Gütesiegel für Erdwärme-Sonden
Erdwärmesonden sind eine weltweit millionenfach bewährte Technologie. Schon
mit den relativ geringen Temperaturen wie sie z. B. bei uns bis in 100 m
Tiefe angetroffen werden, also mit etwa 12 °C, und in Verbindung mit einem
geeigneten Heizsystem, beispielsweise einer Wärmepumpe, sind sie in der
Lage, ein Haus zu heizen und / oder zu klimatisieren.
Geothermische Systeme, zu denen auch die Erdwärmesonden gehören, nutzen den
ständig aus dem Erdinnern aufsteigenden Wärmestrom, bevor dieser endgültig
in die Atmosphäre entweicht. Mehr als das 2,5fache des menschlichen
Energiebedarfs gelangt täglich nach einem langen Weg durch unseren Planten
an die Erdoberfläche, eine unerschöpfliche, sichere, saubere und
umweltfreundliche Energiequelle, die auch hierzulande immer mehr Anhänger
findet.
Nutzer von Erdwärmesondensystemen koppeln sich weitgehend von den
Entwicklungen der Energiepreise ab und verfügen über eine erneuerbare und
zuverlässige Energiequelle auf dem eigenen Grundstück.
Grundvoraussetzung dafür, dass die späteren Nutzer dauerhaft Freude an
ihrer Heizung haben können, sind nicht zuletzt qualitativ hochwertige
Erdwärmesonden. Qualitätssicherung ist daher eine wesentliche Bedingung
dafür, dass sich diese umweltfreundlichen, klimaschonenden und zugleich
wirtschaftlich interessanten Systeme weiter im Markt durchsetzen können.
Qualitätssicherung muss daher auch ein Hauptanliegen der in die Errichtung
von Erdwärmesonden involvierten Fachverbände sein. Ideal ist die
Kombination von Erdwärmesonden mit einer Wärmepumpenheizung, da es die
Wärmepumpe ermöglicht, mit einem Viertel Antriebsenergie und Dreiviertel
Wärme aus der Erde dem Nutzer 100 Prozent Heizwärme zur Verfügung zu
stellen.
Anfang April 2003 trafen sich daher an der Universität Gießen Vertreter aus
mehreren Organisationen, um über Ansätze und Möglichkeiten eines
Gütesiegels Erdwärmesonden auch für Deutschland zu beraten. D-A-CH
(Dachorganisation der Wärmepumpenverbände in Deutschland, Österreich und
der Schweiz), Geothermische Vereinigung / GtV, Wärmepumpeninitiative
Bundesländer (WIB), die Bundesvereinigung der Firmen im Gas- und Wasserfach
/ FIGAWA und die Bundesfachgruppe Brunnenbau des Zentralverbandes des
Deutschen Baugewerbes kamen grundsätzlich überein, ein
verbandsübergreifendes Gütesiegel in gemeinsamer Trägerschaft zu
entwickeln.
Eine derartige Maßnahme zielt auf den Endkunden, der für sein erworbenes
Produkt entsprechende Standards erwarten darf und vor qualitativ
minderwertigen Angeboten geschützt werden muss. Ein solches Gütesiegel
sollte nach Ansicht der beteiligten Verbände u. a. folgende Komponenten
erfassen:
Einhaltung geltender Richtlinien, korrekte Anlagenauslegung, fachgerecht
ausgeführte Bohrung und fachgerechter Einbau der Erdwärmesonde, Verwendung
hochwertigen Sondenmaterials, Verfüllung der Bohrung, bis hin zur
Druckprüfung und zur Definition der Schnittstellen zu anderen Gewerken. In
der Schweiz hat sich ein solches Siegel bereits als erfolgreich erwiesen.
Dort werden bereits 80 Prozent der entsprechenden Installationen durch
Gütesiegel zertifizierte Unternehmen ausgeführt, was nicht zuletzt zu einer
breiten Marktdurchdringung beigetragen hat.
Ein Beitrag von der Geothermischen Vereinigung e.V.