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Gütesiegel für Erdwärme-Sonden

Fachbericht | Wörter: 409 | Aufrufe: 18454 | Druckbare Version

Gütesiegel für Erdwärme-Sonden

Erdwärmesonden sind eine weltweit millionenfach bewährte Technologie. Schon mit den relativ geringen Temperaturen wie sie z. B. bei uns bis in 100 m Tiefe angetroffen werden, also mit etwa 12 °C, und in Verbindung mit einem geeigneten Heizsystem, beispielsweise einer Wärmepumpe, sind sie in der Lage, ein Haus zu heizen und / oder zu klimatisieren.

Geothermische Systeme, zu denen auch die Erdwärmesonden gehören, nutzen den ständig aus dem Erdinnern aufsteigenden Wärmestrom, bevor dieser endgültig in die Atmosphäre entweicht. Mehr als das 2,5fache des menschlichen Energiebedarfs gelangt täglich nach einem langen Weg durch unseren Planten an die Erdoberfläche, eine unerschöpfliche, sichere, saubere und umweltfreundliche Energiequelle, die auch hierzulande immer mehr Anhänger findet.

Nutzer von Erdwärmesondensystemen koppeln sich weitgehend von den Entwicklungen der Energiepreise ab und verfügen über eine erneuerbare und zuverlässige Energiequelle auf dem eigenen Grundstück.

Grundvoraussetzung dafür, dass die späteren Nutzer dauerhaft Freude an ihrer Heizung haben können, sind nicht zuletzt qualitativ hochwertige Erdwärmesonden. Qualitätssicherung ist daher eine wesentliche Bedingung dafür, dass sich diese umweltfreundlichen, klimaschonenden und zugleich wirtschaftlich interessanten Systeme weiter im Markt durchsetzen können. Qualitätssicherung muss daher auch ein Hauptanliegen der in die Errichtung von Erdwärmesonden involvierten Fachverbände sein. Ideal ist die Kombination von Erdwärmesonden mit einer Wärmepumpenheizung, da es die Wärmepumpe ermöglicht, mit einem Viertel Antriebsenergie und Dreiviertel Wärme aus der Erde dem Nutzer 100 Prozent Heizwärme zur Verfügung zu stellen.

Anfang April 2003 trafen sich daher an der Universität Gießen Vertreter aus mehreren Organisationen, um über Ansätze und Möglichkeiten eines Gütesiegels Erdwärmesonden auch für Deutschland zu beraten. D-A-CH (Dachorganisation der Wärmepumpenverbände in Deutschland, Österreich und der Schweiz), Geothermische Vereinigung / GtV, Wärmepumpeninitiative Bundesländer (WIB), die Bundesvereinigung der Firmen im Gas- und Wasserfach / FIGAWA und die Bundesfachgruppe Brunnenbau des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes kamen grundsätzlich überein, ein verbandsübergreifendes Gütesiegel in gemeinsamer Trägerschaft zu entwickeln.

Eine derartige Maßnahme zielt auf den Endkunden, der für sein erworbenes Produkt entsprechende Standards erwarten darf und vor qualitativ minderwertigen Angeboten geschützt werden muss. Ein solches Gütesiegel sollte nach Ansicht der beteiligten Verbände u. a. folgende Komponenten erfassen:

Einhaltung geltender Richtlinien, korrekte Anlagenauslegung, fachgerecht ausgeführte Bohrung und fachgerechter Einbau der Erdwärmesonde, Verwendung hochwertigen Sondenmaterials, Verfüllung der Bohrung, bis hin zur Druckprüfung und zur Definition der Schnittstellen zu anderen Gewerken. In der Schweiz hat sich ein solches Siegel bereits als erfolgreich erwiesen. Dort werden bereits 80 Prozent der entsprechenden Installationen durch Gütesiegel zertifizierte Unternehmen ausgeführt, was nicht zuletzt zu einer breiten Marktdurchdringung beigetragen hat.

Ein Beitrag von der Geothermischen Vereinigung e.V.



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