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Warmwasser-Kosten senken

Fachbericht | Wörter: 779 | Aufrufe: 127050 | Druckbare Version

Die Energiekosten zur Warmwasserbereitung gehören neben den Heizkosten zu den wichtigsten Kostenfaktoren in privaten Haushalten. Im Durchschnitt gehen zwölf Prozent des Energieverbrauchs eines Durchschnittshaushaltes für die Warmwasserbereitung drauf. Während man bei den Heizkosten immer höhere Einsparungen durch den Austausch der Heizkessel und die Umstellung auf effizientere Heizungsanlagen sowie eine verbesserte Wärmedämmung erzielt, steigen die Kosten für die Warmwasserbereitung sogar an. Grund dafür sind die sich verändernden Lebensumstände. Was früher eine Ausnahme war, ist heute tägliches Ritual – die tägliche Dusche.

Aktuell geht man in Deutschland pro Person und Tag von einem durchschnittlichen Wasserverbrauch von 120 Litern aus. Durch gezielte Sparmaßnahmen lässt sich dieser Verbrauch auf rund 80 Liter pro Person und Tag reduzieren. Das senkt natürlich auch die Energiekosten von derzeit im Schnitt 80 bis zu 650 Euro jährlich für die Warmwasserbereitung.

Sparduschköpfe und Durchflussbegrenzer senken Warmwasserkosten

Der größte Teil des täglich genutzten Warmwassers geht für die Körperpflege, also Baden und Duschen, drauf. Hier kann man jedoch erhebliche Einsparungen erzielen, indem man Durchflussbegrenzer und Sparduschköpfe anbringt. Sie sind günstig in der Anschaffung, einfach anzubringen und versprechen ein hohes Einsparpotenzial.

Dabei folgen sie einer einfachen Funktionsweise: Sie teilen den Wasserstrahl am Hahn oder mischen ihm Luft bei. Der Wasserdruck wird dadurch erhöht und die Wasseroberfläche ebenfalls. Dadurch kann bei gleichem Reinigungskomfort Wasser gespart werden. Die Kosten für diese Mittel sind günstig, Sparduschköpfe sind im Handel bereits ab 20 Euro erhältlich, Durchflussbegrenzer teilweise schon für fünf Euro.

Im durchschnittlichen Ein-Personen-Haushalt lassen sich so 25 Prozent der Energiekosten für die Warmwasserbereitung einsparen. Daraus lässt sich folgende Rechnung ableiten:

Die Onlinebrechnung dazu:
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1m³ = 1.000 l
Wasserverbrauch Duschen = 50 l
Wasserverbrauch Baden = 130 l

Wasserkosten/m³ = 2,13 EUR
Energiekosten/kWh = 0,0331 EUR (Erdgas zur Wassererwärmung) und 0,1531 EUR (Strom zur Wassererwärmung)
Energiebedarf = 5,8 kWh Baden mit Erdgas, 2,42 kWh Duschen mit Erdgas, 4,05 kWh Baden mit Strom, 1,69 kWh Duschen mit Strom

300 Tage/Jahr – Duschen
65 Tage/Jahr – Baden

300 Tage * 50 l = 15.000 l
65 Tage * 130 l = 8.450 l
Summe Wasserverbrauch
15.000 l + 8.450 l = 23.450 l
23.450 l/1.000 l = 23,45 m³ Wasser
23,45 m³ * 2,13 EUR = 49,95 EUR

Energiekosten – Erdgas
65 * 5,8 kWh = 377 kWh * 0,0331 Euro = 12,48 Euro (Baden)
300 * 2,42 kWh = 726 kWh * 0,0331 Euro = 24,03 Euro (Duschen)
Gesamtkosten bei erdgasbetriebener Wassererwärmung
49,95 Euro + 12,48 Euro + 24,03 Euro = 86,46 Euro


Energiekosten – Strom
65 * 4,05 kWh = 263,25 kWh * 0,1531 Euro = 40,30 Euro (Baden)
300 * 1,69 kWh = 507 kWh * 0,1531 Euro = 77,62 Euro (Duschen)
Gesamtkosten bei strombetriebener Wassererwärmung
49,95 Euro + 77,62 Euro + 40,30 Euro = 167,87 Euro

Senken Sie Ihren Warmwasserverbrauch: Spart man sich jetzt durch die Durchflussbegrenzer 25 Prozent an Wassermenge, sinkt in diesem Maße auch die benötigte Energie. Im Rechenbeispiel fielen nur noch folgende Werte an.

Wasserverbrauch Duschen = 37,5 l
Wasserverbrauch Baden = 97,5 l

Einsparpotential: Dadurch würden die Kosten pro Jahr von 49,95 Euro auf 37,46 Euro sinken. Geht man von einem ebenfalls um 25 Prozent verringerten Energieverbrauch aus, so fallen die Kosten bei strombetriebener Wassererwärmung auf 64,84 Euro im Vergleich zu 86,46 Euro. Bei der erdgasbetriebenen Wassererwärmung liegen die Kosten insgesamt nur noch bei 125,91 Euro statt 167,87 Euro. Mithin ließen sich alleine im Single-Haushalt schon mehr als 20 bis 40 Euro einsparen. Zusätzlich wird durch den geringeren Wasserverbrauch auch die Umwelt entlastet.

Kürzer und kälter duschen

Ein hohes Einsparpotenzial ergibt sich auch, wenn man nur eine Minute kürzer und bei einer um ein Grad Celsius verringerten Temperatur duscht. Bis zu 100 Euro pro Jahr sind dann im Zwei-Personen-Haushalt drin. Dabei kann die verkürzte Duschzeit schon erreicht werden, indem man das Wasser beim Einseifen und Einshampoonieren nicht laufen lässt. Gleiches gilt auch beim Zähneputzen. Wer auf einen Zahnputzbecher setzt, statt das Wasser laufen zu lassen, kann hier ebenfalls Wasser und Energie einsparen.


Weitere Maßnahmen zur Senkung der Warmwasserkosten

Doch es gibt noch viele weitere, oft kleine Maßnahmen, um die Warmwasserkosten zu senken. Beispielhaft seien hier folgende genannt:
  • Dichtungen überprüfen: Lecks am Duschkopf, ein tropfender Wasserhahn oder eine verringerte Menge Wasser, die aus dem Duschkopf austritt, weil die Öffnungen durch Kalk verstopft sind, sorgen für unnötigen Wasserverbrauch. Die Dichtungen können einfach ausgetauscht werden und Kalk lässt sich mit Essigreiniger entfernen.
  • Leitungen und Warmwasserspeicher dämmen: Sofern die Leitungen zwischen Warmwasserspeicher und Wasserhahn noch nicht gedämmt sind, sollte man dies nachholen. So geht keine unnötige Wärme beim Transport des Warmwassers verloren. Auch der Warmwasserspeicher kann gedämmt werden, um Abwärme zu vermeiden.
  • Warmwasser auf maximal 60 Grad Celsius erhitzen. Mehr braucht es nicht. Moderne Durchlauferhitzer erlauben die gradgenaue Einstellung, so dass noch niedrigere Temperaturen möglich sind.
  • Waschmaschine bei niedrigen Temperaturen laufen lassen – dank Kaltwaschmittel wird die Wäsche trotzdem sauber.


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