Versorgungssicherheit mit Erneuerbaren EnergienVersorgungssicherheit mit Erneuerbaren EnergienSeite: 1/2 (1103 Wörter in diesem Text, 3714 mal gelesen) 
Versorgungssicherheit mit Erneuerbaren Energien
Was schon geschehen ist und was noch getan werden muss
Die Abhängigkeit des gesamten Wirtschaftslebens von der elektrischen Energieversorgung ist nur Wenigen bewusst. Die Sicherheit der Stromversorgung in Deutschland ist derzeit kein Thema. Betrachtet man diese anscheinend so beruhigende Sicherheit genauer, fällt in erster Linie die Verfügbarkeit von Kraftwerken ins Auge, die Zuverlässigkeit des Stromnetzes und die Organisation der Zusammenarbeit.
Betrachten wir die Sicherheit allerdings langfristig, so gehört auch die Sicherheit der Brennstoffversorgung zwingend mit dazu. Hier steht es - wie übrigens in den meisten industrialisierten Ländern - nicht zum Besten. CO2-Emissionen, Gefahren der Atomenergienutzung, Importabhängigkeit und Endlichkeit der Ressourcen mögen als Stichworte genügen.
Die deutsche Politik hat - eher als die Politik der meisten anderen Länder - erkannt, dass gerade aus Gründen der langfristigen Versorgungssicherheit die Stromversorgung auf die heimischen Erneuerbaren Energien umgestellt werden muss.
Diese Umstellung verlangt aber mehr als nur den Ersatz von konventionellen Kraftwerken durch Anlagen der Erneuerbaren Energien. Auch bei einer Stromversorgung mit Erneuerbaren Energien darf keiner der drei oben genannten Aspekte vergessen werden: Die Verfügbarkeit von genügend Kraftwerken, die Zuverlässigkeit der Stromnetze und die Organisation der Zusammenarbeit.
Unter Berücksichtigung der grundlegend anderen Eigenschaften der Erneuerbaren Energien sind hier aus technischen Gründen strukturelle Veränderungen notwendig. Wie weit der Gesetzgeber bereits das Erforderliche vorbereitet hat, oder wo er noch mehr tun sollte und könnte, soll im Folgenden etwas genauer betrachtet werden.
Der Aufbau einer neuen Art von Stromversorgung wird erhebliche Zeit benötigen. Wir wollen uns daran erinnern, dass der Wiederaufbau der deutschen Stromversorgung nach dem Krieg rund zwanzig Jahre gebraucht hat. Planen in weiträumigen Zeitbegriffen ist deshalb erforderlich.
Im zurückliegenden Jahr überschritt die aus Erneuerbaren Energien gewonnene Strommenge bereits deutlich die 10-Prozentmarke. Damit liegt Deutschland weltweit in der Spitzengruppe. Dies ist der Verdienst des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Hier gibt es nur wenig zu verbessern.
Technisch gesehen könnte das Tempo der Umstellung noch weiter gesteigert werden, wenn auch Windanlagen in windschwächeren Gebieten eine Vergütung nach EEG erhalten. So könnte das Windenergiepotenzial ganz Süddeutschlands erschlossen und die Entwicklung von Windanlagen für Schwachwindgebiete weiter vorangetrieben werden.
Das in der Präambel genannte Zwischenziel des Erneuerbare-Energien-Gesetzes - Ausbau auf 20 Prozent der Stromversorgung bis zum Jahr 2020 – muss allerdings erheblich weiter gesteckt werden. 10 Prozent haben wir bereits erreicht. Vor dem Hintergrund, dass die Stromwirtschaft ihren atomaren Kraftwerkbestand (30% des gesamten Kraftwerksbestandes) und ihre veralteten konventionellen Kraftwerke (weitere 30% des Kraftwerksbestandes) – insgesamt also 60% - durch neue konventionelle Kraftwerke ersetzen will, zeichnet sich eine volkswirtschaftliche Fehlinvestition historischen Ausmaßes ab. Gelder, die in den Neubau von fossilen Kraftwerken investiert werden, sind für den Ausbau der Erneuerbaren Energien verloren. Nicht ein Ausbau der Erneuerbaren Energien nur um weitere 10 Prozent bis auf 20 Prozent, sondern auf 70 Prozent wäre deshalb das angemessene Ziel.
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