichen für erneuerbare Energien noch immer nicht gestellt hat, bleibt Erdöl auf absehbare Zeit ein Lebensnerv von Wirtschaft und Bevölkerung - und somit Kriegsursache. In Pakistan und in Indien gibt es zwar kein Erdöl, aber sowohl Atomkraftwerke als auch Atomwaffen. Trotzdem stand ein militärisches Eingreifen nie auf der Agenda. Ein eventueller Krieg im Iran wäre ein weiterer Krieg um Öl.

Im Gegensatz zum Irak-Krieg wäre ein Krieg im Iran jedoch durch den Betrieb von Atomkraftwerken und der unsinnigen Vorstellung "Die Atomkraft sei aus iranischer Sicht die Energiequelle der Zukunft" ausgelösst. Europa und die Welt kann diese Sichtweise nur durch vollständige und weltweite Aufklärung über die Risiken und Nebenwirkungen von Atomenergie ändern.

Wie kurzsichtig Investitionen in Atomenergie sind, zeigt ein Blick auf die weltweiten Uranvorräte. Würde die Nutzung der Atomenergie auf einen Anteil von 40% an der weltweiten Primärenergieproduktion erhöht, geht der Brennstoff Uran bereits nach 10 Jahren zu ende (gem. jüngsten Zahlen der IEA schon nach 5 Jahren).

Die alten Energieträger Erdöl, Erdgas und Uran gehen zu ende, sind viel zu riskant und durch ihre Neben- und Folgekosten auch viel zu teuer. Die Chancen für unsere Zukunft und die Bedeutung der erneuerbaren Energien für Frieden, Wirtschaft, Sicherheit, Neutralität und Ökologie sind existentiell. Daher ist es so wichtig, dass alle Länder in Europa und der Welt endlich eine wirksame Energiepolitik beginnen.

Quelle: Wolfgang Rehfus, www.SolarPeace.ch, August 2005



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