Zum Inhalt springen

Gesicherte Energieversorgung bei Mobilfunk Basisstationen

Fachbericht | Wörter: 526 | Aufrufe: 7325 | Druckbare Version

Innovativer Einsatz von Wasserstoff in Brennstoffzellen

Gesicherte Energieversorgung bei Mobilfunk-Basisstationen

Stromausfälle, so genannte "Blackouts", sind der Horror für alle Betroffenen. Ob man eingesperrt in einem Aufzug steckenbleibt oder ob die Lebensmittel in der Tiefkühltruhe langsam auftauen - in diesen Situationen merkt man, wie wichtig eine zuverlässige Stromversorgung ist. Ein besonderes Problem stellen Black-outs im Bereich des Mobilfunks dar. Ist eine konstante Stromversorgung nicht gewährleistet, kann über das Mobiltelefon beispielsweise auch keine Hilfe gerufen werden.

Bisher überbrücken die Betreiber Stromausfälle über Notstromversorgungen mit Bleiakkus oder Verbrennungsmotoren in Verbindung mit elektrischen Generatoren. Künftig gibt es dafür jedoch eine vielversprechendere Lösung: leistungsfähige, umwelt-freundliche und ressourcenschonende Brennstoffzellen.

Die Idee zum Einsatz von Brennstoffzellen für eine unterbrechungsfreie Stromversorgung verwirklicht die P 21 GmbH, Brunnthal bei München. Sie entwickelt, produziert und vertreibt qualitativ hochwertige Brennstoffzellensysteme. Den Wasserstoff sowie die benötigten peripheren Einrichtungen liefert exklusiv die Linde AG, Geschäftsbereich Linde Gas, mit ihrem lang-jährigen Know-how und den Erfahrungen in der Wasserstofftechnologie.

P 21 GmbH - Power for the 21st Century, wurde Ende 2001 als Spin-off des Vodafone/Mannesmann-Konzerns gegründet und entwickelt, produziert und vermarktet PEM-(Polymer-Elektrolyt-Membran)-Brennstoffzellensysteme sowie die dazugehörigen Komponenten. Insbesondere PEM-Brennstoffzellen-Stacks mit einer Leistung von 1 kW bis 21 kW stehen im Fokus der Entwicklung und Produktion. Eine schnelle Markterschließung wird im Segment der unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) - und hier vor allem der Notstromversorgung von Mobilfunk-Basisstationen - angestrebt, da der heutige technische Status der Brennstoffzelle bereits den Produktanforderungen dieses Marktsegmentes entspricht. Langfristig sollen weitere stationäre und mobile Anwendungsfelder in anderen strategischen Märkten erschlossen werden.

Die Brennstoffzellensysteme der P21 sollen die unter-brechungsfreie Stromversorgung bei Mobilfunk-Basisstationen sichern und dabei herkömmliche Lösungen ersetzen sowie deren bisherige Möglichkeiten sogar erweitern. Die Brennstoffzellensysteme sind erheblich leichter, langlebig, robust, wartungsarm und umweltfreundlich, da sie ohne Blei und Säuren auskommen. Sie erlauben bedeutend längere Unterbrechungszeiten, besitzen eine längere Lebensdauer, haben einen elektrischen Wirkungsgrad von mehr als 50 Prozent und können künftig als Ersatz für die bisher üblichen Batteriesysteme sogar zu wesentlichen Einsparungen beitragen. Das Brennstoffzellensystem der P21 ist modular aufgebaut und kann daher hinsichtlich Ausgangsleistung und Spannungsniveau unterschiedlichen Leistungsanforderungen oder auch Anwendungsumgebungen äußerst flexibel angepasst werden. Künftig ist auch ein Einsatz als primäres Stromversorgungsgerät denkbar. Derzeit arbeitet man an der Vervollkommnung einer Pilotfertigung. Damit können Brennstoffzellensysteme in hohen Stückzahlen produziert werden und somit laut Plan bis zum Jahr 2005 erheblich günstiger angeboten werden als heute. Die Vorteile eines Einsatzes von Brennstoffzellen wurden bereits in der Praxis erprobt. Ende 2003 simulierten Mitarbeiter der P21 im realen Betrieb einer Mobilfunk-Basisstation in Bayern über 400 Stromausfälle mit einer gesamten Ausfallzeit von zwei Stunden und 45 Minuten. Sie blieben von den Kunden völlig unbemerkt.

Die Linde AG, Geschäftsbereich Linde Gas, ist Technologieführer beim Aufbau einer innovativen Wasserstoff-Infrastruktur für den mobilen Bereich. Ein weiterer Mosaikstein bei der Einführung des Wasserstoffs als alternativem Energie-träger stellt die Zusammenarbeit mit P21 dar. In diesem Projekt liefert Linde exklusiv die Gaseversorgungstechnik für die Brennstoffzellen an den Sendemasten und bringt ihr langjähriges Know-how sowie flächendeckende Versorgungssicherheit mit ein. Am 4. Dezember 2003 wurde ein entsprechender Kooperationsvertrag geschlossen. Die Zusammenarbeit mit der P21 beinhaltet die Entwicklung und Fertigung der Wasserstoffversorgungssysteme sowie die Bereitstellung des Gases. Linde arbeitet an innovativen Lösungen zur maßgeschneiderten Versorgung der Brennstoffzellen mit Wasserstoff. Dazu sind Neuentwicklungen im Bereich der Armaturen erforderlich. Kostengünstige kompakte Einheiten werden angestrebt. Bereits zur Mitte des Jahres wird Linde eine typische Musterversorgungsanlage vorstellen, die in Serie kostengünstig produziert werden kann. Die kleinste Versorgungseinheit besteht aus einer Wasserstoff-Druckgasflasche und einer Druckreduziereinheit. Durch Erweiterung des Flaschenbestandes ist diese Versorgungseinheit variabel und kann den jeweiligen individuellen Bedürfnissen der Kunden angepasst werden.


Quelle: P21 GmbH



Diesen Artikel empfehlen:




Vorheriger Bericht zum Thema Brennstoffzellen
Ballards XcellsisTM HY-80 Brennstoffzellensystem Ballards Xcellsis<sup>TM</sup> HY-80 Brennstoffzellensystem
Nächster Bericht zum Thema Brennstoffzellen
Fahrzeug-Konzepte für eine nachhaltige Mobilität Fahrzeug-Konzepte für eine nachhaltige Mobilität