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Umrüstung: Flüssiggas statt Benzin

Fachbericht | Wörter: 458 | Aufrufe: 28620 | Druckbare Version

Flüssiggas statt Benzin

Deutschland ist ein Entwicklungsland bei der Umrüstung

Autogas (= Liquified Petrol Gas, Abk.: LPG) ist ein flüssiges Butan-Propan-Gasgemisch. Es fällt bei der Rohölverarbeitung an und kann als Kraftstoff für alle Otto-Motoren verwendet werden. Als Alternative zu teurem Benzin werden weltweit bereits über neun Millionen Fahrzeuge damit betankt. Deutschland gilt mit derzeit erst rund 25.000 Pkw als Spätstarter bei dieser kostengünstigen und umweltfreundlichen Antriebsart.

Eine Umrüstung vom Benzinantrieb auf Autogas, wie sie beispielsweise der Berliner Technikspezialist AVO-GAS GmbH bundesweit in einer ständig steigenden Zahl zertifizierter Werkstätten (derzeit 50, zum Jahresende 400 geplant) anbietet, lohnt sich auch bei älteren Fahrzeugen. Die Vorteile sind besonders für Vielfahrer, erst recht für Pendler attraktiv. Schon ab 40.000 km haben sich die Umbaukosten von 2.300 bis 3.000 Euro amortisiert.

Mindestens bis 2009 bleibt die Steuerbefreiung für Autogas gesetzlich garantiert. Doch bereits heute rechnet sich Autogas mit einem Literpreis von derzeit 52 Cent gleich dreifach:

- durch 45 Prozent Ersparnis gegenüber den weiter steigenden Benzinpreisen,
- durch Unabhängigkeit von der absehbar weiter gekürzten Pendlerpauschale und
- durch bessere Umweltwerte.

Dank sauberer Verbrennung werden beim Gasantrieb Schadstoffe wie Benzol, Stickoxide und Kohlenwasserstoffe deutlich reduziert. Russpartikel fallen gar nicht mehr an. Im Vergleich zum Benzinmotor strömt 15 % weniger Treibhausgas CO2 aus. Da Autogas sehr klopffest verbrennt, arbeitet der Motor zudem leiser und lebt länger.

Die Umrüstung erfolgt nach Aussage von Bernd Rogge, Geschäftsführer von AVO-GAS, ausschließlich in zertifizierten Fachwerkstätten mit hohen Sicherheitsstandards: Autogastank, Druckregler, Steuergerät und Gasverteiler werden montiert und anschließend vom TÜV abgenommen. Im dann bivalenten Fahrzeug kann der Motor sowohl mit Benzin als auch mit Gas versorgt werden. Zunächst startet das Auto mit Benzin, schaltet dann automatisch auf Gasversorgung um. Je nach Tankvolumen erhöht sich so die Reichweite des Autos bei nur geringfügig verminderter Leistung auf 600 km.

Öffentliche Tankstellen für Flüssiggas gibt es bundesweit bisher knapp 700, ihre Zahl soll sich bis 2007 verdoppeln. In Berlin-Brandenburg kann derzeit an 45 Stellen (Stand: Februar 2005) gezapft werden.

Europaweit sind bereits etwa drei Millionen Autogasfahrzeuge im Einsatz, insbesondere in den Niederlanden, Frankreich, Italien und Polen bestehen auch schon flächendeckende Autogas-Tankstellennetze.

Für die Tankstellensuche in unbekannten Gegenden hat der Deutsche Verband Flüssiggas (DVFG) einen SMS Abfrageservice eingerichtet: Schickt man das Autokennzeichen der Aufenthaltsregion (z.B. OHV für Oberhavel) per SMS an die Rufnummer 0163 / 2886427 (0163 / autogas), wird umgehend eine Zapfmöglichkeit benannt. Und ist der Gastank doch mal leer, fährt man einfach mit Benzin weiter.

Die Sicherheitstechnik für Autogasanlagen richtet sich nach der ECE-Regelung R67.01 und nach der StVZO. So sorgen z.B. ein Sicherheitsventil und ein automatischer Befüllstopp am Autogastank dafür, dass sich kein unzulässiger Druck aufbauen kann. Absperrarmaturen, Rückschlag- und Rohrbruchventile verhindern ungewollten Gasaustritt. Crashtests ergaben, dass Flüssiggas-Tanks sicherer sind als Benzinbehälter. Inzwischen ist dank der ausgereiften Systeme auch das Parken in Tiefgaragen erlaubt.

Weitere Informationen unter www.avo-gas.de

Quelle: Checkpoint Media, 29. März 2005



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