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Freude am Fahren mit Rapsöl

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Fachbericht | Wörter: 773 | Aufrufe: 17591 | Druckbare Version

Rapsöl verhilft zu einem ruhigen Gewissen

Ein missglückter Fahrbericht von Sven Geitmann

Eigentlich sollte an dieser Stelle ein ausführlicher Fahrbericht folgen, über etwaige Probleme beziehungsweise saubere Tatsachen im täglichen Umgang mit einem Rapsölauto. Leider aber hat die Technik nicht mitgespielt – die konventionelle Motorentechnik versagte.

Was bisher geschah

Durch glückliche Umstände war ich in die erfreuliche Situation versetzt worden, zeitlich befristet ein auf Pflanzenöl umgerüsteten Pkw fahren zu dürfen. Es handelte sich dabei um einen Golf III Diesel, der bereits 85.000 Kilometer problemlos von privater Hand mit Rapsöl gefahren worden war.

Nachdem mit der Überführung auch alle fahrzeugspezifischen Einzelheiten geklärt worden waren, machte ich mich unverzüglich an die Ummeldung des Autos. Dabei wurde relativ schnell deutlich, dass trotz der umweltfreundlichen Betriebsmöglichkeit keinerlei Vergünstigung weder vom Finanzamt noch von der Versicherung kommen würde. Die Besteuerung von Dieselfahrzeugen ist – wie allseits bekannt – nicht unerheblich und den Versicherer interessiert die gewählte Kraftstoffart herzlich wenig, so dass ein ganz normaler Zweitwagentarif fällig wurde.

56 Cent für 1 Liter Rapsöl

Dies schmerzte zum Glück nicht so sehr, da äußerst günstige Literpreise für Rapsöl winkten. Ich machte mich daher mit Hilfe des Internets kundig und suchte nach Möglichkeiten, billig tanken zu können.

Da ein öffentliches Tankstellennetz für Rapsöl quasi nicht existiert, gilt die Devise: Selbst ist der Mann (oder die Frau). Zur Wahl stehen halboffizielle Betankungsmöglichkeiten in der Region, wo beispielsweise bei Rapsöl-Umrüstern Fahrzeugtank sowie Reservekanister befüllt werden können, wenn denn grad jemand zu Hause bzw. in der Werkstatt ist. Die Alternative ist die Installation einer eigenen Rapsöl-Haustankstelle.

Da die Variante 1 jedes Mal einen zeitintensiven Ausflug über mindestens insgesamt 70 Kilometer bedeutete, war die Entscheidung schnell zu Gunsten der 2. Variante gefallen. Der Grundgedanke dabei war ganz einfach: Anfängliche Investitionen in eine eigene Befüllvorrichtung würden sich bereits nach einigen hundert Kilometern amortisieren. Gedacht – getan.

Über das World Wide Web ließ sich problemlos eine handliche Elektropumpe inklusive zweier Schläuche sowie einer Zapfpistole bestellen (35 Liter Fördermenge pro Min. bei www.poeltec.de). Nach einiger Recherche war auch bald eine Ölmühle in der Region ausfindig gemacht, die 1.000 Liter Rapsöl sowie einen entsprechenden Tank auf einer Euro-Palette anliefern konnte. Für die Inbetriebnahme der hauseigenen Tankstelle war somit lediglich ein Stromanschluss notwendig sowie ein Stellplatz (B: 1m, T: 1,2m, H: 1,2m). Die Kosten für dieses Vorhaben summierten sich allerdings mittlerweile:

- 125 EUR für die Elektropumpe mit Schläuchen und Zapfpistole inkl. Versand
- 75 EUR für den 1.000-Liter-Plastiktank in einer Gitterbox
- 120 EUR für die Anlieferung über 100 Kilometer einfache Strecke
- 600 EUR für 1.000 Liter Rapsöl (0,56 EUR/l plus 7% MwSt.)

Ich war jedoch guter Dinge, dass ich diese Kosten schnell wieder drinnen hätte, da die Dieselkosten bei 1,03 EUR pro Liter immerhin 40 Cent über den Rapsölkosten lagen.



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