Herstellung (Flüssiggas)
LPG besteht aus leicht verflüssigbaren Kohlenwasserstoff-Verbindungen (CmHn) mit drei oder vier Kohlenstoff-Atomen. Es kann sich dabei um eine einzelne Verbindung oder um eine Mischung mehrerer Verbindungen handeln.
Die Hauptbestandteile von Flüssiggas sind:
- Propan: C3H8
- Propen (Propylen): C3H6 (mit C-Doppelbindung)
- Butan: C4H10
- Buten (Butylen): C4H8 (mit C-Doppelbindung)
Propan und Butan sind kettenförmige, gesättigte Kohlenwasserstoff-Verbindungen. Die ungesättigten Kohlenwasserstoffe Propen und Buten weisen eine Kohlenstoff-Doppelbindung auf und sind hinsichtlich ihres prozentualen Anteils begrenzt. Propylen ist als Nebenprodukt des Raffinationsverfahrens unvermeidlich und liegt anteilmäßig meist zwischen 3 und 5 %.
Das Mischungsverhältnis von Propan und Butan bei der Herstellung von Flüssiggas ist in Europa unterschiedlich. Die Zusammensetzung kann sich je nach Ort und Jahreszeit unterscheiden. Die Gaslieferanten variieren die Zusammensetzung je nach Umgebungstemperatur. In Deutschland und Großbritannien hat Propan häufig einen Anteil von 95 Vol.-%, weil die Händler gleichzeitig auch Propan-Kunden beliefern. In Frankreich wird hingegen eine 40 : 60-Mischung (Propan : Butan) bevorzugt.
Bei niedrigen Temperaturen kann es zu einer Entmischung kommen, da Butan einen relativ hohen Siedepunkt hat (0 °C). Die Vorteile von Butan sind jedoch, dass es billiger ist und über einen höheren Heizwert verfügt, weswegen meist versucht wird, möglichst viel Butan zu verwenden.
Der relativ hohe Reinheitsgrad von Flüssiggas führt dazu, dass es nicht altert und zeitlich praktisch unbeschränkt gelagert werden kann.
Die verschiedenen Bestandteile von Flüssiggas sind Gase, die bei der Raffinierung von Mineralöl auftreten. Häufig werden diese Brenngase bei den Raffinerien jedoch direkt abgefackelt, wodurch sie ungenutzt freigesetzt werden, obwohl der Energieinhalt vielfach sinnvoll genutzt werden könnte.