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Wie funktioniert eigentlich eine Erdwärmesonde?

Fachbericht | Wörter: 331 | Aufrufe: 22390 | Druckbare Version

Wie funktioniert eigentlich eine Erdwärmesonde?

Pullach - Bohrbeginn in Arnsberg

Ab dem 16.06.2005 dreht sich der Bohrmeißel hinter der Sporthalle "Große Wiese" im Arnsberger Stadtteil Hüsten. Derzeit wird der Bohrplatz hergerichtet und die Anlage aufgebaut. Spätestens Ende Dezember 2005 soll es dann soweit sein: Das neue Freizeitbad "Nass" soll seine Wärmeversorgung aus der einer rund 3000 m tiefen Erdwärmesonde beziehen.

Im Arnsberger Untergrund ist kein Thermalwasser vorhanden. Die Sauerländer brachte das nicht in Verlegenheit, als es darum ging, nach einer umweltfreundlichen, klimaschonenden Heizung für ihr neues Bad zu suchen. Denn heiß genug ist es 3 km unter unseren Füßen allemal.

Man bohrt ein tiefes Loch, schickt kaltes Wasser nach unten, dass sich in der Tiefe erhitzt und holt es über dieselbe Bohrung wieder an die Oberfläche, entnimmt die Wärme, schickt sie in das Bad, ausgekühlt geht es für das Wasser dann wieder von vorne los: Es zirkuliert in einem geschlossenen System als Wärmetransporter. Eine solche Anlage nennt man Tiefe Erdwärmesonde.

In der Schweiz gibt es einige, in Deutschland ist seit Mitte der 90er im brandenburgischen Prenzlau ein solches System in Betrieb (allerdings mit einer Wärmepumpe gekoppelt); an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen arbeitet man ebenfalls daran. Tiefe Erdwärmesonden sind praktisch überall einsetzbar. Die aus dem Sauerländer Untergrund gewonnene Energie, pro Jahr rund 2.100.000 Kilowattstunden, reichte aus, rund 140 Wohnungen zu heizen.

Planung und Entwicklung der Tiefen Erdwärmesonde liegen in den Händen des Ing.-Büros Ulrich Müller, Arnsberg und der Deutschen Montan Technologie (DMT), Essen. Die Bohrarbeiten werden von dem Ascheberger Unternehmen Daldrup & Söhne AG durchgeführt.

Die Arnsberger Sonde soll 75% des Wärmebedarfs des Bades decken. Die Betriebskosten des Bades sinken massiv. Gegenüber herkömmlichen Anlagen machen sich geringere Ausgaben für Wartung und Reparaturen ebenfalls wohltuend bemerkbar. Die Stadtwerke Arnsberg erhalten als Betreiberin also eine wirtschaftliche Anlage. Das Bad koppelt sich zukünftig weitgehend von der weiteren Entwicklung der Energiepreise ab. Die Frage, ob und wie knapp und teuer Gas in den kommenden Jahrzehnten werden könnte, spielt für die Betreiber nur noch eine untergeordnete Rolle.

Juni 2005



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