Saubere Brennstoffzellen-Fahrzeuge TestparcoursSaubere Brennstoffzellen-Fahrzeuge im Testparcours(588 Wörter in diesem Text, 3924 mal gelesen) 
Saubere Brennstoffzellen-Fahrzeuge im Testparcours
"Fortis Saxonia" - "tapferer Sachse" tauften sie ihr Gefährt. Diesen Namen
gaben Studenten der Technischen Universität Chemnitz einem
Brennstoffzellenmobil, das sie völlig eigenständig entwickelt haben. Das
Ziel: Das Gefährt sollte so wenig wie möglich Energie verbrauchen.
Während
der H2Expo, der 5. internationalen Konferenz und Fachmesse für Wasserstoff- und
Brennstoffzellen-Technologien vom 31. August bis 1. September im
CCH-Congress Center Hamburg, präsentieren die jungen Forscher das Ergebnis
ihrer sechsmonatigen Entwicklungsarbeit. Die Gelsenkirchener Firma Enkat
stellt außerdem einen Brennstoffzellen-Kleinbus vor. Die Fahrzeuge werden in
einem Testparcours "Ride & Drive" im Rahmen der H2Expo vorgestellt.
Die Studierenden der TU Chemnitz hatten bei ihrem Projekt
einen kompetenten Partner. So steuerte das Zentrum für
Brennstoffzellentechnologie Duisburg das Brennstoffzellensystem bei. Doch
die komplette Entwicklungsarbeit für das Mobil erledigten die Studierenden
selbst. "Das war ein rein studentisches Projekt, ohne größere Unterstützung
von Professoren", betont Friedrich Baumann, 21 Jahre jung. Der Student der
Mikrotechnik/Mechatronik war einer der an der Entwicklung beteiligten
Ingenieure in spe.
Auf der Basis eines Liegefahrrades ist nach seinen Worten ein rund 75
Kilogramm schweres, etwa drei Meter langes Mobil entstanden, das einer
Person ausreichend Platz bietet. "Fortis Saxonia" wurde mit einer
stromlinienförmigen Kohlefaserhülle verkleidet. Darunter arbeitet die
Brennstoffzelle, die aus einem integrierten Tank mit Wasserstoff gespeist
wird. Zusammen mit der Atemluft verbrennen beide Stoffe völlig
schadstofffrei. Der dabei entstehende elektrische Strom treibt einen
Elektrogleichstrommotor an, der "Fortis Saxonia" in Bewegung setzt.
Ihr Ziel haben die Chemnitzer Studenten erreicht: "Tapferer Sachse" gibt
sich außerordentlich sparsam. "Das Mobil verbraucht auf 100 Kilometern
umgerechnet die Energie von 0,16 Liter Benzin", sagt Friedrich Baumann.
Anders ausgedrückt: Mit der Energie von einem Liter Benzin hat das Gefährt
eine Reichweite von 665 Kilometern.
Für deutlich kürzere Strecken ist ein ganz anderes Mobil konzipiert, das das
kanadische Unternehmen Hydrogenics mit seiner Gelsenkirchener Tochterfirma
Enkat während der H2Expo vorstellen wird: Der "Midi-Bus" ist ein
Brennstoffzellen-Mobil, das auf Basis eines italienischen Produkts von
Hydrogenics entwickelt wurde. "Das Projekt wird vom nordrhein-westfälischen
Ministerium für Verkehr, Energie und Landesplanung sowie der Europäischen
Union gefördert", erklärt Mark Kammerer, Vertriebsleiter von Enkat.
Hydrogenics gilt damit nach DaimlerChrysler und MAN als drittes Unternehmen,
das Brennstoffzellenbusse entwickelt.
Der "Midi-Bus" ist mit einem Elektromotor ausgestattet, der von einer
Brennstoffzelle betrieben wird, so Kammerer. Um die Praxistauglichkeit des
Busses zu erhöhen, wurde die Stromversorgung so konzipiert, dass die
Batterien ausgetauscht werden können. Der Vorteil: Zum Aufladen muss nicht
das komplette Mobil für mehrere Stunden aus dem Verkehr gezogen werden,
sondern lediglich die Batterien. Mark Kammerer betont: "Damit erreicht unser
Bus eine Reichweite von 200 Kilometern und eine Einsatzdauer von deutlich
mehr als den für Elektrofahrzeuge meist üblichen sechs Stunden."
Der Prototyp des "Midi-Busses" verfügt nach Worten von Kammerer über acht
Sitz- sowie 17 Stehplätze, ist als Niederflurbus konzipiert und kann dank
einer integrierten Rampe auch von Behinderten wie Rollstuhlfahrern ohne
fremde Hilfe genutzt werden. Derzeit wartet Hydrogenics noch auf die
TÜV-Zulassung für das Mobil, die voraussichtlich im Herbst dieses Jahres
erteilt wird. Während der H2Expo wird das Mobil probeweise auf dem nicht zum
öffentlichen Straßenverkehr zählenden Gelände des CCH vorgeführt. Weitere
Autohersteller haben Brennstoffzellenfahrzeuge für Testfahrten in Aussicht
gestellt.
Auf der H2Expo, 5. Internationale Konferenz und Fachmesse für Wasserstoff-
und Brennstoffzellen-Technologien, werden zahlreiche Wasserstoffthemen behandelt. Die H2Expo findet vom 31. August
bis 1. September jeweils von 9 bis 17 Uhr im CCH-Congress Center Hamburg
statt.
Quelle: Hamburg Messe GmbH, Juni 2005
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