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Das Sonnenhaus Diergardt in Straubing

Fachbericht | Wörter: 478 | Aufrufe: 9150 | Druckbare Version

Das Sonnenhaus Diergardt in Straubing

Die Idee ist äußerst interessant

Infogespräch mit Sonnenhaus-Architekt Georg Dasch und den Bewohnern des Hauses, Ehepaar Diergardt:

Mit dem Bau- und Heizkonzept des Sonnenhaus-Instituts e.V. können über 50 Prozent des Energiebedarfs für Heizung und Warmwasser solar gedeckt werden. Architekt Dasch erklärt dazu, dass thermische Solaranlagen gerade im Bestand verbunden mit einer guten Dämmung landesweit weitaus stärker eingesetzt werden könnten. Hausbesitzer würden so nicht nur einen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz leisten, sondern könnten auch erhebliche Kosten einsparen.

Dies bestätigt Bewohnerin Gisela Diergardt. Nur drei Ster Holz haben sie und ihr Mann Volker in ihrem zweiten Winter im Sonnenhaus verbraucht. "Dies ist ein halbes Ster mehr als im ersten Winter im Neubau", berichtete sie. Der Grund dafür waren überdurchschnittlich viele neblige Tage im November. Mit rund 150 Euro lägen die Brennstoffkosten aber immer noch extrem niedrig. "Und selbst wenn sich der Holzpreis irgendwann verdreifachen sollte, sind drei Ster Holz immer noch finanzierbar", freute sich die ehemalige Lehrerin.

Die Unabhängigkeit von Öl und Gas war einer der Hauptgründe für den Bau des regenerativ beheizten Sonnenhauses der Familie Diergardt. Das Haus wird durch 60 Quadratmeter Sonnenkollektoren zu 70 Prozent solar beheizt. Das Süddach hat eine vergleichsweise steile Neigung von 41 Grad. So können gerade im Winter hohe Solarerträge erzielt werden. Die Sonnenwärme wird in einem Solartank mit 9,7 Kubikmeter Fassungsvermögen gespeichert. In dem Haus steht er zwischen Flur, Küche und Wohnzimmer und sorgt so für "ungewöhnlich runde Ecken". Für die Nachheizung nutzen die Diergardts einen Stückholzkessel.

Georg Dasch berichtet weiterhin von bereits realisierten Massivbauten aus Holz mit Sonnenhaus-Technik. Er erläutert, dass bei Holzhäusern in den Innenräumen nur dort Holz zum Einsatz komme, wo die Bauherren es wirklich wollen. Gisela Diergardt kann passend dazu berichten, dass schon so mancher Gast in ihrem Haus durchaus erstaunt, dass er trotz der hölzernen Außenwände innen keine Holzwände wie im Blockhaus vorfand.

Architekt Georg Dasch weist noch darauf hin, dass die niederbayerische Stadt Straubing sich immer mehr zum Hightech-Standort für erneuerbare Energien entwickele. Durch das Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe, zu dem ein Wissenschaftszentrum, das Technologie- und Förderzentrum (TFZ) und C.A.R.M.E.N. gehören, und jetzt auch das Sonnenhaus-Institut werde von Straubing aus eine immer größere Lobby für Biomasse und solares Heizen geschaffen.

Über das Sonnenhaus-Institut e.V.:

Das Sonnenhaus-Institut e.V. wurde im September vergangenen Jahres in Straubing gegründet. Ziel ist es, das Sonnenhaus Bau- und Heizkonzept zu erforschen, weiterzuentwickeln und weiter zu verbreiten. Neben der weitreichenden Nutzung der Solarenergie steht die größtmögliche Reduzierung des Stromverbrauchs im Mittelpunkt des Konzeptes. Durch Verzicht auf eine elektrisch betriebene Lüftungsanlage kann der Primärenergiebedarf nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) auf rund 10 kWh pro Quadratmeter und Jahr reduziert werden. Der Gesetzgeber sieht derzeit noch 100 bis 120 kWh/qm und Jahr als Maximum vor. Bei Passivhäusern sind es zwischen 40 und 80 kWh/qm und Jahr.

Nähere Informationen gibt es unter www.sonnenhaus-institut.de oder telefonisch unter 0700 / 701 090 10.

Quelle: Sonnenhaus-Institut e.V., April 2005



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