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Hamburger Landesinitiative für Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologie

Fachbericht | Wörter: 577 | Aufrufe: 7245 | Druckbare Version

Hamburger Landesinitiative für Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologie

Von „Leuchtturm“-Projekten ist die Rede und von „Kompetenz-Cluster“ - Hamburg soll künftig bei der Entwicklung von Produkten auf Brennstoffzellen-Basis eine der führenden Metropolen werden.

Mit diesem Ziel hat sich unter Federführung des Senators für Stadtentwicklung und Umwelt, Dr. Michael Freytag, die Landesinitiative für Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologie Ende letzten Jahres gegründet. Auf der H2Expo, der 5. Internationale Konferenz und Fachmesse für Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologien vom 31. August bis 1. September im CCH-Congress Center Hamburg, stellt sich die Initiative erstmals der breiten Öffentlichkeit vor.

Rund 20 namhafte Unternehmen, renommierte Forschungseinrichtungen und Institutionen haben sich in der Landesinitiative zusammengeschlossen, deren Ziel es ist, eine enge Verzahnung zwischen Forschung und Wirtschaft herzustellen. „Hamburg hat auf dem Gebiet der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie eine lange Tradition“, sagt Holger Grubel, bei den Hamburgischen Electricitätswerken (HEW) verantwortlich für innovative Energiesysteme. In zahlreichen Pilot-Projekten werde die Technik erprobt, Hochschulen forschten auf dem Gebiet der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie. Doch eine Verbindung zwischen den einzelnen Unternehmen sowie den Forschungseinrichtungen gab es laut Grubel bislang nicht.

Die Landesinitiative soll dieses Defizit ausgleichen. „Wir übernehmen die Koordinierung zwischen Herstellern, Anwendern und Wissenschaftlern“, erklärt Dr. Sabine Dippner von der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, die die Geschäftsführung für die Landesinitiative übernommen hat.

Einer der Anwender der Brennstoffzellen-Technologie ist zum Beispiel die Hamburger Hochbahn (HHA), die im Rahmen des EU-weiten CUTE-Projekts (Clean Urban Transport for Europe) bereits seit ein-einhalb Jahren drei Brennstoffzellenbusse von DaimlerChrysler einsetzt. „Die Landesinitiative ist für den Standort Hamburg sehr wichtig, um die Technologie stärker zu fördern und Marketing dafür zu machen“, sagt Heinrich Klingenberg, Vorstand für Busverkehr bei der HHA. Besonders wichtig sei es dabei, die Förderung auf die praktische Anwendung der Technologie zu konzentrieren.

„Wir sind in der Entwicklung an einem Punkt angelangt, an dem wir von Laborprojekten hin zu marktreifen Produkten kommen“, sagt Holger Grubel. Als Beispiel nennt er eine von MTU entwickelte Hochtemperatur-Brennstoffzelle, die die HEW voraussichtlich von Ende des Jahres an in der Hamburger HafenCity für die Strom- und Wärmeerzeugung einsetzen werden.

Die Landesinitiative, betont der HEW-Experte, könne nach diesem Beispiel Entwickler und Anwender zusammenführen, um Produkte zur Marktreife zu führen. „Hamburg kann mit der Unterstützung von Bund, Europa und Global Playern wie Airbus oder HDW eine Leuchtturm-Funktion bekommen“, so Grubel.

Von den Fortschritten in der Brennstoffzellen-Forschung wird auch die Alster-Touristik GmbH (ATG), eine Tochtergesellschaft der Hamburger Hochbahn, profitieren. „Voraussichtlich im nächsten Jahr werden wir in Zusammenarbeit mit den Howaldtswerken-Deutsche Werft AG (HDW) ein Fahrgastschiff für 100 Passagiere mit Brennstoffzellenantrieb in Betrieb nehmen“, sagt Heinrich Klingenberg. Die Federführung hat die HDW-Tochter HDW Fuel Cell Systems (HFCS) in Kiel. „Wir stehen in der Landesinitiative für die schiffstechnische Seite“, erklärt HFCS-Produktmanager Marc Kickulies.

Auch die Linde Gas Deutschland sieht in der Hamburger Landesinitiative ein ausgezeichnetes Instrument, um die Entwicklung der Technologie voranzutreiben. „Das ist ein hervorragender Zusammenschluss, weil er zu einer Verzahnung von Anwendern, Wissenschaftlern und unserem Unternehmen führt“, betont Christian Tuchel, bei Linde Gas in Hamburg verantwortlicher Ingenieur für Anwendungstechnik.

Die Landesinitiative bietet nach Ansicht von Diplom-Ingenieur Thomas Winkelmann, Produktmanager von European Fuel Cell in Hamburg, Tochter der englischen Baxi Group, die Chance, Synergien zu nutzen. „Denn viele Unternehmen“, sagt Winkelmann, „haben sich auf dem Gebiet der Brennstoffzellen-Forschung und -Anwendung einen Namen gemacht.“

„Die Landesinitiative ist ein wichtiger Schritt, um Kompetenzen zusammenzuführen und zu bündeln“, sagt auch Dr. Gerd Würsig, Gruppenleiter Prozess- und Brennstoffzellentechnologie beim Germanischen Lloyd in Hamburg. Die technische Überwachungsorganisation, die vorwiegend in der Schifffahrt aktiv ist, zählt zu den Gründungsmitgliedern der Landesinitiative Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologie Hamburg.

Quelle: Hamburg Messe GmbH, Juni 2005



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