Zum Inhalt springen

Lucerne FUEL CELL FORUM 2005

Fachbericht | Wörter: 333 | Aufrufe: 3542 | Druckbare Version

Lucerne FUEL CELL FORUM 2005

Vom 4. bis 8. Juli trafen sich etwa 300 Fachleute aus 36 Ländern im Kultur- und Kongresszentrum KKL in Luzern, um das aktuelle Thema "Brennstoffzelle" zu diskutieren. Insgesamt wurden 180 technisch-wissenschaftliche Beiträge präsentiert.

Was schlagen die Wissenschaftler für die Lösung des Energieproblems vor?

Einige Karbonatzellen der deutschen Firma MTU haben bereits 25.000 Betriebsstunden mit einer Verfügbarkeit von über 99% ohne Leistungsverlust hinter sich gebracht und laufen weiterhin zuverlässig und effizient. Auch die keramischen Zellen der Firma Sulzer Hexis stehen vor der Markteinführung. Für Hochtemperatur-Brennstoffzellen sieht die Zukunft rosig aus, denn sie können die marktgängigen Brennstoffe direkt in Strom umsetzen.

Die für Wasserstoff entwickelten Brennstoffzellen haben es dagegen schwer, denn das synthetische Brenngas ist nicht allgemein verfügbar, teuer und darf nur unter Beachtung strenger Sicherheitsvorschriften eingesetzt werden. Dies wird sich auch in den kommenden Jahren nicht ändern. Wer möchte eine solche Brennstoffzelle besitzen, wenn der benötigte Brennstoff noch nicht im Handel ist und nur unter strengen Auflagen benutzt werden darf?

Was schlussfolgert Bossel aus dieser Situation?

Die Entwickler von Tieftemperatur-Brennstoffzellen fordern den raschen Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft. Bossel argumentiert, aufgrund physikalischer Tatsachen ließe sich angeblich das Energieproblem nicht mit Wasserstoff lösen. Selbst mit effizienten Brennstoffzellen könnten nur etwa 25% der Energiemenge zurück gewonnen werden, die für Herstellung und Verteilung des künstlich gewonnenen Energieträgers benötigt wird.

Bossel bezeichnet dies als „Energieverschwendung“, was die falsche Antwort auf Energieverknappung sei. Strom aus erneuerbaren Quellen sollte besser direkt verteilt und effizient genutzt werden. Der Umweg über Wasserstoff führe nicht zu nachhaltigen Lösungen. Man solle die Diskussion über die Wasserstoffwirtschaft daher schnell beenden, denn diese hätte seiner Meinung nach keine Zukunft.

Was geschah sonst noch in Luzern?

Ein Höhepunkt der internationalen Veranstaltung war ohne Zweifel die Verleihung der Christian Friedrich Schönbein Medaille zu Ehren des Basler Professors, der 1838 den Brennstoffzelleneffekt entdeckt und richtig beschrieben hat. In diesem Jahr wurde Professor John Van Zee von der Universität von South Carolina / USA für seine Verdienste um die Schaffung eines Forschungszentrums für Brennstoffzellen geehrt.

Quelle: EUROPEAN FUEL CELL FORUM, Ulf Bossel, Juli 2005



Diesen Artikel empfehlen:




Vorheriger Bericht zum Thema Brennstoffzellen
Saubere Brennstoffzellen-Fahrzeuge im Testparcours Saubere Brennstoffzellen-Fahrzeuge im Testparcours
Nächster Bericht zum Thema Brennstoffzellen
Brennstoffzelle schützt vor Waldbränden Brennstoffzelle schützt vor Waldbränden