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Fahrzeug-Konzepte für eine nachhaltige Mobilität

Fachbericht | Wörter: 464 | Aufrufe: 6524 | Druckbare Version

Fahrzeug-Konzepte für eine nachhaltige Mobilität

Brennstoffzellenautos haben das Stadium der Konzept- oder Experimentalfahrzeuge längst verlassen. Weltweit testen führende Automobilhersteller wie General Motors, DaimlerChrysler und Ford ihre Fahrzeuge im Alltagsbetrieb. Die Protagonisten einer Wasserstoffwirtschaft versuchen mit Vehemenz, Konzepte für eine nachhaltige Mobilität umzusetzen. Bis Ende dieses Jahrzehnts wollen sie für die Massenfertigung gerüstet sein.

Alltagstauglichkeit und Dauerhaltbarkeit demonstrierte Mitte Mai der HydroGen3 von Opel/General Motors (auf Basis des Opel Zafira) auf seinem Opel-Fuel-Cell-Marathon durch Europa. Von Norwegen bis nach Portugal, rund 10.000 Kilometer durch 14 Länder führte die Langstreckenfahrt des Brennstoffzellenautos, an der sich die Unternehmen Linde und Shell Hydrogen beteiligten. Als Kraftstoff kam flüssiger Wasserstoff zum Einsatz. Die Betankung erfolgte durch eine mobile, von Linde entwickelte und konstruierte Flüssigwasserstoff-Tankstelle. Etwa 600 Mitarbeiter in den USA, Japan und Deutschland arbeiten unter dem Dach von GM Fuel Cell Activities daran, den Brennstoffzellen-Antrieb zur Serienreife zu entwickeln.

Der Wettlauf um die Technologieführerschaft ist in vollem Gange. Kaum einer der führenden Automobilhersteller will da abseits stehen. Mit Concept-Cars oder Prototypen wird die technische Kompetenz in Sachen Brennstoffzellen und Wasserstoff demonstriert. Beispielsweise von Peugeot mit seinem Feuerwehrauto H2O oder von Audi mit dem A2H2. Testwagen gibt es reichlich, wie den Nissan X-Trail FCV oder den Hyundai Tucson. Toyota und Honda sind mit ihren Brennstoffzellen-Fahrzeugen FCH V4 bzw. FCX bereits auf Straßen in Japan und den USA unterwegs.

Innerhalb des von der EU-Kommission geförderten Projektes "Zero Regio" sollen ab 2006 Brennstoffzellen-Fahrzeuge von Fiat in der Lombardei/Italien und von DaimlerChrysler im Rhein-Main-Gebiet zum Einsatz kommen. Schon ab Ende dieses Jahres wird sich innerhalb der Clean Energy Partnership CEP in Berlin eine Flotte mit Wasserstoff betriebener Fahrzeuge im Alltag beweisen.

Voraussichtlich mit vier Focus "FCEV Hybrid" will sich beispielsweise Ford an der CEP beteiligen. Der Focus speichert gasförmigen Wasserstoff in Hochdrucktanks. Alle europaweiten Projekte des Konzerns bezüglich Brennstoffzellen und Wasserstoffverbrennungsmotoren werden übrigens vom Ford Forschungszentrum in Aachen koordiniert. Ab 2007 plant Ford, eine mit einer neuen Generation Brennstoffzellen ausgestatteten Erprobungsflotte in Europa, den USA und Japan einzusetzen.

Für Berlin vorgesehen sind auch zehn F-Cell von DaimlerChrysler (auf Basis der A-Klasse). Seit Anfang der 90er Jahre beschäftigt sich der Konzern mit der Brennstoffzellen-Technologie. Mit dem F-Cell habe man das Forschungs- und Konzeptstadium verlassen und nun den Weg in die Kommerzialisierung angetreten. Das komplette Brennstoffzellensystem sowie die Wasserstofftanks sind platzsparend im Fahrzeugboden untergebracht. Seit Anfang dieses Jahres werden 60 F-Cell in einem breit angelegten Praxistest mit Kunden in Deutschland, den USA, Japan und Singapur erprobt.



Darüber hinaus hat das Unternehmen weitere Fahrzeuge mit Brennstoffzellen-Antrieb im Feld. So liefert seit 2001 der Hermes-Versand in Hamburg mit einem Sprinter Pakete aus. Und ein Dodge Sprinter bewährt sich seit diesem Frühjahr bei UPS in den USA. In zehn europäischen Städten, darunter Hamburg und Stuttgart, laufen darüber hinaus 30 Busse im Linienbetrieb. Drei weitere sollen in diesem Jahr in Perth/Australien hinzukommen. Ende 2004 will DaimlerChrysler damit mehr als 100 Brennstoffzellen-Fahrzeuge auf der Straße haben.

Der Verkehrssektor steht also am Beginn einer neuen technologischen Revolution. Experten schätzen, dass Wasserstoff innerhalb der kommenden 50 Jahre die fossilen Kraftstoffe an Bedeutung überholen wird.
Quelle: Hamburg Messe GmbH



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