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Millionen Investitionen für Wasserstoff & Brennstoffzellen

Fachbericht | Wörter: 526 | Aufrufe: 4239 | Druckbare Version

Millionenschwere Investitionen für Wasserstoff & Brennstoffzellen Forschung

Die weltweite Energieversorgung und der Umweltschutz stehen vor immensen Herausforderungen. In 50 Jahren werden rund neun Milliarden Menschen den Globus bevölkern - dreimal so viele wie noch vor 100 Jahren. Auch die Zahl der Fahrzeuge wird sich vermutlich mit mehr als zwei Milliarden verdreifachen, schätzen Experten. Die Kombination aus regenerativ erzeugtem Wasserstoff und Brennstoffzellen gilt aus heutiger Sicht als ideale Lösung, um den Kraftstoffbedarf ressourcen- und klimaschonend zu decken. Doch welche Rolle wird Deutschland dabei spielen? Antworten darauf liefert die H2Expo 2004, Internationale Fachmesse für Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologien vom 15. bis 17. September auf dem Hamburger Messegelände.

"In der Zeit nach der ersten Energiekrise wurde die Wasserstoff-Forschung in Deutschland auf einem weltweit führendem Niveau vorangetrieben", erläutert Dr. Johannes Töpler, Vorstand des Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verbandes (DWV). Doch seitdem sei eher eine gewisse Stagnation zu beobachten, eine aktive Rolle der zuständigen Bundesbehörden nur in einzelnen Fällen zu erkennen. "Es bestand also durchaus die Gefahr, dass Deutschland seine führende Rolle auf diesem Gebiet der regenerativen Energieketten verlieren könnte."

Angesichts von Milliarden-Summen, die in den USA genannt werden, hören sich die öffentlichen Fördermittel in Deutschland relativ gering an. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) stellte im vergangenen Jahr für direkte Projektförderung 23,4 Millionen Euro zur Verfügung. Zusammen mit den Fördermitteln des Bundesforschungsministeriums und der Bundesländer ergab sich eine jährliche Gesamtfördersumme von gut 50 Millionen Euro.

Demgegenüber stehen die Investitionen der Unternehmen, die wesentlich über den Erfolg der weiteren Entwicklungen entscheiden. Der Heiztechnikhersteller Vaillant gibt an, jährlich vier bis fünf Millionen Euro für Brennstoffzellen-Heizgeräte bereitzustellen. Der Energieversorger RWE hat nach eigenen Angaben für den Fünfjahreszeitraum 2001 bis 2005 ein dreistelliges Millionen-Budget für die Brennstoffzellen-Technologie investiert. Besonders engagieren sich einige Automobilhersteller. So arbeiten unter dem Dach der GM Fuel Cell Activities weltweit - unter anderem in Mainz-Kastel - rund 600 Mitarbeiter daran, den Brennstoffzellen-Antrieb zur Serienreife zu entwickeln. Innerhalb der Ford Motor Company ist das Ford Forschungszentrum in Aachen das Zentrum ihrer europäischen Wasserstoff-Forschung. Bei DaimlerChrysler spricht man von einer Milliarden-Summe, die der Konzern im mobilen Bereich in die Brennstoffzellen-Technologie investiere.

Eine Ausnahmestellung, auch beim Thema öffentliche Förderung, nimmt das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) ein - nämlich einen "nationalen und internationalen Spitzenplatz bei der Brennstoffzellen-Forschung", wie Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft betont. NRW fördere bislang rund 50 Brennstoffzellen-Projekte mit knapp 50 Millionen Euro. Mehr als 300 Forschungseinrichtungen und Unternehmen würden in einem Kompetenz-Netzwerk zusammen an zukunftsfähigen Lösungen arbeiten.

Die Lücke zwischen der grundlagenorientierten Wissenschaft und der anwendungsorientierten Produktentwicklung füllen Forschungsdienstleister wie das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE aus. An der Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und industrieller Anwendung liegt auch die HDW-Fuel Cell Systems (HFCS). Ziel der im September 2002 gegründeten HDW-Tochter in Kiel sei es, maritime Brennstoffzellen-Anlagen einschließlich deren Schlüsselkomponenten zu entwickeln, zu bauen und zu vermarkten. Aktuell werde derzeit ein eigenes Testlabor aufgebaut.

Auch politisch herrscht Bewegung in Deutschland: Eine Gutachter-Kommission des BMWA, in der alle Wasserstoff/Brennstoffzellen-Initiativen der Länder sowie die großen Industrie-Firmen vertreten sind, definiere derzeit eine abgestimmte Haltung der deutschen Politik und Wirtschaft, berichtet DWV-Vorstand Töpler. "Es besteht also durchaus die Hoffnung, dass nach einer gewissen Phase der Stagnation Deutschland den Anschluss an die Entwicklung der Wasserstoff-Energiewirtschaft behält."



Die diesjährige H2Expo wird als weltweiter Branchentreff Klarheit über die Rolle Deutschlands schaffen. Zum vierten Mal treffen sich vom 15. bis 17. September 2004 in Hamburg auf dieser Internationalen Fachmesse für Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologien Experten aus aller Welt. Höhepunkt des umfangreichen Rahmenprogramms ist die wissenschaftliche Konferenz "International Symposium and Workshop on Fuel Cells and Hydrogen for Aerospace and Maritime Applications".



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