Landesinitiativen fördern H2- BZ-AktivitätenLandesinitiativen fördern H2- und BZ-Aktivitäten(918 Wörter in diesem Text, 3937 mal gelesen) 
Bundesländer sind Keimzellen für Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technik
In Deutschland findet die Förderung von Wasserstoff- und
Brennstoffzellen-Technik auf Bundesebene durch fünf verschiedene Ministerien statt:
Wirtschaft, Verkehr, Forschung, Umwelt und Landwirtschaft. Eine
Umfrage im Auftrag der Hamburger H2Expo ergab, dass viele Experten diese
Zersplitterung für uneffektiv halten. Die H2Expo, 5. Internationale
Konferenz und Fachmesse für Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologien,
findet vom 31. August bis zum 1. September 2005 mit verändertem Konzept
erstmals im CCH-Congress Center Hamburg statt.
Zum Vergleich: In den USA ist die Bundesförderung zentral strukturiert und
erfolgt im Wesentlichen durch die drei Ministerien für Verteidigung, Verkehr
und Umwelt. In den deutschen Bundesländern sah man Anlass zum Handeln. In
acht von ihnen wurden bereits eigene Initiativen gegründet, die Kompetenzen
in Forschung und Unternehmen zusammenführen. Nach den Vorbildern von
Kalifornien (USA) und der Region Vancouver (Kanada) haben sich auch hier aus Keimzellen
ganze Cluster gebildet, in denen die regionale Nähe gemeinsame Projekte
begünstigt, so etwa im Ruhrgebiet und in den Regionen Frankfurt, Stuttgart
und München.
In Hamburg wurde bereits 1989 die Gesellschaft zur Einführung des
Wasserstoffs in die Energie-Wirtschaft gegründet, 1997 umbenannt in
Wasserstoff-Gesellschaft Hamburg e.V. (www.h2hh.de), mit derzeit etwa 30
Mitgliedern. Zunächst wurden im Projekt W.E.I.T. sechs Kleinlastwagen mit
Wasserstoffmotor betrieben. Aktuell ist die Teilnahme am CUTE-Projekt mit
drei Brennstoffzellen-Bussen von DaimlerChrysler durch die Partner Hamburger
Hochbahn und HEW. Die Teilnahme soll um ein
Jahr bis September 2006 verlängert werden.
2006 soll die Installation einer Hot-Module-Brennstoffzelle von MTU in der Hamburger
Hafen-City zur Teilversorgung mit Strom und Wärme folgen. Betreiber wird HEW,
Partner wird die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt. Ergänzend wurde
Anfang 2005 die Landesinitiative Brennstoffzellen- und
Wasserstofftechnologie gegründet. Sie wird von der Behörde für
Stadtentwicklung und Umwelt geführt, soll vorhandene Potentiale bündeln und
hat bereits mehr als 20 Mitglieder aus Wirtschaft, Forschung und Verwaltung.
Ende 2004 wurde mit Hilfe der Dachorganisation Deutscher Wasserstoff- und
Brennstoffzellen-Verband (DWV, www.dwv-info.de) das Brennstoffzellenbündnis
Deutschland (BZB) von mehr als 20 Verbänden und Initiativen gegründet. Mit
im Boot sind zunächst die Brennstoffzellen-Initiativen aus Niedersachsen,
Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern
und Baden-Württemberg. Der Appell der BZB an die Bundesregierung: Um den
Anschluss an die Weltspitze nicht zu verpassen, müssen die deutschen
Brennstoffzellen-Aktivitäten zügig politisch flankiert werden. Auch die
Präsenz Deutschlands in EU-Projekten müsse vorangetrieben werden.
Die Landesinitiative Brennstoffzelle Niedersachsen
(www.brennstoffzelle-nds.de) wurde im April 2004 von den Ministerien für
Umwelt und Wirtschaft gegründet und für drei Jahre mit 9,5 Mio. Euro
ausgestattet. Bislang wurden sieben Projekte mit 2,7 Mio. Euro gefördert, an
denen 20 Firmen und Institute teilnehmen. Schwerpunkte sind
PEM-Brennstoffzellen für Fahrzeuge, Hochtemperatur-Zellen (SOFC) und die
dezentrale Energieversorgung mit Brennstoffzellen-Heizgeräten.
Teil der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW (www.energieland.nrw.de) ist
das Kompetenz-Netzwerk Brennstoffzelle und Wasserstoff NRW
(www.brennstoffzelle-nrw.de). Bislang wurden vom Land 55 Projekte mit 57
Mio. Euro gefördert bei einem Gesamtvolumen von 102 Mio. Euro. Aktuelle
Highlights sind die Entwicklung eines Shuttle-Busses, eines Lastenfahrrades,
einer EDV-Stromversorgung und einer Wasserstoffkartusche. Weitere 16
Projekte sind in Planung. Das Netzwerk hat etwa 300 Mitglieder. Die
Förderpolitik hat Niederlassungen der drei nordamerikanischen Firmen
Dynatek, Hydrogenics und Idatech begünstigt. Positiv wirkt sich auch eine
Wasserstoff-Pipeline aus, die von Castrop über Marl bis nach Köln reicht.
In der Brennstoffzellen-Initiative Baden-Württemberg
(www.brennstoffzellen-initiative.de) sind drei Organe tätig. Die
ForschungsAllianz Brennstoffzellen (FABZ), 2000 gegründet vom
Wissenschaftsministerium und derzeit fokussiert auf die PEM-, DMFC
(Methanol)- und SOFC-Technik (Hochtemperatur), bündelt die Aktivitäten von
15 angeschlossenen Instituten. Das Kompetenz- und Innovationszentrum
Brennstoffzelle der Region Stuttgart fördert und betreut rund 40 Unternehmen
und Verbände der Branche. Das Weiterbildungszentrum Brennstoffzelle Ulm
(WBZU) ist mit 36 Mitgliedern in Bildungsfragen Industrie, Handwerk, Schulen
und Hochschulen behilflich. WBZU-Mitglied ist auch die 1988 gegründete
Stiftung Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung
Baden-Württemberg, die sich u.a. den Techniken PEM, DMFC, MCFC
(Schmelzkarbonat) widmet. Geplant ist eine Neustrukturierung der
Aktivitäten.
Die Wasserstoff-Initiative Bayern (www.wiba.de), 1996 vom
Wirtschaftsministerium gegründet, hat bislang mehr als 30 Projekte mit rund
35 Mio. Euro gefördert. Das Gesamtvolumen der Projekte lag bei über 70 Mio.
Euro. Der engere Kreis der Partner umfasst rund 30 Teilnehmer. Die
Wasserstoffversorgung in Bayern geschieht durch Linde und Unternehmen im
Chemiedreieck Burghausen östlich von München.
2003 entstand die privat finanzierte Wasserstoff- und
Brennstoffzellen-Initiative Hessen e.V. (H2BZ,
www.brennstoffzelle-hessen.de). Der Verein hat das EU-geförderte Projekt
Zero Regio angestoßen, in dem seit Ende 2004 Wasserstoff-Versorgungen für
Brennstoffzellen-Pkw in den Regionen Rhein-Main und Lombardei errichtet
werden. Am Standort Industriepark Höchst verfügt der Verein über jährlich 30
Mio. Kubikmeter kostengünstigen Restwasserstoff. Die mittlerweile 25
Mitglieder planen weiterhin in dem Projekt Stack Value eine eigene Fertigung
von PEM-Brennstoffzellen.
Den Verein Wasserstofftechnologie-Initiative Mecklenburg-Vorpommern
(www.wti-mv.de) gibt es seit 2002. Er hat heute 18 Mitglieder. Zu den
Projekten gehören ein Tauchroboter, ein CFK-Druckbehälter für Wasserstoff,
ein SOFC-Stromerzeuger für Fahrzeuge und der Betrieb eines
Brennstoffzellen-Busses. Im gleichen Jahr wurde das Kompetenznetzwerk
Zukunftstechnologie Brennstoffzelle Rheinland-Pfalz gegründet, gefördert von
den Ministerien für Umwelt, Wissenschaft und Wirtschaft. Zu den Akteuren
gehören die Fachhochschulen Bingen und Birkenfeld.
Quelle: Hamburg Messe GmbH, Mai 2005
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